Urteil zum "Quecksilber-Hotel": Unternehmer müssen Anleger entschädigen

| Hotellerie Hotellerie

Nach einem gescheiterten Hotelprojekt im historischen Augsburger Textilviertel sind zwei Unternehmer in zahlreichen Fällen zur Rückzahlung von Investorengeldern verurteilt worden. Beim Landgericht in Augsburg waren weit mehr als 100 Klagen wegen des Projekts eingegangen.

Nachdem im vergangenen Jahr bereits eine Klage gegen die beiden Geschäftsführer der Bauträgergesellschaft erfolgreich war, sind nun weitere 80 Urteile ergangen. Die Zivilkammer habe entschieden, dass die beiden Geschäftsführer der mittlerweile insolventen Gesellschaft persönlich haften müssten, teilte das Gericht mit.

Bei dem Projekt ging es um die Umwandlung eines Gebäudes der früheren Augsburger Kammgarnspinnerei in ein Hotel. Das Vorhaben ist mittlerweile zum Erliegen gekommen, nachdem die ehemalige Fabrik mit giftigem Quecksilber kontaminiert ist. Das Gebäude hat dadurch als «Quecksilber-Hotel» unrühmliche Bekanntheit erreicht.

Richter finden klare Worte zum Verhalten der Geschäftsführung

Investoren hatten Anteile des künftigen Hotels erworben und Raten für einen angeblichen Baufortschritt gezahlt. Dass das Bauunternehmen trotz der drastischen Probleme weiter diese Raten einforderte, wertete das Landgericht im ersten Prozess «als Betrug zu Lasten der Anleger». Nach Überzeugung der Richter hatte einer der Geschäftsführer frühzeitig gewusst, dass eine Verunreinigung des Gebäudes mit Quecksilber wahrscheinlich war. Dies habe er weder den Anlegern mitgeteilt, noch sei er diesem Problem ordnungsgemäß nachgegangen.

In den Prozessen geht es letztlich um Millionenbeträge. Zahlreiche Anleger, die ihr Geld bei der Hotelimmobilie verloren haben, haben laut «Augsburger Allgemeine» mittlerweile auch die Stadt Augsburg verklagt. Dabei geht es um Amtshaftungsfragen im Kontext der Altlasten des Grundstücks. Die Stadtverwaltung habe die Klagen bestätigt, sich inhaltlich aber nicht zu dem Sachverhalt geäußert, berichtete die Zeitung vor wenigen Wochen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Marriott International wandelt die Münchner Immobilie Dein Apart in ein Hotel der Marke Element by Marriott um. Das Haus in Unterföhring soll im September 2026 mit 561 Studios und Apartments für längere Aufenthalte eröffnen.

Das 25hours Hotel beim MuseumsQuartier in Wien hat die Neugestaltung des Lobbybereichs abgeschlossen. Neben veränderten Raumstrukturen und Arbeitsbereichen wurde das Design grundlegend überarbeitet.

Die Kempinski Group will künftig wieder stärker auf eigene Hotelimmobilien setzen. Konzernchefin Barbara Muckermann begründet den Strategiewechsel mit veränderten Erwartungen wohlhabender Gäste: „Sie bezahlen für etwas Unverwechselbares. Sie bezahlen nicht für Vanillejoghurt.“

Der Gassenhof in Ratschings bei Sterzing kündigt für den Sommer 2026 umfangreiche Neuerungen an. Geplant sind neue Suiten, zusätzliche Familienbereiche im Wellnessangebot sowie ein neues Restaurantkonzept.

Das ehemalige Hotel Schloss Spyker auf Rügen soll im Juni 2026 zwangsversteigert werden. Der angesetzte Verkehrswert für das frühere Hotelensemble liegt laut amtlicher Bekanntmachung bei 2,84 Millionen Euro.

Die Dormero Hotelgruppe übernimmt das Hotel Mader im oberösterreichischen Steyr mit 59 Zimmern. Das Unternehmen erweitert damit seine Präsenz auf dem österreichischen Markt auf insgesamt fünf Hotelstandorte und prüft bereits weitere Objekte.

BWH Hotels hat Gäste über einen monatelangen Zugriff auf Reservierungsdaten informiert. Laut einem Schreiben des Technologiechefs Bill Ryan waren personenbezogene Daten betroffen, Zahlungsinformationen jedoch nicht.

Laut einer Marktanalyse von Christie & Co erzielen privat geführte Hotels in Wien höhere Zimmerpreise als Markenhotels. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck im Wiener Hotelmarkt nach Angaben des Unternehmens weiter zu.

Das Wirtschaftsmagazin Forbes führt den Motel-One-Mitgründer Dieter Müller in seiner aktuellen Liste der Milliardäre. Nach Angaben des Magazins verfügt Müller über ein Vermögen von 1,3 Milliarden US-Dollar. In der weltweiten Rangliste wird er auf Platz 2994 geführt.

Der „Room Service Benchmark Report 2026“ von SuitePad basiert auf mehr als 200.000 digitalen Bestellungen aus über 500 Hotels. Laut Bericht gehört das Club Sandwich weltweit zu den meistbestellten Room-Service-Produkten.