Tourismus profitiert vom Fahrradboom und investiert in Angebote

| Hotellerie Hotellerie

Urlaube mit dem eigenen Rad erfreuen sich steigender Beliebtheit. Das bemerkte auch das auf Mountainbike-Urlaube spezialisierte Portal www.mtb-hotels.info. Innerhalb eines Jahres seien die Zugriffszahlen auf der eigenen Webseite, die rund 580 Mountainbike-Hotels im Verzeichnis gelistet hat, um mehr als 200 Prozent gestiegen. Auch die Hotels sowie die Tourismusregionen würden sich diesem Trend stellen und in den Fahrradboom investieren. Stark im Vormarsch seien dabei E-Bikes, deren Anteil an den Gesamtverkäufen mittlerweile 31,5 Prozent beträgt.

Die Hoteliers könnten den positiven Trend für Urlaube mit dem Fahrrad bestätigen: "Unsere Umfrage unter 50 Mountainbike-Hoteliers ergab, dass rund ein Drittel der Hoteliers für diesen Herbst mehr Buchungen von Bikern erhalten hat. Bei rund der Hälfte der Hoteliers ist die Buchungslage trotz Corona-Pandemie mit dem Vorjahr vergleichbar. Die Übrigen sind derzeit zwar noch schwächer gebucht, erwarten aber noch Reservierungen, da Radurlauber oftmals sehr kurzfristig ihre Reise buchen", berichtet Portalmanager Christoph Reichl. Besonders wichtig sei es den Radsportlern, dass sie ihr Fahrrad mit auf das Zimmer nehmen dürften.
 

Zu den weiteren Besonderheiten der Bike-Hotels zählen Dienstleistungen und Ausstattungen wie hauseigener Reparaturservice, Verleih von GPS-Geräten, geführte Touren, Duschmöglichkeit auch nach dem Check-out, Abholservice bei Pannen, Transport zum Startpunkt der Touren, täglicher Wäscheservice, Bike- Duschen vor dem Hotel, Biker-Shop im Hotel, persönliche Tourenberatung, abschließbare Fahrradräume sowie eine kleine Werkstätte für Reparaturen am eigenen Bike. Das Kärntner Hotel Franz Ferdinand erlaubt nicht nur die Mitnahme des Bikes, sondern auch die direkte Fahrt über Rampen in das gebuchte Zimmer.

Nachfrage nach E-Bikes eilt von Rekord zu Rekord

"Sportliche Räder und vor allem E-Bikes sind in diesem Jahr sehr begehrt und vielerorts auch schon ausverkauft", weiß Reichl. Im letzten Jahr wurden 1,36 Millionen E-Bikes verkauft, davon 360.000 E-Mountainbikes. In diesem Jahr rechnet man mit einem weiteren starken Anstieg der Verkaufszahlen. Viele E-Bike-Besitzer sind Neueinsteiger, die auch auf der Suche nach touristischen Angeboten rund um das E-Biking sind. Nicht nur an den Verkaufszahlen erkennt man den Trend zum Fahrrad. Auch im Netz steigen die Zugriffszahlen.

Reichl dazu: "Die Anzahl der Besucher auf unserer Plattform ist seit Mitte April im Vergleich zum Vorjahr um 214 Prozent gestiegen und auf Google verzeichnet der Suchbegriff 'Mountainbike' eine Steigerung von 50 Prozent. Kein Wunder also, dass die Hotellerie und die Tourismusregionen auf diese Nachfrage reagieren und ihre Angebote dementsprechend ausbauen."


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Bundesgerichtshof hebt ein Urteil im Streit zwischen dem Hotel Wikingerhof und Booking.com auf. Beanstandet werden unter anderem Rabattdarstellung, Umgang mit Gästedaten und Provisionsmodelle.

Die Budgetkette a&o kauft ein 31.000 Quadratmeter großes Bürogebäude nahe dem Berliner Checkpoint Charlie. Bis 2027 entsteht dort für 40 Millionen Euro das größte Hostel Europas mit 2.500 Betten.

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA ermittelt gegen die Hotelriesen Hilton, Marriott und IHG. Im Fokus steht der Verdacht auf Datenaustausch über die Analyseplattform STR von CoStar. Alle vier Unternehmen werden derzeit untersucht.

Ab Sommer 2026 erhebt Stuttgart eine Übernachtungssteuer von drei Euro pro Gast. Die Stadt erwartet dadurch jährliche Einnahmen von zehn Millionen Euro und setzt auf eine rein digitale Abwicklung für Hotels und Privatvermieter. Die Hotelbranche kritisiert die zusätzliche Kostenlast.

Starwood Hotels setzt unter der Leitung von Raul Leal auf ein kontrolliertes Wachstum. Mit Fokus auf Luxus, Nachhaltigkeit und die Integration von Wohnresidenzen plant die Gruppe bis 2028 zahlreiche internationale Neueröffnungen, ohne dabei die wirtschaftliche Rentabilität aus den Augen zu verlieren.

Der europäische Hotelinvestmentmarkt verzeichnete 2025 mit über 27 Milliarden Euro das stärkste Jahr seit 2019. Getrieben durch verbesserte Performance und günstigere Kreditbedingungen stiegen die Transaktionen europaweit um 23 Prozent, wobei auch der deutsche Markt ein deutliches Plus von 50 Prozent verbuchen konnte.

Die Münchener Arabella Hospitality expandiert nach Ibiza: Mit dem ersten Hotel-Management-Vertrag übernimmt die Gruppe das Ibiza Corso Hotel & Spa. Nach einer umfassenden Renovierung wird das Haus 2027 als Teil der Autograph Collection neu positioniert – inklusive des legendären Clubs Lio Ibiza.

Das Grandhotel Bad Pyrmont wechselt im Sanierungsprozess in ein Regelinsolvenzverfahren. Ein Insolvenzplan soll nun die hohen Mehrkosten beim Brandschutz auffangen und die baldige Wiedereröffnung des geschichtsträchtigen 150-Zimmer-Hauses ermöglichen.

Das ehemalige Renaissance Hotel in Düsseldorf-Mörsenbroich wird zwangsversteigert. Das Amtsgericht setzt den Verkehrswert für den seit 2019 leerstehenden Gebäudekomplex auf über 19 Millionen Euro an. Am 8. Mai 2026 entscheidet sich die Zukunft des markanten Standorts an der Münsterstraße.

Ruhige Nebensaison, neue Seenlandschaft, mehr Übernachtungen im Flughafen-Umfeld: Brandenburgs Tourismus bleibt aus Sicht der Branche stabil. Sorgen macht die Gastronomie.