Radeberger darf Flaschenpost übernehmen

| Industrie Industrie

Das Bundeskartellamt hat der zum Oetker-Konzern gehörenden Brauereigruppe Radeberger grünes Licht für die Übernahme des Online-Getränkelieferdienstes Flaschenpost gegeben. «Beim Einzelhandel mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken kommen die Radeberger-Gruppe und Flaschenpost auch gemeinsam nur auf unbedenkliche Marktanteile», sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Mittwoch in Bonn.

Oetker hatte seine Pläne zur Übernahme des schnell wachsenden Getränkelieferdienstes Anfang November bekanntgegeben. Nach Auskunft des Informationsdienstes «Deutsche Startups.de» beträgt der Kaufpreis eine Milliarde Euro. Oetker selbst machte dazu keine Angaben.

Oetker stärkt mit dem Zukauf seine Getränkesparte. Zum Konzern gehören unter anderem Deutschlands größte Brauereigruppe Radeberger und die Sektmarken Henkell und Freixenet. Zudem ist die Radeberger-Gruppe der größte vom Lebensmitteleinzelhandel unabhängige Betreiber von Getränkeabholmärkten. Das Unternehmen betreibt mehr als 500 Getränkeabholmärkte und den eigenen Online-Getränkelieferdienst durstexpress.de. Das 2016 gegründete Start-up Flaschenpost liefert nach eigenen Angaben mittlerweile in 23 Städten Getränke innerhalb von 120 Minuten an die Kunden aus.

Der Einkauf bei Getränke-Lieferdiensten, der zunehmend über Online-Bestellungen und bargeldlose Zahlungen erfolgt, ist zurzeit stark. Wettbewerbsprobleme durch die Übernahme sieht das Bundeskartellamt dennoch nicht. Denn in Deutschland würden nach wie vor mehr als 80 Prozent der alkoholischen und alkoholfreien Getränke von den Kunden im allgemeinen Lebensmitteleinzelhandel einschließlich der Discounter gekauft. Oetker und Flaschenpost kommen auch nach dem Zusammenschluss den Wettbewerbshütern zufolge nur auf einen Marktanteil von weniger als 5 Prozent. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das VDP-Weingut St. Antony kombiniert 2026 Weinverkostungen mit akustischen Erlebnissen. Mit der Silent Disco Weinprobe in Nierstein und einem technischen StudioTalk in Mainz-Gonsenheim werden neue Wege in der Weinvermittlung beschritten.

Die schottische Brauerei Brewdog hat die Beratungsgesellschaft AlixPartners beauftragt, um neue Investoren zu gewinnen oder einen vollständigen Verkauf vorzubereiten. Davon könnten die weltweit vier Brauereien, die rund 70 Bars sowie die bekannten Marken wie Punk IPA betroffen sein.

Der Schweizer Hersteller Franke Coffee Systems nutzt die Fachmesse Intergastra in Stuttgart für die Deutschlandpremiere seiner neuen A-Linie. Die Modellreihen A600 und A800 lösen die bisherige Generation ab und richten sich an Betriebe in der Gastronomie, Hotellerie und im Außer-Haus-Markt.

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eine stabile Produktion zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke in Deutschland, während Light-Produkte Zuwächse verzeichnen.

Die Fachmesse Intergastra hat ihren Status als zentraler Treffpunkt für das Gastgewerbe untermauert. Rund 80.000 Fachbesucher besuchten das Stuttgarter Messegelände, um sich über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung zu informieren.

Die Intergastra 2026 in Stuttgart präsentiert sich als Schaufenster für die Zukunft der Hospitality-Branche. Von innovativen Startup-Konzepten, über neue Wege in der Nachwuchsförderung, bis hin zu automatisierten Verpflegungslösungen bietet die Messe einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen, die Tageskarte.io in einer großen Bildergalerie zeigt.

Die Intergastra 2026 auf dem Gelände der Messe Stuttgart ist offiziell eröffnet. Seit dem 7. Februar versammelt sich das Gastgewerbe zur ersten großen Standortbestimmung des Jahres. Die Messe hat ein Programm initiiert, das den aktuellen Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Kostendruck mit konkreten Innovationen begegnet.

Bayerns Brauereien kämpfen mit der schwierigsten Lage seit Jahrzehnten: Sowohl der Bierkonsum im Inland als auch die Exporte sind 2025 eingebrochen. Dabei wird Kritik laut an der bayerischen Gesundheitsministerin Gerlach.

Die Bitburger Braugruppe meldet für das abgelaufene Jahr ein Umsatzminus von 5,7 Prozent auf 753 Millionen Euro. Während klassische Pilssorten unter Preiserhöhungen und Konsumflaute litten, verzeichnete das Segment der alkoholfreien Biere zweistellige Zuwachsraten. Für das Jahr 2026 ist wieder Wachstum angepeilt.

Der Sommer verändert das Verhalten der Gäste spürbar. Es werden kürzere Wege bevorzugt, die Entscheidungen fallen spontaner und der Wunsch nach unkompliziertem Genuss rückt in den Vordergrund.