Tourismus- und Hotelprofis blicken ohne große Erwartungen ins zweite Corona Jahr

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Es geht weiter, aber wie? Das wollte MRP Hotels von 18 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Finanzwesen, Hotelimmobilien, Hotelbetrieb, Städtetourismus, MICE, Trendforschung, Wirtschaftsberatung und Investment wissen und bat sie um ihre persönliche Einschätzung. 

Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von mrp hotels: „Es freut mich, dass wir viele Persönlichkeiten aus der Branche dazu gewinnen konnten, ihre Meinung abzugeben und einen Blick über den, nicht nur das eigene Business betreffenden, Tellerrand zu werfen.”

Zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild:

Der Städtetourismus wird – bedingt auch durch die Abhängigkeit von den internationalen Märkten und die globalen Reisebeschränkungen - erst 2024 wieder das Niveau aus den Jahren 2018 / 2019 erreichen.

Optimistischer blickt die Ferienhotellerie in das kommende Jahr: Durch den Ausfall von Fernreisen wird 2021 – wie auch schon 2020 – die innereuropäische (vor allem die kontinentaleuropäische) Ferienhotellerie durch Gäste aus dem eigenen Land (oder den Nachbarländern) profitieren. Ein Trend, dem auch Investoren und Developer, die bisher auf Stadthotellerie gesetzt haben, folgen werden. Fernreisen werden in der gewohnten Art wieder frühestens 2022 stattfinden.

Der Geschäftstourismus wird ein dauerhaftes Minus von 25 bis 30 Prozent verzeichnen. Die Treiber dabei sind die zunehmende Digitalisierung, die Kostenreduktion bei Unternehmen, aber auch Nachhaltigkeitsthemen vor allem die Flugreisen auf Kurzstrecken betreffend.

Für den MICE Bereich wird eine leichte Erholung ab dem Q2 / Q3 2021 erwartet: 30 bis 40 Prozent der Messen und Kongresse sollten wieder stattfinden können. Dahinter steht der Wunsch der Menschen nach persönlicher Interaktion. Dennoch werden digitale und hybride Messeformate auf Dauer ein fester Bestandteil bleiben.

An den Finanzmärkten herrscht derzeit Optimismus: Die Aussicht auf den baldigen globalen Einsatz von Impfstoffen gegen die Pandemie und die damit positiveren Konjunkturprognosen lassen die zyklischen Werte, zu denen auch die Tourismusaktien zählen, steigen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Börsegang von Airbnb, der den Wert des Unternehmens am ersten Börsetag auf über 90 Mrd. US$ hochschnellen lies – ohne, dass das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaften würde.

Gekommen, um zu bleiben, sind aber auch Trends, mit denen sich die Branche zwar schon länger beschäftigt, die sich aber durch die Covid19-Krise nachhaltig manifestieren dürften: Nachhaltigkeit ist mehr als nur mehr ein “Label”, mit dem sich Unternehmen schmücken, sondern wird von den Reisenden aktiv nachgefragt und eingefordert werden. Damit – und auch aus einem Sicherheitsdenken heraus – wird der Massentourismus, wie wir ihn bis dahin gekannt haben, abnehmen und durch eine zunehmende Individualisierung abgelöst werden.

Martin Schaffer abschließend: „Wir sehen anhand der Statements, dass die Unsicherheit in vielen Bereichen der Branche eine große ist. Das hängt auch damit zusammen, dass es beispielsweise keinen “europäischen Weg”, sondern nur Einzellösungen, die sich wöchentlich ändern, gibt. Wir brauchen aber eine gemeinsame Strategie, um auch wirtschaftlich nachhaltig planen und reagieren zu können.”

Das komplette Paper von mrp hotels gibt es hier. 


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