Verbraucherschützer stellen Downing Street 10 als Ferienwohnung bei Booking.com ein

| Hotellerie Hotellerie

Die britische Verbraucherorganisation Which? hat den Amtssitz des britischen Premierministers in der Downing Street 10 in London testweise als Ferienwohnung bei Booking.com eingestellt. Wie die BBC berichtet, konnte das von den Verbraucherschützern angelegte Angebot auf der Plattform veröffentlicht werden. Im weiteren Verlauf des Tests waren nach Angaben von Which? unter anderem eine Testbuchung, eine Bewertung sowie der Versand eines externen Links über das Nachrichtensystem möglich.

Das Fake-Inserat wurde nach Angaben von Which? am 18. Juni 2026 erstellt. Wie die BBC berichtet, war es mit „1 bedroom apartment in the heart of London“ überschrieben, zeigte die bekannte schwarze Eingangstür und führte ausdrücklich 10 Downing Street als Adresse auf.

Which? erklärt in seinem Bericht über den eigenen Test, das Inserat sei ohne vorherige Identitätsprüfung freigeschaltet worden. Nach den für diesen Fall geltenden Regeln von Booking.com habe der verantwortliche Redakteur erst drei Monate nach der Freischaltung einen Identitätsnachweis vorlegen müssen.

Innerhalb von 20 Minuten gehen 14 Buchungsanfragen ein

Für rund 20 Minuten öffneten die Verbraucherschützer das Angebot für Buchungsanfragen. In diesem Zeitraum hätten 14 Personen nach der Verfügbarkeit gefragt, berichtet die BBC. Which? habe nach eigenen Angaben dafür gesorgt, dass niemand ohne vorherige Zustimmung tatsächlich buchen konnte. Angenommen worden sei ausschließlich die Anfrage eines am Test beteiligten Mitarbeiters.

Nach Angaben von Which? konnte anschließend für einen einwöchigen Aufenthalt in der Downing Street 10 bezahlt werden. Die Verbraucherorganisation erklärt, Booking.com habe den Aufenthalt am 31. August storniert und eine Nachricht über eine Rückerstattung verschickt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sei für Which? nicht ersichtlich gewesen, ob der vollständige Betrag zurückgezahlt werde oder Booking.com eine Gebühr beziehungsweise Provision einbehalte.

Tester verschicken externen Link über das Nachrichtensystem von Booking.com

Ein weiterer Teil des Tests betraf das Nachrichtensystem. Die BBC berichtet, Which? habe dem am Test beteiligten Buchenden über Booking.com einen externen Link geschickt, über den dieser zur Bestätigung seiner Zahlungsdaten aufgefordert worden sei. Nach Angaben der Verbraucherorganisation sei der Link nicht blockiert worden.

Which? erklärt dazu, Booking.com habe der Organisation mitgeteilt, Internetadressen im Nachrichtensystem blockieren zu können, wenn ein Betrugsverdacht bestehe. In diesem konkreten Test sei der verschickte Link nach Darstellung der Verbraucherorganisation nicht blockiert worden.

Booking.com verwies gegenüber der BBC darauf, dass Kunden sichtbar davor gewarnt würden, Links anzuklicken, denen sie nicht vertrauten. Buchungsbestätigungen enthielten zudem weitere Hinweise, darunter Informationen zum vereinbarten Zahlungsablauf.

Gefälschte Bewertung erscheint nach angekündigter Prüfung auf der Plattform

Im weiteren Verlauf verfassten die Tester eine gefälschte Bewertung für den angeblichen Aufenthalt. Wie die BBC berichtet, erwähnten sie darin ausdrücklich, dass es sich bei der Unterkunft um das Haus des britischen Premierministers handele. Als positiver Aspekt wurde „Hanging out with Larry the Cat“ genannt.

Nach Angaben von Which? hatte Booking.com angekündigt, die Bewertung vor der Veröffentlichung durch sein Moderationsteam prüfen zu lassen. Die Bewertung sei anschließend innerhalb weniger Minuten veröffentlicht worden. Die Tester vergaben zehn von zehn Punkten; die Unterkunft wurde daraufhin auf Booking.com als „exceptional“ angezeigt. Booking.com habe das für den Test verwendete Konto am 27. August 2026 gelöscht.

