Voodoopuppen und Riesenhunde: Hotels mit einer besonderen Geschichte

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Einchecken, Koffer ins Zimmer und ab an den Strand? Nicht in diesen Hotels. Denn ob in den Gemächern von Rafael Nadal, im Bauch eines Krokodils oder im Zimmer mit einer verwunschenen Voodoopuppe – diese Hotelgeschichten sind zu aufregend, um sich sofort ins kühle Nass zu stürzen.

Gruselstimmung bei Robert the Doll

1904 bekam der kleine Robert Gene Otto auf Key West von einem bahamaischen Dienstmädchen im Haus seiner Eltern eine große Stoffpuppe geschenkt. Das Dienstmädchen war der Sage nach eine begnadete Voodoozauberin und hatte die Puppe verhext. Robert schloss die Puppe in sein Herz, richtete ihr sogar ein eigenes Zimmer mit Spielzeug auf dem Dachboden ein und benannte sie nach sich selbst, Robert. Als der Junge älter wurde, machte er die Puppe für all seine Vergehen und Fehltritte verantwortlich und wurde außerdem von ihr bedroht. Passanten berichteten, dass die Puppe sich selbständig von einer Seite des Fensters zur anderen bewegte, andere sahen, wie sie flink durch den Raum huschte, Grimassen schnitt und kicherte. Heute ist das ehemalige Zuhause von Robert the Doll als Artist House bekannt, ein charmantes Bed & Breakfast im viktorianischen Stil. Gäste können auch in dem Zimmer übernachten, in dem der kleine Junge mit seiner Puppe spielte und malte. Robert the Doll selbst ist im East Martello Museum mit seinem Stofftier ausgestellt.  

Vom Ritz zur Ruine

Geboren als große Idee, gewachsen Richtung Zenit, geendet als Zerstörung: Vor knapp 93 Jahren trat John Ringling an, um das wohl eleganteste Luxushotel der Zeit unter der Marke Ritz-Carlton in Sarasota aufzubauen. Doch die Große Depression machte es dem Erdboden gleich – zumindest fast! John Ringling, Zirkusikone und prägende Figur von Sarasota County, kam 1917 zusammen mit seiner Frau Mable in die Region. Das Ehepaar verliebte sich sofort in die natürliche Schönheit des Countys. Um so viele Menschen wie nur möglich auf das versteckte Paradies aufmerksam zu machen, stieg John ins Hotelgeschäft ein und startete im März 1926 mit dem Bau eines luxuriösen Hotels an der Südspitze von Longboat Key. Aber bereits im November desselben Jahres verhinderte die Große Depression die Arbeit daran, bis es schließlich 1964 komplett zerstört wurde. Doch es gibt noch heute einen Rest vom Ritz: 2.400 der originalen Backsteine liegen nach wie vor auf Longboat Key, im Innenhof des dort stehenden Ritz-Carlton und umgeben von einem Rosengarten – der Lieblingsblume von Johns Frau Mable Ringling.

Bei Nadal nächtigen

Im Monte-Carlo Bay Hotel & Resort eröffnete im April 2018 die 92 Quadratmeter große „Rafael Nadal Suite“ mit Blick aufs Mittelmeer. Die Einweihung der Suite übernahmen Seine Durchlaucht Fürst Albert II gemeinsam mit der Tennislegende Rafael Nadal höchstpersönlich. Die luxuriöse Unterkunft wartet mit diversen Kultobjekten auf, die die Karriere des spanischen Ausnahmespielers begleitet haben, darunter Schläger, T-Shirt, Tennisschuhe und Fotos seiner zehn Siege bei den Rolex Monte-Carlo Tennis Masters in Monaco. Der Champion nächtigt regelmäßig selbst in der Suite, die ihm nun gewidmet wurde.

Ins Bett mit Bike, Bacchus und Bällen

Mit drei außergewöhnlichen Themensuiten lockt der Robinson Club Cala Serena an der Südküste Mallorcas nicht nur kleine Gäste. Wie wäre es mit einem Match am Kicker-Tisch, während im Hintergrund das Fußballspiel auf dem Flachbildfernseher ausgetragen wird? Die Innenausstattung der Sportslover-Suite lässt Sportlerherzen höherschlagen, so werden beispielsweise Lampen in Form von Basketballkörben schick in Szene gesetzt, während Gäste sich am Boxsack so richtig auspowern. Und sogar eine Spielkonsole wartet darauf, von Zocker-Freunden in Beschlag genommen zu werden – amüsanten Daddelstunden steht somit nichts mehr im Wege. Auf ein Gläschen Wein nach dem Workout? Im eigenen kleinen Weinkühlschrank der The Great Bacchus Suite steht der edle Tropfen bereit. Stühle und Nachttischlampen in Form von Weinkorken, ein großes Wandbild ähnlich einem Fresko und Weinfässer über dem Bett versprechen einen edlen Aufenthalt. Und auch die Hartgesottenen dürfen träumen: In der Bikerstation warten Stilelemente eines American Diner auf alle Harley-Davidson-Fans – für die kleine Nachtmusik sorgt die Jukebox. Aber wer möchte bei dem Ambiente schon schlafen? 

