Ist Kaffeekonzentrat der Sommertrend?

| Industrie Industrie

«Kalter Kaffee» hat als Redewendung im Deutschen etwas von unmodern, uninteressant, veraltet, Schnee von gestern halt - womit die deutsche Sprache zeigt, dass sie manchmal selbst der Zeit hinterherläuft. Denn kaum etwas ist so angesagt wie kalter Kaffee - also Cold oder Iced Coffee.

Kaffeetrinken ist längst nicht mehr nur das Morgenritual zum Wachwerden oder das Genussmittel beim Kaffeeklatsch mit Kuchen am Nachmittag. Es ist eine eigene kleine und nerdige Wissenschaft geworden. Besonders jüngere Leute trinken Kaffee gern kalt und können sich stundenlang mit verschiedenen Varianten von Kaffee beschäftigen.

Immer mehr Hersteller bringen Kaffeekonzentrate auf den Markt

Nach Trends wie dem Dalgona Coffee, Proteinkaffee oder dem Cold Brew löst 2026 jetzt Kaffeekonzentrat einen Hype auf Social Media aus. Immer mehr Hersteller bringen eigene Konzentrate auf den Markt - von Drogerie-Eigenmarken bis zum weltgrößten Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Der in der Schweiz sitzende Konzern wirbt, mit «Nescafé Espresso Concentrate Style» erlebe man «eine neue Art, Kaffee ohne Maschine zu Hause zu genießen».

Auf TikTok ist es Trend, verschiedene Kaffeekonzentrate zu testen. Dabei wird gerne betont, dass man ja keine Kaffeemaschine habe oder eben keine Lust habe, extra selbst Kaffee vorzukochen und abkühlen zu lassen und dass man aber dennoch einen Kaffee wie außer Haus trinken wolle - das aber günstiger. 

Häufig tauchen in den Videos die Eigenmarken der Drogeriemarkt-Riesen dm und Rossmann auf. Viele User feiern die Konzentrate als geldsparende Möglichkeit, sich zu Hause einen Latte wie im Café zu machen.

Kaffeekonzentrat-Trend schwappt aus USA und Südkorea hinüber

Kaffeekonzentrat ist global gesehen nicht ganz neu. Vorreiter schon in den letzten Jahren waren Märkte wie die USA, Japan und Südkorea. Nun scheint der deutschsprachige Markt an der Reihe zu sein.

Kaffeekonzentrate gelten sozusagen als Zuhause-Coffeeshop. Statt sechs, sieben oder acht Euro für einen Iced Latte auszugeben, stecken etwa in der kleinen 100-Milliliter-Flasche des Herstellers TryMoin (Preis rund 10 Euro) ungefähr zehn bis 15 Iced Coffees: Man soll in 150 Milliliter Milch oder Pflanzendrink tatsächlich nur ein bis zwei Teelöffel von dem konzentrierten, sehr bitteren Kaffee tun. Der Koffeingehalt pro Portion betrage dann etwa 60 Milligramm.

Kritik an gesüßten Varianten

Nicht alle verstehen den Hype - wie das immer so ist. Kritik wird vor allem an den gesüßten Varianten laut. 

Während zum Beispiel in der Sorte «Pure Original» von TryMoin lediglich 0,08 Gramm Zucker in jeder Portion (meint 7 Milliliter) enthalten ist, befinden sich in zehn Millilitern der Sorten «Caramel Macchiato», «French Vanilla Latte» oder «Haselnuss Latte» mehr als 6 Gramm Zucker. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

Die Deutsche Hotelakademie und wein.plus starten eine Kooperation, um die berufliche Weiterbildung in der Wein-, Gastronomie- und Hospitalitybranche zu fördern. Ziel der Partnerschaft: Fach- und Führungskräften sowie ambitionierten Brancheninteressierten den Zugang zu qualifizierten Weiterbildungen rund um Wein, Gastronomie und Management zu eröffnen.

Unilever Food Solutions hat seinen Future Menus Report 2026 veröffentlicht und erstmals ein KI-gestütztes Tool vorgestellt. Das System soll gastronomische Betriebe bei der Umsetzung aktueller Trends unterstützen.

Mit einem verstärkten Anbau neuer, robuster Rebsorten stellen sich die deutschen Winzerinnen und Winzern zunehmend auf die Herausforderungen des Klimawandels und einen nachhaltigeren Weinbau ein.

2024 war die Ernte für die Winzer an Saale und Unstrut wegen Frösten fast ein Totalausfall. Im vergangenen Jahr lief es besser - trotz negativem Bundestrend. Wie ist die Situation?

Alkoholfrei auf dem Etikett – doch Promille drin? Eine bayerische Brauerei ruft ihr alkoholfreies Hefeweizen zurück. Welche Chargen betroffen sind und was Verbraucher jetzt tun sollten.

Unilever und McCormick legen ihre Lebensmittelsparten zusammen. Die Transaktion beinhaltet eine Barzahlung von 15,7 Milliarden US-Dollar und eine Mehrheitsbeteiligung der Unilever-Aktionäre an der neuen Gesellschaft.

Die Weinproduktion in Deutschland ist 2025 laut Statistischem Bundesamt um 2,6 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil von Prädikatswein deutlich gestiegen, während Rheinhessen und Pfalz Rückgänge verzeichneten.

Die Investmentgesellschaft Argos übernimmt die Bäckereikette Kamps von der Le Duff Group. Geplant ist der Aufbau einer bundesweiten Bäckereigruppe mit mehr als 400 Standorten.

Für Eichbaum gibt es Hoffnung. Ein Investor soll die insolvente Privatbrauerei übernehmen. Doch der Preis ist hoch: Rund zwei Drittel der Beschäftigten verlieren laut Gewerkschaft NGG den Job.

Die französische Le Duff Group übernimmt die spanische Panamar Bakery Group. Laut Unternehmensangaben ist es die bislang größte Akquisition des Konzerns und Teil einer internationalen Expansionsstrategie. Die Le Duff Group verfolgt eigenen Angaben zufolge mit ihren verschiedenen Geschäftsbereichen ein Umsatzziel von 3,5 Milliarden Euro.