Booking.com verweist auf Kontrollen und Maßnahmen gegen betrügerische Angebote

Booking.com erklärte gegenüber der BBC, der begrenzte Test sei nicht repräsentativ für die Erfahrungen mit Millionen von Inseraten und Bewertungen auf der Plattform. Das von Which? angelegte Inserat sei während des rund zweimonatigen Zeitraums nicht dauerhaft live gewesen. Weil es nur kurz für Buchungen geöffnet worden sei, seien einige automatische Betrugskontrollen nicht ausgelöst worden, die das geschlossene Inserat vollständig entfernt hätten.

Das Unternehmen verwies gegenüber der BBC außerdem auf verschiedene Prüf- und Verifizierungsmaßnahmen. Technologien wie KI würden dazu beitragen, die Mehrheit betrügerischer Inserate innerhalb von 24 Stunden zu erkennen und zu entfernen.

Gegenüber Which? nannte Booking.com darüber hinaus unter anderem „advanced machine learning models“, Betrugserkennung und Maßnahmen zur Sicherung der Plattform. Das Unternehmen erklärte zudem, Kunden sollten Zahlungen ausschließlich über zugelassene Kanäle vornehmen und nicht auf Aufforderungen zu externen Zahlungen eingehen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Rund 2,5 Millionen Gäste und 6,3 Millionen Übernachtungen hat Brandenburg im ersten Halbjahr 2026 registriert. Landesweit gingen die Zahlen leicht zurück, während einzelne Reiseregionen und Städte Zuwächse verzeichneten.

Das Althoff Seehotel Überfahrt hat seinen Wellnessbereich neugestaltet und den "4 elements spa by Althoff" in Betrieb genommen. Seit Anfang August empfängt die Einrichtung Gäste mit einer neuen Raumgestaltung und erweiterten Angeboten.

Wyndham Hotels & Resorts hat das erste Hotel seiner Kernmarke in Frankfurt am Main eröffnet und erweitert damit das Angebot im gehobenen Segment um 146 Zimmer. Im Zuge des Rebrandings zu Wyndham wird nun umfassend renoviert.

Aus dem traditionsreichen Hotel Schwanen in Freudenstadt ist ein neues Hospitality-Angebot geworden. Heute teilen sich das Moe by Limehome mit 21 Zimmern und Suiten und das Restaurant Wilma Wunder die Adresse. Hinter dem Umbau steht Investor Orhan Tiryaki

Die Lopesan-Gruppe erhält von der Regierung der Kanarischen Inseln 300 Millionen Euro Entschädigung. Die Hotelgruppe ist auch in Deutschland vertreten und führt hier über IFA by Lopesan Hotels vier Häuser.

IHG Hotels & Resorts übernimmt in Kooperation mit GCP Hospitality ein Portfolio von 14 Hotels in Kyoto. Diese sollen innerhalb der kommenden zwölf Monate schrittweise unter den Marken Garner und Holiday Inn Express neu positioniert werden.

Der erhoffte Aufwärtstrend im Thüringer Tourismus ist in der ersten Jahreshälfte ausgeblieben. Ferienheime, aber auch Campingplätze und Jugendherbergen verbuchten weniger Übernachtungen.

Quality Reservations veranstaltet am 22. Oktober 2026 in Frankfurt den fünften QR Redebedarf. Unter dem Titel „Sag Hallo zu neuen Märkten“ soll es um internationale Herkunftsmärkte, veränderte Gästesegmente und die daraus resultierenden Anforderungen an den Hotelvertrieb gehen. Rund 150 Hoteliers werden erwartet.

Pressemitteilung

Was mit einer Idee von Branchenexperten während eines Ski-Wochenendes im Südtiroler Ganischgerhof begann, feiert jetzt Premiere: „Zukunft Gebucht“, der neue wegweisende Vidcast/Podcast, startet mit seiner ersten Staffel. Das Konzept bricht radikal mit klassischen Mustern und bringt die akuten Fragen einer ganzen Branche ungefiltert auf den Tisch.

Der gemeinnützige Verein a&o educare unterstützt finanziell benachteiligte Familien bei den Kosten für Klassenfahrten. Über das spendenbasierte Hilfsprojekt „Alle kommen mit“ sollen Kinder unabhängig von staatlichen Fördermitteln an Schulfahrten teilnehmen können.