Das US-Cybersicherheitsunternehmen ReliaQuestberichtet über eine laufende Angriffskampagne auf WLAN-Gateways in Hotels, Konferenzzentren und weiteren Einrichtungen mit öffentlichem Internetzugang. Ziel der Angriffe sei es, Microsoft-365-Konten von Geschäftsreisenden zu kompromittieren, ohne deren Endgeräte direkt anzugreifen oder Phishing-E-Mails zu versenden. Nach Angaben des Unternehmens dauere die beobachtete Aktivität mindestens seit Juni 2026 an.
ReliaQuest zufolge wurden kompromittierte WLAN-Gateways in mehreren Städten der USA sowie in Indien und Saudi-Arabien identifiziert. Betroffen seien vor allem Hotels und Unternehmen des Gastgewerbes. Zugriffe auf diese Netzwerke habe das Unternehmen von Organisationen aus unterschiedlichen Branchen beobachtet, darunter Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Energie, Einzelhandel sowie Rechts- und Unternehmensberatung.
Sicherheitsforscher beschreiben Umleitung von Datenverkehr über manipulierte Gateways
Nach Angaben von ReliaQuest verschaffen sich die Angreifer administrativen Zugriff auf öffentlich erreichbare WLAN-Gateways und verändern deren Konfiguration. Mithilfe von DNS-Poisoning würden Internetanfragen anschließend auf von den Angreifern kontrollierte Server umgeleitet. Dort kämen unter anderem Webseiten zum Einsatz, die Microsoft-Anmeldeseiten nachahmen und darauf ausgelegt seien, Zugangsdaten zu stehlen.
Das Unternehmen sieht nach eigenen Angaben Parallelen zur Vorgehensweise der Gruppe APT28, die auch unter den Bezeichnungen Fancy Bear und Forest Blizzard bekannt ist. Eine direkte Zuordnung der aktuellen Kampagne zu dieser Gruppe nehme ReliaQuest jedoch nicht vor. Die Einschätzung beruhe auf Übereinstimmungen bei Taktiken, Techniken und Vorgehensweisen, nicht auf einer unmittelbaren technischen Verbindung.














