Zuwachs im Osten: IHG setzt auf Asien und Nahost

| Hotellerie Hotellerie

Der Vorstandsvorsitzende der IHG Hotels & Resorts, Elie Maalouf, sieht das größte Wachstumspotenzial für die Hotelbranche aktuell in östlichen Märkten. Dies erklärte er während des Skift Global Forum in New York. Während Nordamerika und Europa nach wie vor wichtige Standorte sind, verlagert sich die dynamischste Entwicklung laut Maalouf zunehmend in Richtung Osten, speziell in den Nahen Osten, Südostasien und China.

Wachstumsfaktoren im Osten

Maalouf betonte, dass diese Regionen ein enormes Potenzial bergen, da sie eine schnell wachsende Bevölkerung von rund drei Milliarden Menschen sowie eine zunehmend wohlhabende Mittelschicht aufweisen. Hinzu kommen massive Infrastrukturinvestitionen, die den Reisetourismus ankurbeln.

Besonders hob er Japan als Schlüsselmarkt hervor. Obwohl das Land eine hochentwickelte Wirtschaft und Gesellschaft hat, dominierten bisher unabhängige und nationale Hotelbetriebe den Markt. Maalouf sieht hier einen Wandel hin zu einer stärkeren Präsenz internationaler Marken.

Japan im Fokus

Im Jahr 2024 verzeichnete Japan mit 36,9 Millionen internationalen Besuchern einen Rekord. Dies übertraf das Vor-Pandemie-Niveau von 2019 und entsprach einem Anstieg von 47 Prozent gegenüber 2023. Maalouf erwartet, dass diese Zahl auf 60 Millionen ansteigen wird. Um diesem Wachstum gerecht zu werden, sei eine Transformation der Hotellandschaft notwendig, die bisher nur zu etwa fünf Prozent aus internationalen Marken bestehe.

„Die [Hotels] sind entweder unabhängige oder nationale Marken, was in Ordnung ist, aber sie sind nicht gut genug für all diese internationalen Reisenden, die kommen“, so Maalouf.

Ein Vorteil für IHG ist die langjährige Präsenz des Unternehmens in China, wo es derzeit rund 800 Hotels betreibt. Die Erfahrung auf dem chinesischen Markt sei von großem Wert, da viele internationale Reisende aus China, Korea, Vietnam und dem Nahen Osten kommen und bereits mit den Marken von IHG vertraut sind. In Japan hat IHG bereits mehr als 50 Hotels und plant, diese Zahl in den nächsten zwei Jahren zu verdoppeln.

Expansion in Indien und weltweit

Eine ähnliche, wenn auch langsamere Entwicklung sieht IHG in Indien. Dort eröffnete das Unternehmen im Mai sein 50. Hotel und plant 70 weitere. Maalouf verglich die dortige Entwicklung mit der frühen Wachstumsphase in China. Trotz der großen Bevölkerung von 1,4 Milliarden sei das Pro-Kopf-BIP in Indien deutlich geringer als in China, was zu einer anderen Wachstumsdynamik führe.

Weltweit betreibt IHG 6.730 Hotels in über 100 Ländern und hat 2.300 weitere Projekte in der Entwicklung. Maalouf betonte, dass es nicht primäres Ziel sei, einfach nur der Größte zu sein, sondern ein globales Unternehmen in ausgewählten Regionen und Segmenten, vom Midscale- bis zum Ultraluxus-Bereich, aufzubauen.

Er hob die Erfolgsgeschichte von Holiday Inn Express hervor, das er als eine der erfolgreichsten Markenerweiterungen aller Zeiten bezeichnete, vergleichbar mit Diet Coke. Heute gibt es 3.500 Holiday Inn Express Hotels weltweit. Auch die kürzliche Übernahme der Ruby Hotels für über 300 Millionen US-Dollar passt in die Expansionsstrategie, wobei die Marke, die derzeit vor allem in Europa vertreten ist, bald auch in den USA eingeführt werden soll.

Die "Silver Economy" als Wachstumstreiber

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Hotelbranche ist laut Maalouf die sogenannte „Silver Economy“. Diese umfasse eine Generation von Menschen im Ruhestand, die finanziell gut situiert und gesund seien. „Sie haben Häuser, sie haben Schuhe, sie haben Autos und Fahrräder und Spielzeug. Jetzt wollen sie einfach nur noch Erfahrungen machen, und nichts Künstliches kann echte Erlebnisse ersetzen“, so Maalouf. Er sieht die Hotellerie als Teil des "Live-Experience-Geschäfts" und erwartet, dass dieser Trend weiterhin anhalten wird.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

WorldHotels startet mit WorldHotels Backdrop eine neue Kollektion für internationales Glamping. Das Unternehmen reagiert damit auf prognostizierte Umsatzsteigerungen im globalen Markt für naturnahe Luxusunterkünfte.

Mit der Eröffnung des Hotels Binidufà vervollständigt die Vestige Collection ein rund 800 Hektar großes Landgut im Norden Menorcas. Das Konzept verbindet zwei Standorte mit unterschiedlichen gastronomischen Schwerpunkten.

Die Kempinski Gruppe plant ihr erstes Projekt für Markenresidenzen in Saudi-Arabien. In zentraler Lage in Mekka entstehen insgesamt 302 Wohneinheiten mit angeschlossener Hotel- und Einzelhandelsinfrastruktur.

Norton warnt in einem Blogbeitrag vor einer neuen Betrugsmasche mit echten Hotelbuchungen. Täter nutzen reale Reservierungsdaten, um Reisende zu täuschen und Zahlungsinformationen abzugreifen.

Hilton meldet für das erste Quartal 2026 steigende Kennzahlen und erhöht die Prognose für das Gesamtjahr. Wachstumstreiber sind laut Unternehmen höhere Zimmererlöse und eine ausgebaute Entwicklungspipeline.

Für das IntercityHotel Herford ist im laufenden Insolvenzverfahren eine Nachfolgelösung gefunden worden. Eine neu gegründete Gesellschaft übernimmt ab Mai 2026 Betrieb und Mitarbeiter.

Die Barceló Hotel Group hat laut Mitteilung im April das Barceló Dresden Newa nach einer umfassenden Renovierung eröffnet. Das Vier-Sterne-Hotel ist neben dem Barceló Hamburg das zweite Haus der Gruppe in Deutschland. So richtig fertig eingerichtet war die Herberge auch vier Wochen nach der Eröffnung nicht.

Die Marriott-Marke St. Regis Hotels & Resorts hat mit der Eröffnung des The St. Regis Budapest ihr Debüt auf dem ungarischen Markt vollzogen. Das Hotel befindet sich im historischen Klotild Palais, einem denkmalgeschützten Gebäude im Zentrum.

Hilton meldet für das erste Quartal 2026 ein deutliches Gewinnwachstum und eine Rekord-Pipeline bei Hotelprojekten. Infolge der positiven Entwicklung hebt der Konzern seine Finanzprognose für das gesamte Geschäftsjahr an.

Die Dorint Hotelgruppe hat in Düsseldorf das neue Essential by Dorint Düsseldorf Deiker Höfe eröffnet. Das Haus mit 137 Zimmern setzt gestalterisch auf die Modegeschichte des Standorts und ergänzt das Portfolio der Gruppe in der Landeshauptstadt.