USA: Hotelbuchungen zur Fußball-WM bleiben hinter Erwartungen zurück

| Hotellerie Hotellerie

Die Erwartungen der Hotelbranche in den Vereinigten Staaten an die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 werden bisher nicht erfüllt. Entgegen der Prognosen eines starken Anstiegs bei den internationalen Buchungen melden viele Betreiber in den gastgebenden Städten aktuell eine deutlich schwächere Nachfrage als geplant. Wie aus Berichten hervorgeht, sind die Ursachen für diese Entwicklung vielschichtig und gehen über die reine Preisgestaltung oder saisonale Effekte hinaus.

Unsicherheiten bei der Einreise

Zu den wesentlichen Faktoren für die Zurückhaltung internationaler Reisender zählen Hürden bei den Visabestimmungen sowie Unsicherheiten bei den Grenzkontrollen. Lange Wartezeiten für Visa, Kapazitätsengpässe an den Flughäfen sowie unklare Einreiseverfahren führen zu Reibungsverlusten, die potenzielle Gäste bereits vor der eigentlichen Buchung von Reisen in die Vereinigten Staaten abschrecken könnten. Zudem wird in den Berichten darauf verwiesen, dass die politische Rhetorik rund um die Einwanderungspolitik dazu beiträgt, dass sich internationale Besucher in den Austragungsorten möglicherweise nicht willkommen fühlen.

Gestiegene Reisekosten 

Neben den administrativen Hürden wirkt sich die Kostenentwicklung negativ auf die Konversion aus. Aufgrund gestiegener Flugpreise, hoher Treibstoffkosten und teilweise angekündigter Erhöhungen der Steuern in einzelnen Zielregionen gestaltet sich eine Reise zur Weltmeisterschaft für viele Fans als erheblich kostenintensiver. In der Konsequenz korreliert der Verkauf der Eintrittskarten nicht automatisch mit den Buchungszahlen in den Hotels. Viele Fans entscheiden sich trotz Interesse an den Spielen gegen längere Aufenthalte oder die Buchung hochpreisiger Hotelkategorien.

Strategische Fehler bei der Kapazitätsplanung

Ein weiterer Punkt, der die aktuelle Situation für Hoteliers verschärft, ist die Strategie bei der Inventarverwaltung. Durch den Weltfußballverband FIFA wurden im Vorfeld umfangreiche Hotelkontingente weit im Voraus reserviert. Dies erzeugte zunächst den Anschein einer hohen Nachfrage, bevor Teile dieser Kontingente später wieder in den freien Markt zurückgegeben wurden. Diese Verzerrungen der tatsächlichen Marktlage führten bei vielen Betreibern zu optimistischen Prognosen, die in den aktuellen Buchungszahlen bislang nicht zum Tragen kommen.

Operative Folgen für die Hotelbetriebe

Viele Unternehmen hatten aufgrund der ursprünglichen Prognosen bereits Anpassungen vorgenommen. Dies betrifft insbesondere die Personalplanung sowie Investitionen in Modernisierungsmaßnahmen, die speziell auf die Weltmeisterschaft ausgerichtet waren. Diese Ausgaben stehen nun unter dem Druck, dass die erhofften Umsätze ausbleiben.

Für die Branche ergibt sich daraus die Erkenntnis, dass die bloße Ausrichtung einer Großveranstaltung keine Garantie für eine entsprechende Auslastung darstellt. Vielmehr sind die einfache Erreichbarkeit eines Reiseziels, das Vertrauen der Reisenden sowie die Wahrnehmung des Standortes entscheidende Bestandteile einer erfolgreichen Ertragsstrategie. Angesichts der aktuellen Erfahrungen besteht die Einschätzung, dass auch künftige Großereignisse wie die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sein könnten, sofern die genannten Hindernisse bei der Einreise und die Wahrnehmung als Reiseziel bestehen bleiben.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Hotelverband Deutschland hat die Finalisten seiner diesjährigen Branchenawards benannt. Die ausgewählten Start-ups und Preferred Partner präsentieren ihre Konzepte im Juni am Nürburgring.

Die Motel One Group hat ihr erstes Hotel der Marke The Cloud One Hotels in Portugal eröffnet. Das neue Haus befindet sich in Lissabon und umfasst 88 Zimmer, darunter Suiten sowie Zimmer mit privater Terrasse. Mit Bildergalerie.

CIC Hospitality aus Norwegen übernimmt den Betrieb des Flightgate Munich Airport Hotel in Hallbergmoos bei München. Das Haus mit 212 Zimmern wird künftig unter der Marke Radisson Individuals geführt.

Das frühere Wyndham Grand Salzburg tritt künftig unter der Marke Radisson Blu auf. Das Haus verfügt über 262 Zimmer und 1.785 Quadratmeter Veranstaltungsfläche und positioniert sich verstärkt im Tagungs- und Geschäftsreisemarkt.

Die DSR Hotel Holding eröffnet am 6. Juli 2026 das neue Henri Hotel Garmisch-Partenkirchen mit 69 Zimmern im ehemaligen Reindl's Partenkirchner Hof. Das neue Haus ist ab sofort buchbar und erweitert das Alpen-Portfolio des Unternehmens.

Das Hotel Gut Ising am Chiemsee investiert in den Bau von zwei neuen Wohngebäuden für seine Angestellten. Bis Oktober entstehen insgesamt 37 Einheiten mit 60 Betten sowie verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen für Auszubildende und Fachkräfte.

Das Webers Hotel im Essener Ruhrturm wird künftig von Signo Hospitality betrieben und schließt sich der Accor-Gruppe an. Ab Ende 2026 sind umfassende Renovierungsarbeiten und ein Markenwechsel des Hauses mit 137 Zimmern geplant.

Eine Studie von HotellerieSuisse zeigt den anhaltend hohen Einfluss von Buchungsplattformen auf die Preisgestaltung in der Schweizer Hotellerie. Hotels berichten zunehmend über Preisunterbietungen und eingeschränkte Kontrolle im digitalen Vertrieb.

Das „Hotel am Sophienpark“ in Baden-Baden soll nach einer umfassenden Modernisierung im Frühjahr 2027 unter dem Namen „The Floris“ weitergeführt werden. Das traditionsreiche Gebäude an der Sophienstraße 14 werde derzeit revitalisiert und als Vier-Sterne-Superior-Hotel neu positioniert.

Das Hotel du Cap-Eden-Roc erweitert sein Angebot 2026 um die Yacht Millesime. Die 37 Meter lange Yacht soll exklusiv Hotelgästen für Fahrten entlang der Mittelmeerküste zur Verfügung stehen.