Tagungswirtschaft: MICE Konjunktur Index prognostiziert deutliche Erholung für 2026

| Hotellerie Hotellerie

Die Aussichten für die deutsche Tagungswirtschaft im Jahr 2026 hellen sich nach einer schwierigen Phase spürbar auf. Laut dem aktuellen MICE Konjunktur Index Hotel, der von dem Hotelier Martin Kirsch in Zusammenarbeit mit Branchenverbänden und der Agentur repecon erstellt wurde, blickt die Mehrheit der Betriebe optimistisch in die Zukunft. Die Erhebung basiert auf einer Befragung von 229 Entscheidern aus der Tagungshotellerie, die im Dezember 2025 durchgeführt wurde. Nachdem das Jahr 2024 eine akzeptable wirtschaftliche Entwicklung aufwies, das Jahr 2025 jedoch von Krisen geprägt war, zeichnet sich nun eine Trendwende ab.

Stimmungsbild der deutschen Tagungshotellerie

Die Auswertung der Daten ergibt, dass 55 Prozent der teilnehmenden Hotels mit positiven Erwartungen auf das laufende Geschäftsjahr blicken. Im Gegensatz dazu rechnen lediglich acht Prozent der Befragten mit einer negativen Entwicklung. Die Analyse verdeutlicht zudem regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands. Während die Branche im Süden des Landes im Jahr 2025 mit größeren Herausforderungen zu kämpfen hatte, fiel der Rückblick im Norden weniger negativ aus. Für das Jahr 2026 wird dort eine deutlich positivere Dynamik erkannt.

Unterschiede bei Hoteltypen und Betriebsgrößen

Innerhalb des Marktes zeigen sich differenzierte Bewertungstendenzen hinsichtlich der Struktur und Größe der Häuser. Individualhotels schätzten das abgelaufene Jahr 2025 etwas besser ein als die Markenhotellerie, jedoch liegen die Erwartungen für 2026 bei Kettenhotels sowie Häusern, die einem Konzern angehören, auf einem höheren Niveau. Birgit Werner von repecon erläutert diesen Umstand wie folgt: „Kettenhotels starten mit mehr Planungssicherheit und insgesamt höheren Erwartungen in das Jahr 2026, während Individualhotels das abgelaufene Jahr 2025 etwas besser beurteilen.“

Auch die Zimmeranzahl spielt bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage eine Rolle. Inhabergeführte Tagungshotels mit bis zu 50 Zimmern blicken meist zuversichtlicher in die Zukunft als mittelgroße Unternehmen mit einer Kapazität von 50 bis 100 Zimmern. Grundsätzlich bewerten Betriebe mit einem hohen Anteil an internem Tagungsgeschäft sowohl die vergangenen Monate als auch die kommenden Aussichten positiver.

Wachstumsimpulse durch die Pharmaindustrie

Bei der Betrachtung der Kundensegmente wird deutlich, dass bestimmte Branchen als wesentliche Wachstumstreiber fungieren. Das größte Auftragsvolumen für das Jahr 2026 wird mit 20,8 Prozent im Bereich der Pharmaindustrie erwartet. Es folgen die Sektoren Finanzen, Versicherungen und Banken mit einem Anteil von 14,8 Prozent sowie die Industrie und das verarbeitende Gewerbe mit 9,4 Prozent.

Für die strategische Ausrichtung der Betriebe ergeben sich daraus klare Konsequenzen. Birgit Werner führt dazu aus: „Für Sales- und Revenue-Verantwortliche in der Tagungshotellerie bedeutet dies: Der Markt richtet sich wieder nach oben aus, aber nicht gleichmäßig über alle Segmente hinweg. Wer jetzt seine Positionierung im MICE-Geschäft schärft, Budgets aktiv steuert und die Vertriebskanäle gezielt nutzt, kann vom erwarteten Nachfrageplus 2026 überproportional profitieren.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

CIC Hospitality aus Norwegen übernimmt den Betrieb des Flightgate Munich Airport Hotel in Hallbergmoos bei München. Das Haus mit 212 Zimmern wird künftig unter der Marke Radisson Individuals geführt.

Das frühere Wyndham Grand Salzburg tritt künftig unter der Marke Radisson Blu auf. Das Haus verfügt über 262 Zimmer und 1.785 Quadratmeter Veranstaltungsfläche und positioniert sich verstärkt im Tagungs- und Geschäftsreisemarkt.

Die DSR Hotel Holding eröffnet am 6. Juli 2026 das neue Henri Hotel Garmisch-Partenkirchen mit 69 Zimmern im ehemaligen Reindl's Partenkirchner Hof. Das neue Haus ist ab sofort buchbar und erweitert das Alpen-Portfolio des Unternehmens.

Das Hotel Gut Ising am Chiemsee investiert in den Bau von zwei neuen Wohngebäuden für seine Angestellten. Bis Oktober entstehen insgesamt 37 Einheiten mit 60 Betten sowie verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen für Auszubildende und Fachkräfte.

Das Webers Hotel im Essener Ruhrturm wird künftig von Signo Hospitality betrieben und schließt sich der Accor-Gruppe an. Ab Ende 2026 sind umfassende Renovierungsarbeiten und ein Markenwechsel des Hauses mit 137 Zimmern geplant.

Eine Studie von HotellerieSuisse zeigt den anhaltend hohen Einfluss von Buchungsplattformen auf die Preisgestaltung in der Schweizer Hotellerie. Hotels berichten zunehmend über Preisunterbietungen und eingeschränkte Kontrolle im digitalen Vertrieb.

Das „Hotel am Sophienpark“ in Baden-Baden soll nach einer umfassenden Modernisierung im Frühjahr 2027 unter dem Namen „The Floris“ weitergeführt werden. Das traditionsreiche Gebäude an der Sophienstraße 14 werde derzeit revitalisiert und als Vier-Sterne-Superior-Hotel neu positioniert.

Das Hotel du Cap-Eden-Roc erweitert sein Angebot 2026 um die Yacht Millesime. Die 37 Meter lange Yacht soll exklusiv Hotelgästen für Fahrten entlang der Mittelmeerküste zur Verfügung stehen.

Mecklenburg-Vorpommern zählte im vorigen Jahr rund acht Millionen Urlauber und etwa 33 Millionen Übernachtungen. Das hohe Niveau soll mindestens gehalten werden. Aber die Branche steht unter Druck.

Die Dormero Gruppe erweitert ihre Präsenz in der Region Mittelfranken und übernimmt das bisherige NH Hotel in Fürth. Das Hotel befindet sich in zentraler Lage direkt am Stadtpark und umfasst insgesamt 118 Zimmer.