Eiswein - Winzer warten auf den Dauerfrost

| Industrie Industrie

Nur eine Hand voll der fränkischen Winzer setzt in diesem Jahr auf Eiswein. Auf etwa 1,3 von 6300 Hektar Rebfläche in Franken hingen noch Trauben für die edelsüße Rarität, sagte ein Sprecher des Fränkischen Weinbauverbands in Würzburg. «Der Ertrag daraus kann noch nicht genau beziffert werden, da dieser immer weniger wird, je länger die Trauben im Weinberg hängen.» Als Grundwert könne man annehmen, dass aus Trauben, die 100 Liter normalen Wein ergeben würden, nur zwischen 8 und 10 Liter Eiswein gewonnen werden können.

Eiswein wird vor allem als Aperitif oder zu Süßspeisen und Käse getrunken. Eine 0,375 Liter große Flasche kann zwischen 20 und 70 Euro kosten, manchmal auch mehr. Gerade für renommierte Weingüter ist der teure Tropfen ein wichtiges Aushängeschild. «Vor allem in Japan und asiatischen Ländern ist Eiswein außerordentlich begehrt», sagte der Verbandssprecher.

Allerdings tragen die Winzer, die auf Eiswein setzen, auch ein großes Risiko - vor allem, weil die Winter immer wärmer werden. Wenn es bis Anfang Januar nicht sehr kalt wird, sind die noch hängenden Trauben oft reif für den Kompost. Je nach Wetterlage werden sich einige Winzer ansonsten wohl vorher aus dem Wartespiel verabschieden und auf Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen wechseln.

2016 war dem Verband zufolge zuletzt ein gutes Jahr für Eiswein in Franken. Im vergangenen Jahr habe es einer nicht repräsentativen Umfrage zufolge rund 500 Liter Eiswein in der Region gegeben, sagte der Sprecher.

Aufzeichnungen zufolge werden in Franken seit 1794 Eisweine hergestellt. Sie gelten als Krönung eines Weinjahrgangs, weil die aromatischen Inhaltsstoffe der Beeren durch das Gefrieren konzentriert werden. Bei einer Eisweinlese müssen die Trauben durchgefroren sein. Ideal ist Dauerfrost an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Das gefrorene Wasser in den Beeren verbleibt in der Weinpresse. Von der Kelter tropft dann der süße Saft.

Die Hefepilze im Weinfass schaffen es kaum, einen Most mit derart hohem Zuckergehalt zu vergären. Der entstehende Wein hat daher meist einen sehr hohen natürlichen Restzuckergehalt von weit über 100 Gramm pro Liter, zugleich aber nur einen relativ geringen Alkoholgehalt von etwa sieben Volumenprozent. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Feinschmecker hat die besten dunklen Schokoladen des Jahres 2025 ausgezeichnet. Im Rahmen einer Blindverkostung wurden 45 Tafeln mit einem Kakaoanteil um die 70 Prozent untersucht, darunter etablierte Marken und internationale Bean-to-Bar-Manufakturen.

Anzeige

Am 29. und 30. Oktober 2025 wird das MOC München erneut zum Hotspot für Gastgeber mit Haltung und Handschrift. Die Independent Hotel Show Munich (IH Munich) ist der einzige Branchentreff im deutschsprachigen Raum, der sich konsequent auf die unabhängige Luxus- und Boutique-Hotellerie fokussiert – mit starkem Blick auf die Alpenregion.

Auf dem Brauereigelände von Maisel & Friends in Bayreuth hat die neue „Braukunstwelt“ eröffnet und erweitert damit das Angebot von Maisel’s Bier-Erlebniswelt. Die Attraktion richtet sich mit ihrem Konzept explizit an ein Fachpublikum aus Hotellerie und Gastronomie, aber auch an Bierkenner und interessierte Neulinge.

Das neue FCSI Magazin geht den zentralen Branchenthemen auf den Grund: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation stehen im Fokus. Experteninterviews, praxisnahe Berichte und Analysen zeigen, wie Hotellerie und Gastronomie mit neuen Technologien und nachhaltigen Konzepten zukunftsorientiert reagieren.

Das Deutsche Weininstitut und die Fachzeitschrift WEIN + MARKT haben herausragende Weinfachhändler für ihre Leistungen ausgezeichnet. Der Fachhandelspreis würdigt die besten Betriebe in den Kategorien Beratung, Sortimentsgestaltung und Kundenpflege.

Nach einem schwierigen Weinjahr 2024 nähern sich die Winzer bei der diesjährigen Ernte wieder den üblichen Werten. Doch nicht alle Gebiete profitieren gleichermaßen.

Die Independent Hotel Show Munich präsentiert vom 29. und 30. Oktober 2025 im MOC München ein deutlich erweitertes Seminarprogramm. Die Messe, die sich an das Fachpublikum aus Hotellerie, Design und Hospitality richtet, verzeichnet dieses Jahr nicht nur ein räumliches, sondern auch ein inhaltliches Wachstum.

Die Namensrechte für das bekannte Getränk sind kompliziert und haben schon die Justiz beschäftigt. Jetzt hat sich die Münchner Brauerei mit dem Augsburger Konkurrenten und Namenserfinder geeinigt.

Pressemitteilung

​​​​​​​Wenn sich die Mitglieder des FCSI Deutschland-Österreich treffen, stehen die drei Leitsätze des internationalen Planer- und Beraterverbands immer im Fokus: Nach dem Motto „we share – we support – we inspire” geht es stets um Kommunikation, Kooperation und Kollaboration von Experten verschiedener Disziplinen zum Wohle der gesamten Hospitality-Branche.

Das Deutsche Weininstitut hat den Deutschen Fußball-Bund erneut bei der Zusammenstellung des Weinsortiments für die kommende Saison unterstützt. Die Auswahl soll den VIP-Gästen bei einer Reihe von DFB-Veranstaltungen zur Verfügung stehen.