Verdacht auf weitere Impfaktion für italienische Hotel-Mitarbeiter

| Hotellerie Hotellerie

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Impfungen von italienischen Hotel-Mitarbeitern am Münchner Flughafen ausgeweitet. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg soll es eine zweite Impfaktion gegeben haben. Dabei sollen weitere Beschäftigte eines Hotels aus Italien eine Spritze gegen das Coronavirus erhalten haben, wie Oberstaatsanwalt Matthias Held am Freitag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Dadurch gibt es nun auch eine Spur nach Nordrhein-Westfalen. In Köln wurden nach seinen Angaben am Donnerstag eine Arztpraxis und eine Apotheke durchsucht. Der Kölner Mediziner soll ebenfalls am Münchner Flughafen geimpft haben, berichtete Held. Deswegen werde auch gegen ihn ermittelt. Zunächst hatte die «Kölnische Rundschau» über die Razzia in Köln berichtet.

Bislang war bekannt, dass am 21. Mai rund 120 Mitarbeiter des italienischen Urlaubs-Ressorts Forte Village nach München gereist waren, um dort geimpft zu werden. Nach einem kurzen Aufenthalt flogen die Hotel-Beschäftigten zurück auf die Insel Sardinien. Der Fall hatte in Italien und Deutschland für Schlagzeilen gesorgt.

Die zweite Impfaktion soll eine Woche später ebenfalls am Münchner Flughafen stattgefunden haben. Es soll sich erneut um Hotel-Mitarbeiter aus Italien gehandelt haben. In diesem Fall war das betroffene Hotel allerdings nicht auf Sardinien. Unklar ist, wie viele Beschäftigte am 28. Mai eine Impfspritze erhielten. Es gebe den Verdacht, dass Ärzte an beiden Terminen geimpft haben, erklärte Held.

Bereits Mitte Juni hatte die Generalstaatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Unterschlagung von Impfstoff, der Bestechung und der Bestechlichkeit im Gesundheitswesen an mehreren Orten in München durchsucht. Gegen mehrere Ärzte und weitere Beschuldigte wird ermittelt. Details zu den Ergebnissen der Untersuchung könnten noch nicht genannt werden, sagte der Oberstaatsanwalt.

Das Unternehmen Forte Village hatte erklärt, dass kein Impfstoff aus dem «staatlichen deutschen Bestand» bei der Gruppenimpfung verwendet worden sei. Die Ermittler hingegen gehen davon aus, dass es sich um von der Bundesrepublik eingekauften Impfstoff gehandelt hat und die Hotel-Bediensteten aus Italien nicht in Deutschland impfberechtigt waren.

Untersucht wird der Fall von der Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen. Die bei der Nürnberger Generalstaatsanwaltschaft eingerichtete Fachstelle ist für ganz Bayern zuständig.

Sowohl das Bundesgesundheitsministerium als auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatten Aufklärung über die Impfungen der Italiener verlangt. «Wir wollen keinen Impftourismus nach Deutschland», hatte Söder gesagt. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Platzl Hotels München setzen in vier ihrer Küchen ein neues KI-gestütztes System zur Messung von Speiseabfällen ein. Ziel des Projekts ist eine Reduzierung der Abfallmengen um bis zu dreißig Prozent innerhalb eines Jahres.

Premier Inn erweitert sein Portfolio in Göttingen und übernimmt eine Hotelimmobilie von der Real I.S. Die Übergabe an den neuen Betreiber erfolgte bereits zum 1. Mai, nun fand die offizielle Eröffnung des Hotels mit 144 Zimmern statt.

Das aktuelle Tourismusbarometer verdeutlicht die Diskrepanz zwischen stabiler Auslastung und sinkenden Gewinnen im österreichischen Tourismus. Hohe Kosten und verändertes Gästeverhalten zwingen die Betriebe zu weitreichenden betrieblichen Anpassungen.

Das ibis Paderborn wird aktuell in drei Phasen grundlegend modernisiert. Der Betreiber Event Hotels hat nach Abschluss der ersten Arbeiten die ersten 30 neugestalteten Zimmer für Gäste freigegeben.

Ringhotels und CPH Hotels vereinbaren eine Zusammenarbeit ab Juli 2026. Das Münchner Servicebüro von Ringhotels übernimmt künftig die operative Betreuung der CPH-Mitgliedsbetriebe.

Die Lieblingsplatz Hotels erweitern ihr Partnermodell um die Schwarzwald-Gruppe stuub Hotels & Ferienwohnungen. Die Kooperation umfasst mehrere Standorte im Schwarzwald und soll zentrale Vertriebs- und Digitalstrukturen bündeln.

People Inc. will MGM Resorts für mehr als 18 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der Verwaltungsrat des Casino- und Hotelkonzerns prüft derzeit das Angebot des Medienunternehmens von Barry Diller.

Die Moselstern-Gruppe übernimmt zum 1. Juni 2026 den Betrieb des Boutique Hotels Moselgarten in Bullay. Das teilte Insolvenzverwalter Ingo Grünewald mit. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sei zudem ein regionales Investorenteam gefunden worden, das die Immobilie am Moselufer erworben habe.

Mitten im Indischen Ozean liegt die Leitung des Le Méridien Maldives Resort & Spa seit über drei Jahren in den Händen eines gebürtigen Kölners: General Manager Thomas Schult berichtet über seine Führungsphilosophie und ein neues Luxusverständnis zwischen Exklusivität und Nachhaltigkeit.

Die DSR Hotel Holding übernimmt zum 1. September 2026 das Hotel Caro & Selig am Tegernsee. Das Haus wird künftig unter der Marke A-Rosa betrieben.