Wellness-Trends 2025 - Von Social Sauna bis Workation – die neuen Gästeansprüche im Hotel

| Hotellerie Hotellerie

Wellness-Hoteliers stehen vor spannenden Herausforderungen: Gäste erwarten heute mehr als eine klassische „Wellness-Auszeit“. Insbesondere die jüngere Generation sucht in Wellnesshotels nicht nur Erholung, sondern erwartet ganzheitliche Konzepte für Körper und Geist. Wellness-Hotels als Energie-Tankstellen: Re-Charge, Re-Think, Be Active – unter diesem Motto verändern sich die Bedürfnisse und Ansprüche an moderne Wellness-Angebote. Neben individuellen Gesundheitskonzepten rückt insbesondere die soziale Komponente stärker in den Fokus. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Wellness-Hotels & Resorts an der über 3.300 Gäste und 78 Wellness-Hoteliers teilgenommen haben.

Mehr als heiße Luft: Social Sauna als neuer Wellness-Trend

Sauna ist weit mehr als gesundes Schwitzen - es wird wieder zum sozialen Erlebnis. Gäste wünschen sich Sauna-Events mit Musik, geführten Ritualen und geselligen Elementen. Rund die Hälfte der Befragten gaben an, dass sie solche Angebote in einem Wellnesshotel besonders ansprechend finden. Damit kehrt der Sauna-Besuch zu seinen Wurzeln zurück – einst ein Ort der Begegnung, erlebt sie jetzt als soziales Ritual ein modernes Revival.

„Wir sehen einen klaren Trend zur kommunikativen Entspannung“, sagt Roland Fricke, Experte für Wellness-Reisen. „Gäste suchen den Austausch mit anderen, ein bewusstes Gemeinschaftserlebnis.“

Für Hoteliers ergibt sich daraus eine spannende Chance: Social Sauna kann das Spa-Erlebnis interaktiver und attraktiver gestalten. Obwohl immer mehr Gäste gesellige Sauna-Erlebnisse wünschen, ist bisher weniger als die Hälfte der Wellnesshotels darauf eingestellt. Das zeigt: Hier steckt noch viel ungenutztes Potenzial, denn gerade junge Menschen suchen verstärkt nach gesunden Formen des Zusammenkommens – Orte, an denen sie sich entspannen, austauschen und bewusst Zeit miteinander verbringen können. Social Sauna trifft genau diesen Nerv und verbindet Wohlbefinden mit Gemeinschaftserlebnis. 

Wellness-Hotels als Gesundheitsberater: Orientierung im Info-Dschungel

Health-Konzepte stehen im Fokus – in klassischen und sozialen Medien gibt es unzählige Tipps, Trends und Studien. Die Vielzahl an Informationen kann jedoch auch herausfordernd sein: 15 Prozent der Befragten fühlen sich überfordert, und mehr als ein Drittel findet es schwierig, einen gesunden Lebensstil tatsächlich umzusetzen.

Diese Unsicherheit bietet Wellnesshoteliers eine große Chance: Durch gezielte Programme, individuelles Coaching und ganzheitliche Konzepte können sie ihren Gästen nicht nur Orientierung bieten, sondern Gesundheit – auch im Alltag – erlebbar machen.

„Wellnesshoteliers, die Gesundheitswissen in konkrete, alltagstaugliche Erlebnisse übersetzen, schaffen echten Mehrwert und werden zur ersten Anlaufstelle für nachhaltige Erholung“, sagt Michael Altewischer, Geschäftsführer von Wellness-Hotels & Resorts.

Gäste erwarten dabei mehr als klassische Spa-Angebote: Mehr als die Hälfte legt Wert auf ein ganzheitliches Konzept, das Ernährung, Bewegung, Regeneration und mentale Gesundheit vereint. Mehr als ein Drittel wünscht sich zudem individuelle Programme und persönliche Coachings durch Experten. „Wer diesen Erwartungen gerecht wird, positioniert sich als glaubwürdiger Partner für einen ganzheitlich orientierten Lebensstil“, so Altewischer weiter.

Wellnessurlaub trifft Work – Junge Menschen würden für Workation ihren Job wechseln

Workation (work and vacation) liegt im Trend. Besonders bei der jungen Generation ist die Kombination aus Urlaub und Arbeiten beliebt. Über zwei Drittel der bis 39-Jährigen würden sogar ihren Job wechseln, wenn sie einmal im Jahr vier Wochen aus einem Wellnesshotel arbeiten könnten. Aber auch über alle Altersgruppen hinweg ist das Interesse hoch: Mehr als ein Drittel der Gäste sieht Workation als so attraktiv, dass sie dafür eine berufliche Veränderung in Betracht ziehen würden.

