Smithfield Foods übernimmt Hotdog-Marke Nathan’s Famous für 450 Millionen Dollar

| Industrie Industrie

Foto: Von Kcpwiki - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25676240

Der US-amerikanische Fleischwarenhersteller Smithfield Foods hat eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme des Traditionsunternehmens Nathan’s Famous getroffen. Wie aus einer offiziellen Mitteilung hervorgeht, beläuft sich der Kaufpreis auf 450 Millionen US-Dollar. Smithfield zahlt den Aktionären des für seine Hotdogs bekannten Unternehmens 102,00 US-Dollar pro Aktie in bar. Damit gehen die Markenrechte an dem geschichtsträchtigen Betrieb dauerhaft auf den Käufer über.

Tradition von Coney Island und weltbekannte Wettbewerbe

Die Wurzeln von Nathan’s Famous liegen im Jahr 1916, als der Firmengründer Nathan Handwerker einen Verkaufsstand am Vergnügungspark von Coney Island in New York eröffnete. Über die Jahrzehnte entwickelte sich die Marke zu einem Symbol der amerikanischen Fast-Food-Kultur. Besondere Bekanntheit erlangte das Unternehmen durch das jährliche Hotdog-Wettessen, das traditionell am US-Unabhängigkeitstag stattfindet. Der aktuelle Weltrekord bei dieser Veranstaltung wurde im Jahr 2021 aufgestellt, als ein Teilnehmer 76 Hotdogs innerhalb von zehn Minuten verzehrte. Während die Gründerfamilie die Kontrolle bereits in den 1980er Jahren an Investoren abgab, bleibt der Name Nathan’s Famous bis heute untrennbar mit dem Standort in New York verbunden.

Sicherung langfristiger Markenrechte und Vertriebswege

Durch die Übernahme endet eine langjährige Lizenzstruktur zwischen den beiden Unternehmen. Seit dem Jahr 2014 hielt Smithfield Foods bereits die exklusiven Rechte für die Herstellung und den Vertrieb von Nathan’s-Produkten in den USA, Mexiko und Kanada. Diese Vereinbarung war ursprünglich bis zum Jahr 2032 befristet. Mit dem nun vereinbarten Kauf sichert sich Smithfield diese Rechte unbefristet und plant, die Marke in den Bereichen des Einzelhandels sowie der Gastronomie weiter auszubauen. Das Unternehmen strebt an, durch die Integration der Betriebsabläufe bis zum zweiten Jahr nach dem Zusammenschluss jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von rund 9 Millionen US-Dollar zu realisieren.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Zustimmung der Aktionäre

Der Kaufpreis entspricht etwa dem 12,4-fachen des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen der vergangenen zwölf Monate. Die Verantwortlichen bei Smithfield gehen davon aus, dass die Übernahme unmittelbar zu einer Steigerung des Gewinns pro Aktie führen wird. Die Finanzierung erfolgt vollständig aus vorhandenen Barmitteln, ohne dass eine zusätzliche Kreditaufnahme erforderlich ist. Der Aufsichtsrat von Nathan’s Famous hat dem Zusammenschluss bereits zugestimmt. Zudem haben sich Anteilseigner, die zusammen etwa 29,9 Prozent der Aktien halten, dazu verpflichtet, für die Fusion zu stimmen.

Zitate der Unternehmensführung zum Zusammenschluss

Shane Smith, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Smithfield Foods, kommentierte das Vorhaben wie folgt: „The Nathan’s Famous acquisition is a meaningful step in the progression of Smithfield Foods allowing us to own all of the top brands in our Packaged Meats portfolio and unlock new growth opportunities for our largest segment. Since entering into our licensing agreement in 2014, we have made significant investments to build and grow the Nathan’s Famous brand. With our manufacturing scale, marketing strength, product innovation capabilities, and retail and foodservice channel expertise, acquiring Nathan’s Famous will allow us to take the brand to new heights.“

Der Vorstandsvorsitzende von Nathan’s Famous, Eric Gatoff, ergänzte: „This combination is a natural fit and provides a compelling valuation for Nathan’s Famous stockholders. As a long-time partner, Smithfield has demonstrated an outstanding commitment to investing in and growing our brand while maintaining the utmost quality and customer service standards.“

Zeitplan und behördliche Prüfungsverfahren

Der endgültige Abschluss der Transaktion ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Bis dahin müssen die Aktionäre von Nathan’s Famous formell zustimmen. Zudem steht das Geschäft unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die US-Kartellbehörden sowie einer Prüfung durch das Komitee für Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten. Während des Übergangszeitraums ist es dem Aufsichtsrat von Nathan’s Famous gestattet, weiterhin zwei reguläre Quartalsdividenden an die Anteilseigner auszuschütten.amit dauerhaft die Rechte an den weltbekannten Hotdogs von Coney Island.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

Die Fachmesse für Wein am 28. Februar und 1. März 2027 in der Messe Karlsruhe wirft ihre Schatten voraus: Interessierte haben noch bis 31. Juli 2026 die Gelegenheit, bei ihrer Anmeldung als Ausstellende von Frühbucher-Konditionen zu profitieren. Zudem sind ab sofort die EUROVINO Classrooms als neues Programmformat der EUROVINO 2027 buchbar genauso wie das EUROVINO Discover Programm. 

Der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss hat seine Jahrespublikation veröffentlicht. Der Dachverband der deutschen Messewirtschaft bilanziert darin, welche Entwicklungen die Branche aktuell prägen und welche Herausforderungen und Chancen die Zukunft bestimmen.

Der ehemalige BrewDog-Mitgründer James Watt strebt einen Rückkauf des Unternehmens von Tilray Brands an, stößt jedoch auf deutliche Ablehnung beim aktuellen Eigentümer.

Wie jeden Sommer steht der Italo-Drink mit seinem leuchtenden Orange wieder überall auf den Tischen. Allerdings ist in den Gläsern nicht immer das Original. Jetzt geht der Mutterkonzern dagegen vor.

Handarbeit statt Maschinen: Für Frankens Steillagen-Winzer gibt’s bald mehr Geld. Doch reicht das, wenn immer mehr Betriebe aufgeben und der Markt schrumpft?

Nach der gescheiterten Rettung will die insolvente Brauerei Eichbaum die noch vorhandenen Aufträge bis Ende September abwickeln. Der Betrieb solle mit einem kleinen Abwicklungsteam geordnet auslaufen, heißt es in einer Mitteilung des Mannheimer Unternehmens. 

Das Deutsche Weininstitut registriert einen anhaltenden Trend zu trockenen Weinen. Gleichzeitig nimmt der Anteil von Rotweinen weiter ab, während die Menge der qualitätsgeprüften Weine im Jahr 2025 zurückging.

Die Brauwirtschaft gerät tiefer in die Krise: Der Bierkonsum in Deutschland geht 2026 weiter zurück. Das hat Auswirkungen auf das Sortiment im Handel und die Preise. Insolvenzen, Schließungen und Verkäufe von Brauereien werden an immer mehr Standorten ein Thema. 

Anzeige

Steigende Energiepreise, anhaltender Kostendruck und höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit verändern die Rahmenbedingungen für Gastronomie, Hotellerie und Lebensmittelhandel. Gleichzeitig rücken technische Bereiche stärker in den Fokus, die lange Zeit vor allem als notwendige Infrastruktur betrachtet wurden. Dazu gehört die gewerbliche Kühltechnik.

Alkoholfreies Bier hat in Deutschland weitere Marktanteile gewonnen. Die größeren Brauereien produzierten 2025 rund 616 Millionen Liter, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Das waren 6,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.