Kampf ums Gehackte: Preise explodieren

| Industrie Industrie

Steigende Rohstoffpreise und unsichere Verfügbarkeit sind die brennenden Themen für Lieferanten und Gastronomen. Das gilt auch für die Burger-Zutat Hackfleisch: Der Foodservice-Spezialist Salomon FoodWorld wird konkret: Hochwertiges Rinderhack ist derzeit extrem teuer und deutlich schwieriger zu bekommen.

Dabei bleibht „Beef“ weiter gefragt. Vor allem Verarbeitungsware bzw. Hackfleisch: Allein im Lebensmitteleinzelhandel wächst die Nachfrage pro Jahr um bis zu 9.000 Tonnen. Denn Rindfleisch hat ein gutes Image und als Hack ist es preisgünstiger und lässt sich unkomplizierter und vielfältiger verarbeiten als ein Steak. Ob als Burger, Bulette oder Bolognese – mit seinen Vorteilen kommt Rinderhack den Bedürfnissen aller entgegen.

Auch in der Gastronomie ist die Nachfrage ungebrochen, unter anderem, weil Burger exzellent für Take Away und Delivery geeignet sind. Dies alles schlägt sich auf die Preise nieder – mit Folgen für den Foodservice-Markt. Keine Alternative für hochwertiges Beef „Hersteller und Händler kämpfen derzeit um die begehrte Verarbeitungsware“, schildert Jochen Kramer, Mitglied der Geschäftsführung von Salomon FoodWorld. „Insbesondere in den vergangenen zwölf Monaten sind die Preise explodiert.“

Als Foodservice-Spezialist mit dem umfangreichsten Burger-Angebot ist Salomon FoodWorld auf hochwertiges Beef für die tagtägliche Produktion angewiesen. Da gibt es keine Alternativen und die hohen Preise der Anbieter müssen bezahlt werden. Doppelter Einkaufspreis, reduzierte Angebotsmengen Jochen Kramer veranschaulicht die teils katastrophale Situation in Zahlen: „Seit 2007 verbuchen wir Preissteigerungen von rund 200 Prozent. Besonders hart war es Ende des vergangenen Jahres für uns als Hersteller. Da kletterte der Preis für Verarbeitungsware um fast 50 Prozentpunkte nach oben.“

Zu den explodierenden Kosten kommt dann noch die Schwierigkeit, entsprechende Mengen sicherzustellen. Denn: Die Anzahl von Schlachtvieh ist in den vergangenen Jahren stetig zurück gegangen – jährlich um etwa ein bis zwei Prozent. Die Prognose von AMI (Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH) sagt für 2022 sogar ein Minus von fünf Prozent voraus. Höhere Milchpreise sorgen aktuell für zusätzliche Knappheit an entsprechendem Schlachtvieh.

Preisanpassung und Verfügbarkeitsgarantie Diese Situation kann Salomon FoodWorld nicht mehr alleine auffangen: Im Herbst 2021 musste der Hersteller ein Drittel der Preissteigerung an die eigenen Kunden weitergeben. Zu Jahresbeginn folgte bereits eine zweite Erhöhung. Ob das reicht, kann aktuell niemand sagen, doch Jochen Kramer verspricht: „Wir werden die Preise auch wieder senken, sollte sich die Rohstoff-Lage entspannen – so wie wir das in der Vergangenheit auch schon getan haben. Da arbeiten wir sehr transparent.“

Außerdem weiß man bei Salomon FoodWorld, dass Verfügbarkeit für den Gastronomen das Wichtigste ist. Deshalb heißt der Fokus momentan: Contingency – d.h. Plan B oder Pläne für den Fall der Fälle. „Aktuell stecken wir alles in die Beschaffung, um sicherzustellen, dass wir alternative Möglichkeiten der Beschaffung und Backups haben – und zwar ohne Kompromisse bezüglich Qualität“, betont Jochen Kramer. Salomon FoodWorld bezieht seine Verarbeitungsware überwiegend aus Deutschland, lediglich einen kleinen Teil aus anderen europäischen Ländern. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

2024 war die Ernte für die Winzer an Saale und Unstrut wegen Frösten fast ein Totalausfall. Im vergangenen Jahr lief es besser - trotz negativem Bundestrend. Wie ist die Situation?

Alkoholfrei auf dem Etikett – doch Promille drin? Eine bayerische Brauerei ruft ihr alkoholfreies Hefeweizen zurück. Welche Chargen betroffen sind und was Verbraucher jetzt tun sollten.

Unilever und McCormick legen ihre Lebensmittelsparten zusammen. Die Transaktion beinhaltet eine Barzahlung von 15,7 Milliarden US-Dollar und eine Mehrheitsbeteiligung der Unilever-Aktionäre an der neuen Gesellschaft.

Die Weinproduktion in Deutschland ist 2025 laut Statistischem Bundesamt um 2,6 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil von Prädikatswein deutlich gestiegen, während Rheinhessen und Pfalz Rückgänge verzeichneten.

Die Investmentgesellschaft Argos übernimmt die Bäckereikette Kamps von der Le Duff Group. Geplant ist der Aufbau einer bundesweiten Bäckereigruppe mit mehr als 400 Standorten.

Für Eichbaum gibt es Hoffnung. Ein Investor soll die insolvente Privatbrauerei übernehmen. Doch der Preis ist hoch: Rund zwei Drittel der Beschäftigten verlieren laut Gewerkschaft NGG den Job.

Die französische Le Duff Group übernimmt die spanische Panamar Bakery Group. Laut Unternehmensangaben ist es die bislang größte Akquisition des Konzerns und Teil einer internationalen Expansionsstrategie. Die Le Duff Group verfolgt eigenen Angaben zufolge mit ihren verschiedenen Geschäftsbereichen ein Umsatzziel von 3,5 Milliarden Euro.

Pressemitteilung

Rentokil ist jetzt Premium-Branchenpartner des DEHOGA Bayern. Der Verband holt sich damit einen Spezialisten mit tiefem Verständnis für die hygienischen, rechtlichen und operativen Anforderungen von Gastronomie und Hotellerie an seine Seite. Die Kooperation ist auf drei Jahre angelegt und soll Mitgliedsbetrieben zusätzliche Sicherheit und fachliche Unterstützung im Schädlingsmanagement bieten.

Der Spargelanbau in Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt rückläufig. Erntemenge, Anbaufläche und Zahl der Betriebe sind in den vergangenen zehn Jahren gesunken, während die Importe leicht gestiegen sind.

Unilever bestätigt Gespräche mit McCormick über ein mögliches Geschäft mit der Lebensmittelsparte. Zuvor hatte Bloomberg über Überlegungen zu einer Abspaltung des Bereichs berichtet.