Übernachten im weltgrößten Beagle

Im Dog Bark Park Inn B&B inmitten der Idylle von Idaho dreht sich alles um den Hund: Von außen geformt wie ein Beagle, können Gäste unter anderem ein Zimmer im Hundekopf beziehen, wo dekorative Holzbeagels die Wände zieren und Kekse in Hundeform auf dem Kopfkissen warten. Das Besitzerehepaar legt Wert auf Digital Detox für die Gäste, weswegen es keine Unterhaltungselektronik gibt. Stattdessen werden gemeinsam Gesellschaftsspiele gespielt oder in der Bibliothek gestöbert. Rundherum locken Touren in der Natur, zum Beispiel Bootsfahrten, Reitausflüge oder auch kulturelle Führungen auf den Spuren der Nez-Perce-Indianer.

Schlafen im Bauch eines Krokodils

Das Mercure Kakadu Crocodile Hotel in Jabiru im australischen Northern Territory inmitten des berühmten UNESCO-Welterbe Kakadu-Nationalpark ist in Krokodilform angelegt: Die Gäste betreten es durch das Maul des Tieres, wo sich die Lobby befindet. Die 110 Zimmer des Vier-Sterne-Hotels befinden sich im Bauch des Krokodils, das „Herz“ ist ein großer Swimmingpool. Überall im Hotel treffen Reisende auf Gegenstände, die typisch für das Northern Territory und den Nationalpark sind: ausgestopfte „Salties“ (Salzwasserkrokodile), Kunst von Aborigines sowie Didgeridoos. 

Von allen guten Geistern verlassen – bis auf einen!

Ein Gast für die Ewigkeit? Das Grove Park Inn in Asheville, North Carolina, zählte schon bald nach seiner Eröffnung 1913 zu den beliebtesten Hotels des Landes. George Gershwin, Harry Houdini, F. Scott Fitzgerald und sogar Ex-US-Präsident Barack Obama haben hier bereits ein Zimmer bezogen. Mit Restaurants und Spa lässt es sich hier recht gut aushalten – und das findet vor allem ein ganz besonderer Gast, der niemals ausgezogen ist. Die Pink Lady, ihres Zeichens Hausgeist des Grove Park Inn, geistert seit beinahe 100 Jahren durch die ehrwürdigen Hallen.

Der Legende nach ist sie der Geist einer jungen Frau, die in den 1920ern von einem Balkon aus dem fünften Stock in den Tod fiel. Gesehen wurde sie bereits von mehreren Gästen in der Gestalt eines pinken Dunstschleiers, manchmal sogar als Erscheinung einer jungen Frau in pinkem Ballkleid. Über die Verstorbene ranken sich zahlreiche Geschichten – vom Unfall bis zum Selbstmord. Doch was auch immer geschah: Die Pink Lady gilt als guter, freundlicher Geist, wurde sie doch schon an Betten von erkrankten Kindern gesehen, wie sie sanft auf die Kleinen einredete und ihre Köpfe streichelte. Und für die Mitarbeiter des Hotels zählt sie längst zur Familie.

Bitte kein Meerblick!

Als die ersten Gäste nach einer zumeist fünftägigen Anreise über den Ozean das The Royal Hawaiian in Waikīkī auf der hawaiianischen Insel O‘ahu im Februar 1927 besuchten, wurde bevorzugt die Zimmerkategorie „Garden View“ angefragt. Denn der Blick gen „Coconut Grove“ entschädigte für die nicht endende Aussicht vom Boot auf das Meer. Der sogenannte „Pink Palace of the Pacific“, dessen pinke Fassade namensgebend ist, wurde als zweites Luxushotel am Waikīkī Beach eröffnet. Wo Ende des 18. Jahrhunderts noch King Kamehameha die pazifischen Wellen ritt und Queen Ka‘ahumanus Sommerpalast stand, verbrachten nun wohlhabende Gäste aus aller Welt ihren Urlaub. Der exotische Garten beheimatete einst zehntausend Palmen – auch heute noch ist er ein Tropenparadies und das Herz des Resorts. Sowohl die historischen als auch die selbstgeführten Botaniktouren führen durch den Garten, in dem auch Malkurse stattfinden. Erst 1969 wurde das Luxushotel um den Mailani Tower, dessen Zimmer mit Ausnahme einer Kategorie alle auf das Meer gucken, ergänzt.


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