Success Hotel Management - Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

| Hotellerie Hotellerie

Die Hotelgesellschaft Success Hotel Management GmbH (SHM) mit Sitz in Stuttgart hat beim Amtsgericht Stuttgart ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, das am 10. Januar 2022 angeordnet wurde. Gegenüber dem Portal Hospitalityinside erklärte Geschäftsführer Michael Friedrich die Hintergründe. 

Demnach lag der Umsatz des Unternehmens im Jahr 2019 bei 52 Millionen Euro. In den Jahren 2020 und 2021 erhielt die GmbH wie die meisten Unternehmen in der Hotellerie staatliche Hilfen in Höhe von 16 Millionen Euro. Weitere Hilfen in Höhe von 5,3 Millionen Euro standen laut Hospitalityinside noch aus. 

Da sich die Auszahlung durch die bürokratischen Prozesse immer weiter verzögerte, fand Success eine Münchner Bank, die bereit war, die erwartete Summe vorzufinanzieren. Genehmigt wurden 4,4 Millionen Euro, da die Voraussetzungen für das KfW-Darlehen als erfüllt eingestuft wurden und die Bewilligung als Formalie galt.

Kurz nach Weihnachten wurde das Unternehmen von der KfW als insolvenzgefährdet eingestuft. Grund dafür war offenbar der Umstand, dass die Success Hotel Management GmbH zur Hotel-Branche gehört. Für Geschäftsführer Michael Friedrich ein unverständlicher Vorgang. 

Die Geschäftsführer zog daraufhin eine sanierungserfahrene Kanzlei und weitere Experten hinzu und startet nun mit dem Sanierungsprozess in Eigenverwaltung. Alle Hotels und Restaurants bleiben geöffnet und können wie gewohnt gebucht werden. Auch die 630 Mitarbeiter bleiben an Bord. 

"Wir erhalten eine Chance, unser Unternehmen neu aufzustellen. Unser Ziel ist es, die operative sowie finanzielle Sanierung der Success Hotel Management GmbH nachhaltig und zügig umzusetzen und die Arbeitsplätze zu erhalten.“

Die Success Hotel Group (SHGR) ist eine in Deutschland und Österreich tätige Hotelgesellschaft und betreibt aktuell 25 Hotels mit über 2.500 Zimmern. 13 weitere Hotelprojekte sind in Planung.Success ist langer Partner von Accor, Hilton, InterContinental Hotels und der Radisson Hotel Group.

Die gesamte Branche befindet sich aufgrund der Corona-Pandemie in einer herausfordernden Situation. Dennoch konnte die SHM in 2021 zwei neue Hotels in Hamburg und Coburg sowie Anfang 2022 ein Hotel in Bad Reichenhall eröffnen. Die Sanierung bildet die Basis, um das im Kern gesunde Unternehmen zu sichern, da es sich um pandemiebedingte und nicht um strukturelle Herausforderungen handelt.

Menold Bezler berät das Unternehmen bei sämtlichen Rechtsfragen und stellt während des Verfahrens mit Dr. Sebastian Mielke als CRO ein zusätzliches Mitglied der Geschäftsleitung. Das Gericht bestellte zudem Dr. Philipp Grub von der Kanzlei Grub Brugger zum vorläufigen Sachwalter. Gemeinsam mit der Geschäftsführung wird an einer tragfähigen Lösung für alle Beteiligten gearbeitet.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Hotelverband hat seine AGB-Empfehlungen für Hotels an die aktuelle Rechtsprechung angepasst. Die Neufassungen sollen das Abmahnrisiko senken und die Rechtssicherheit im Umgang mit Gästen und Partnern erhöhen. Der Verband empfiehlt bisherige Versionen in allen Vertragsunterlagen, E-Mail-Vorlagen und auf Internetseiten gegen die aktuellen Fassungen auszutauschen.

Die HSMA hat die Bewerbungsfrist für den Social Media Award 2026 für Hotels im deutschsprachigen Raum eröffnet. Im Fokus des Wettbewerbs stehen strategische Ansätze und messbare Erfolge in der digitalen Kommunikation sowie im Employer Branding.

Die Radisson Hotel Group eröffnet in Danzig ihr erstes polnisches Haus der Marke Prize by Radisson. Das Hotel mit 125 Zimmern setzt auf ein funktionales Design im mittleren Preissegment und markiert den Beginn einer Expansion in polnischen Metropolen.

Wyndham meldet für das erste Quartal 2026 ein Wachstum der Systemgröße und der Pipeline auf Rekordniveau. Die laufende Insolvenz der Revo Hospitality Group belastet jedoch das operative Ergebnis durch Gebührenstundungen und führt zur Übernahme von zwei europäischen Hotels.

Whitbread erreicht mit Premier Inn erstmals einen Gewinn im Deutschlandgeschäft und kündigt einen umfassenden Umbau seines Gastronomieangebots an. Medien berichten zudem über einen geplanten Stellenabbau im Zuge der Neuausrichtung.

Bei einer Kontrolle in einem Hotel im Bezirk Landeck hat die Finanzpolizei mehrere nicht gemeldete Arbeitskräfte festgestellt. Die Behörden ermitteln zudem wegen möglicher Arbeitsausbeutung und Menschenhandels.

Zum Ende des ersten Quartals 2026 zeigt die globale Hotel-Pipeline laut CoStar-Daten ein Wachstum in fast allen Weltregionen. Lediglich auf dem amerikanischen Kontinent sind die Aktivitäten in sämtlichen Planungs- und Bauphasen rückläufig.

Hyatt verzeichnet im ersten Quartal ein deutliches Wachstum bei den Managementgebühren und den Zimmerkapazitäten. Trotz geopolitischer Herausforderungen und regionaler Einflüsse hebt der Konzern seine Prognosen für das Gesamtjahr teilweise an.

Mit der Eröffnung des W Sardinia – Poltu Quatu setzt die Marriott-Marke W Hotels ihren Expansionskurs in Italien fort. Das Resort an der sardischen Nordostküste umfasst 157 Zimmer und setzt auf ein Designkonzept mit regionalem Bezug.

Das Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg feiert im Mai 2026 sein 20-jähriges Bestehen und lädt zu einem Tag der offenen Tür ein. Das inhabergeführte Haus setzt weiterhin auf eine Kombination aus gehobener Gastronomie und Tagungsgeschäft.