Doch wie sieht es bei den Hoteliers aus? Obwohl die Nachfrage steigt, sind bislang nur 5 Prozent der Wellnesshotels aktiv auf Workation vorbereitet. 16 Prozent der Hoteliers haben das Potenzial erkannt und können sich vorstellen, Workation in Zukunft anzubieten.

„Workation ist eine große Chance für Wellnesshotels, neue Gäste anzusprechen. Wer in schnelles Internet, moderne Arbeitsbereiche und Shared Offices investiert, kann sich deutlich vom Wettbewerb abheben“, so Roland Fricke.

Wellnesshotels im Aufschwung: Investitionen und neue Chancen

Die Nachfrage nach Wellnessleistungen entwickelt sich weiterhin positiv: Wie schon in den letzten zehn Jahren verzeichnete die Mehrheit der Hotels auch 2024 einen Anstieg. Für 2025 erwartet knapp die Hälfte der Hoteliers eine weitere Zunahme.

Auch Investitionen stehen – genau wie in den letzten - Jahren hoch im Kurs. Im Jahr 2024 haben fast 80 Prozent der Hoteliers in verschiedene Bereiche investiert. Besonders im Fokus standen die Modernisierung der Zimmer, die Weiterentwicklung der Wellnessbereiche sowie technische Anlagen und Digitalisierung.

Ein Blick auf die Gästestruktur zeigt, dass Paare die häufigste Zielgruppe von Wellnesshotels sind, gefolgt von Frauengruppen und Alleinreisenden. Die Altersverteilung macht deutlich, dass insbesondere die Generation der 50- bis 69-Jährigen den größten Anteil ausmacht. Jüngere Gäste bis 39 Jahre sind dagegen bislang unterrepräsentiert – ein Potenzial, das durch Angebote wie Workation, Social Sauna und gemeinsame Outdoor-Aktivitäten wie Rucking, Stand-Up-Paddling, Trailrunning oder Eisbaden zukünftig besser ausgeschöpft werden könnte.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Strategische Erweiterung in der Rhön: Die Ritter von Kempski Group übernimmt die renommierte Fachklinik Dr. von Weckbecker. Mit Millioneninvestitionen und einem Fokus auf präventive Medizin soll der Standort Bad Brückenau zukunftssicher aufgestellt werden.

Das Hilton Berlin am Gendarmenmarkt schließt einen weiteren Abschnitt seiner Modernisierung ab. Das Haus eröffnet in seiner markanten Glaskuppel die „Beletage“ sowie eine neu gestaltete Executive Lounge. 

Urlaub an der Nordseeküste, auf den Ostfriesischen Inseln und in der Lüneburger Heide: Die Zahl der Gäste und Übernachtungen übertrifft erstmals das Vor-Corona-Niveau.

Die Schweizer Beherbergungsbranche erreicht 2025 mit fast 44 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord. Während Stadthotels und Fernmärkte wie China und die USA das Wachstum treiben, belasten steigende Kosten und sinkende Margen die Betriebe.

Das Bio Berghotel Ifenblick im Allgäuer Bergdorf Balderschwang hat nach umfangreichen Umbaumaßnahmen neu eröffnet. Zentraler Bestandteil ist das neu geschaffene Panorama-Spa mit Outdoor-Infinity-Pool und Hallenbad.

Das Conrad Hamburg erweitert sein Angebot im Levantehaus um ein 1.000 Quadratmeter großes Spa. Neben dem größten Hotelpool der Stadt setzt das Haus auf ein neuartiges Longevity-Konzept mit medizinisch orientierten Anwendungen.

Das Grand Hotel Central in Barcelona hat sein Wellness-Angebot erweitert. Auf der hoteleigenen Dachterrasse „La Terraza del Central“ wurde eine Panorama-Sauna in Betrieb genommen, die Gästen einen direkten Blick über die Stadt ermöglicht.

Limehome baut sein Angebot in München massiv aus. Durch die Übernahme des Hotel Miano in Pasing und einen geplanten Neubau nahe dem Hauptbahnhof kommen 174 neue Einheiten zum Portfolio hinzu. Der Fokus liegt dabei auf der digitalen Transformation bestehender Hotelstrukturen.

Die Region Hannover bleibt das Schlusslicht bei der deutschen Hotelzimmerauslastung. Während andere Großstädte deutlich höhere Werte erzielen, streitet die Branche in Hannover über die Verwendung der Beherbergungssteuer und fordert eine effektivere Vertriebsstrategie für den Tourismusstandort.

Hamburg festigt seine Rolle als Tourismusmagnet: Mit 16,5 Millionen Übernachtungen und der bundesweit höchsten Hotelauslastung blickt die Hansestadt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Für 2026 versprechen große Jubiläen, neue Musical-Premieren und Museumsprojekte weiteres Wachstum.