Cyberangriffe auch auf Kühlanlagen deutscher Supermärkte

| Industrie Industrie

Nach der Serie von Cyberangriffen auf Kühlanlagen in europäischen Supermärkten untersucht die Polizei mehrere Fälle auch in Deutschland. Kriminelle sollen sich nach bisherigen Erkenntnissen in Nordrhein-Westfalen sowie in Niedersachsen in Kühltruhen gehackt und dort die Temperaturen hochgestellt haben. Für betroffene Läden ist der Schaden groß.

In Wuppertal, Wetter bei Hagen und im Münsterland wurden nach Polizeiangaben Kühlanlagen vermutlich durch einen Hackerangriff lahmgelegt. Die Temperatur sei so hoch eingestellt worden, dass Lebensmittel verdorben seien und entsorgt werden mussten, sagten Polizeisprecher. 

In Niedersachsen wurde die Kühlkette eines Supermarkts in Lilienthal bei Bremen zeitweise lahmgelegt. «Wir mussten Waren im Wert von über 360.000 Euro wegwerfen», sagte Inhaber Daniel Breiding. In dem Supermarkt fielen in der Nacht auf Montag Bedientheken, Kühlhäuser und Tiefkühltruhen aus. Die Anlagen heizten sich demnach auf 30 Grad auf.

Cyberkriminelle hatten in den vergangenen Tagen unter anderem in Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland, Finnland und den Niederlanden dafür gesorgt, dass Kühlschränke und Tiefkühltruhen wärmer wurden. Nach Angaben eines belgischen Kühltechnik-Dienstleisters wurden die Anlagen aus der Ferne in den Abtaumodus versetzt. 

Mitte Oktober hatte es bereits einen großangelegten Angriff gegeben, der Märkte mehrerer großer französischer Lebensmittelhandelsketten betraf. Der Angriff richtete sich gegen einen Technik-Dienstleister. Die Cyberkriminalitäts-Abteilung der Staatsanwaltschaft Paris übernahm Ermittlungen.

Auch Supermarkt der Arbeiterwohlfahrt in NRW betroffen 

Opfer der Hacker wurde auch ein von der Arbeiterwohlfahrt betriebener Supermarkt in Wetter-Volmarstein im Ennepe-Ruhr-Kreis. Der eigentliche Angriff sei auf die Firma erfolgt, die die Kühlanlagen aus der Ferne warte, hieß es dort. Große Mengen an Lebensmitteln hätten weggeworfen werden müssen

Temperatur der Kühlanlagen aus der Ferne hochgestellt

Auch in einem Markt in Wuppertal seien große Mengen an Waren verdorben - offensichtlich, weil Hacker aus der Ferne die Temperatur der Kühlanlagen hochgedreht hätten, sagte ein Polizeisprecher. Der Angriff sei am Wochenende erfolgt und am Montagmorgen bemerkt worden. Auch bei einem Markt in Raesfeld im Münsterland fiel die Kühlung aus. Dort wird nun geprüft, ob ein Hackerangriff der Grund sein könnte.

Mehr Anstrengungen beim Schutz von digitaler Technik gefordert 

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) ruft zu mehr Anstrengungen beim Schutz von digitaler Gebäude- und Betriebstechnik auf. Dazu habe es auch schon vor den jüngsten Cyberattacken entsprechende Aufforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik gegeben. 

Im Nachrichtensender «Welt TV» sagte Wildberger: «Erstmal zeigt das, dass wir in einer Welt leben, wo immer häufiger das Thema Cybersicherheit an Bedeutung - leider - gewinnt. Heißt auch: Auch alle Unternehmen, das gilt auch für die Verwaltung, müssen mehr Vorsorge tragen.»

Wachsamkeit vor KI-gestützten Angriffen angemahnt

Auch der Vorstandsvorsitzende von Schwarz Digits, Christian Müller, hat zu Wachsamkeit vor KI-gestützten Angriffen auf digitale Infrastruktur gemahnt. Schwarz Digits ist die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, zu der auch die Handelsketten Lidl und Kaufland gehören. Die Supermärkte der Schwarz Gruppe sind laut Müller nicht von den Cyberattacken betroffen. 

«100 Prozent Sicherheit gibt es nicht. Das ist die grundsätzliche Aussage im Cyberumfeld», sagte Müller «Welt TV». «Im KI-Zeitalter werden die Attacken diffiziler, werden schneller, und sie werden auch durchschlagender.» Cybersecurity sei ein Wettlauf, sagte Müller. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Kristallklare Gläser sind in der Gastronomie weit mehr als nur ein optisches Detail. Sie prägen den ersten Eindruck beim Gast, unterstreichen die Wertigkeit von Getränken und sind zugleich ein wichtiger Bestandteil eines professionellen Hygienekonzepts. Gerade in Zeiten steigender Qualitäts- und Hygienestandards gewinnt die maschinelle Gläseraufbereitung zunehmend an Bedeutung.

Pressemitteilung

Mit dem geplanten Eigentümerwechsel von Vion zur Group of Butchers setzt Salomon FoodWorld auf Kontinuität und Wachstum. Geschäftsführer Simon Morris erläutert, warum sich für Kunden und Partner im Tagesgeschäft nichts ändert, welche Perspektiven die neue Eigentümerstruktur eröffnet und wie das Unternehmen seine Position als führender Foodservice-Spezialist in Europa weiter ausbauen will.

Insgesamt ist der Bierabsatz der Branchenriesen rückläufig. In Deutschland kann nur eine der großen Brauereien deutlich zulegen. Der Abstand zur Spitze ist aber gewaltig.

Aus einer gemeinsamen Ausbildung in Lyon entstand eine Buttermanufaktur im Bayerischen Wald. Die ButterBoyz produzieren heute rund 20 handgeknetete Buttersorten und beliefern vor allem Gastronomie, Hotellerie und Feinkosthandel.

Die Vion Food Group hat den Verkauf ihrer Business Unit Food Service an die niederländische Group of Butchers vereinbart. Die Transaktion umfasst unter anderem Salomon FoodWorld sowie die Standorte in Großostheim und Holzwickede.

Nach Trends wie dem Dalgona Coffee, Proteinkaffee oder dem Cold Brew löst 2026 jetzt Kaffeekonzentrat einen Hype auf Social Media aus. Immer mehr Hersteller bringen eigene Konzentrate auf den Markt.

Angesichts der schwachen Nachfrage nach deutschem Wein regen Unionspolitiker einen Deutschlanddeckel für Weinflaschen an. Vorbild sei Österreich, so der weinbaupolitische Sprecher der Unionsfraktion Artur Auernhammer.

Droht in Deutschland wegen Russland-Sanktionen der EU eine Fischstäbchenkrise? Strengere Einfuhrregeln könnten nicht nur Hersteller, sondern auch Verbraucher direkt im Supermarkt treffen.

Bier ist durch Preiserhöhungen teuer geworden. Zum WM-Start werben große Händler jedoch mit Sonderangeboten wie vor Jahrzehnten. Ohnehin greifen viele Biertrinker bei den regelmäßigen Aktionen zu.

Das Bier verdankt seinen Geschmack hauptsächlich dem Hopfen, und Hopfen aus Deutschland wird in alle Welt exportiert. Doch die Pflanzer leiden unter abnehmendem Bierdurst.