Beim Date oder aus der Dose? Wie junge Leute Wein mögen

| Industrie Industrie

Die Weinbranche in Deutschland richtet ihren Blick verstärkt auf junge Konsumenten, nachdem der Konsum in dieser Zielgruppe rückläufig ist. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, steht insbesondere die Generation Z dem Thema Alkohol zurückhaltender gegenüber. Laut Angaben von Laura Ehm vom Weincampus Neustadt trinken rund 18 Prozent der zwischen 1995 und 2005 Geborenen regelmäßig Wein, etwa 11 Prozent greifen regelmäßig zu Sekt oder Schaumwein.

Junge Konsumenten trinken Wein vor allem in ruhigen sozialen Situationen

Nach Angaben der dpa wird Wein von jungen Menschen vor allem in bestimmten Anlässen konsumiert. Eine noch nicht veröffentlichte, repräsentative Befragung im Auftrag des Deutschen Weininstituts (DWI) unter 2.000 Personen zwischen 18 und 34 Jahren zeigt laut dpa, dass 50 Prozent Wein als passenden Begleiter für ein Date oder ein Restaurantbesuch sehen. 61 Prozent der Befragten gaben demnach an, bei einem Essen mit dem Partner Wein zu trinken.

Der Hersteller Rotkäppchen-Mumm kommt laut dpa in eigenen Erhebungen zu ähnlichen Ergebnissen. Wein werde vor allem als Getränk für gemeinsame, eher ruhige oder besondere Momente wahrgenommen. In alltäglichen oder dynamischen Konsumsituationen spiele er dagegen eine geringere Rolle. Zudem werde Wein von jungen Konsumenten teilweise als erklärungsbedürftig wahrgenommen.

Neue Produktformen und Verpackungen sollen jüngere Zielgruppen erreichen

Um jüngere Zielgruppen anzusprechen, setzt die Branche laut dpa zunehmend auf alkoholfreie Weine, Weinmischgetränke und alternative Verpackungen. „Ein aromatisiertes, weinhaltiges prickelndes Getränk in der Dose mit Strohhalm getrunken, kann auf einmal auch für junge Menschen interessant sein“, wird Ernst Büscher, Sprecher des DWI, von der dpa zitiert.

Auch Bag-in-Box-Verpackungen gewinnen laut dpa an Bedeutung. Die Unternehmer Michael Holzer und Ludger Reffgen aus Rheinhessen bieten nach eigenen Angaben mobile Abfüllanlagen für kleinere und mittelgroße Weingüter an. Die Verpackungen würden insbesondere bei Anlässen wie Camping, Festivals oder Veranstaltungen mit Glasverbot genutzt.

Social Media und junge Winzer als Kommunikationskanäle der Branche

Nach Angaben der dpa sehen Branchenvertreter Potenzial in der direkten Ansprache über soziale Medien. Theresa Olkus vom Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) zufolge könne die junge Generation von Winzern über ihre persönliche Kommunikation neue Zielgruppen erreichen.

Die Winzerin Julia Schittler aus Rheinhessen nutzt laut dpa Plattformen wie Instagram, um Einblicke in ihre Arbeit zu geben. „Die Leute wollen mitgenommen werden“, wird sie zitiert. Dabei gehe es unter anderem um Inhalte aus dem Weinberg, dem Keller und dem Arbeitsalltag.

Twitch-Format der ARD bringt Wein-Thema in Gaming-Umfeld

Parallel zu diesen Entwicklungen werden neue Kommunikationsformate erprobt. Nach Angaben von DWI Aktuell stellte sich die amtierende Deutsche Weinkönigin Anna Zenz Ende April den Fragen der Community im Twitch-Format „Work hard – play hard“ der ARD. In der Sendung beantworten Berufsvertreter Fragen aus dem Live-Chat zu ihrem Arbeitsalltag.

Die Zuschauer stellten laut Mitteilung Fragen zu Weinwissen, dem Berufsbild der Winzer sowie zur Tätigkeit als Weinkönigin. Die Moderation übernahm Ilyas Buß, der das Format im Slapstick-Stil präsentierte. Nach Angaben aus der Mitteilung geben in Deutschland 54 Prozent der Menschen an, zumindest gelegentlich Computer- oder Videospiele zu nutzen, was 37,5 Millionen Menschen entspricht.

Die Streams sind laut Mitteilung nach der Live-Ausstrahlung für 60 Tage als Video-on-Demand auf der Plattform verfügbar.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Alkoholfreies Bier hat in Deutschland weitere Marktanteile gewonnen. Die größeren Brauereien produzierten 2025 rund 616 Millionen Liter, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Das waren 6,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Getränke von Coca-Cola werden teurer. Das Unternehmen erhöht zum 1. September erneut seine Abgabepreise für den Handel und den Außer-Haus-Markt wie die Gastronomie. Die Preisanpassung liegt über alle Produkte hinweg im einstelligen Prozentbereich.

Mit den XS4 Heavy-Duty-Beschlägen hat Salto ab sofort besonders robuste Varianten der Serien XS4 One S und XS4 Original+ im Programm. Dank zusätzlicher Sicherheitsmerkmale erfüllen sie die Zertifizierungsstandards für Sicherheitsbeschläge und sind geeignet für Sicherheitstüren sowie Außentüren mit erhöhten Anforderungen an den Witterungsschutz.

Anzeige

Steigende Energiepreise, anhaltender Kostendruck und höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit verändern die Rahmenbedingungen für Gastronomie, Hotellerie und Lebensmittelhandel. Gleichzeitig rücken technische Bereiche stärker in den Fokus, die lange Zeit vor allem als notwendige Infrastruktur betrachtet wurden. Dazu gehört die gewerbliche Kühltechnik.

Pressemitteilung

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr geht die Auszeichnung „Spüler des Jahres“ in die zweite Runde. Mit der Initiative würdigt Winterhalter Menschen, die in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung täglich unverzichtbare Arbeit leisten. Obwohl sie den reibungslosen Ablauf sichern, bleibt ihr Einsatz meist im Hintergrund. Das möchte Winterhalter ändern.

Bei der Zubereitung einer Weinschorle kann doch nicht so viel schiefgehen, oder? Leider doch! Ob Riesling, Rosé oder alkoholfrei: Worauf es bei Wein und Sprudel ankommt, damit die Weinschorle richtig gut erfrischt.

Junge Weintrinker setzen auf Kabinett & Co.: Warum frische, leichte Weine mit weniger Alkohol plötzlich angesagt sind – und wie Winzer trotz Hitze den Trend mit cleveren Tricks unterstützen.

Kristallklare Gläser sind in der Gastronomie weit mehr als nur ein optisches Detail. Sie prägen den ersten Eindruck beim Gast, unterstreichen die Wertigkeit von Getränken und sind zugleich ein wichtiger Bestandteil eines professionellen Hygienekonzepts. Gerade in Zeiten steigender Qualitäts- und Hygienestandards gewinnt die maschinelle Gläseraufbereitung zunehmend an Bedeutung.

Pressemitteilung

Mit dem geplanten Eigentümerwechsel von Vion zur Group of Butchers setzt Salomon FoodWorld auf Kontinuität und Wachstum. Geschäftsführer Simon Morris erläutert, warum sich für Kunden und Partner im Tagesgeschäft nichts ändert, welche Perspektiven die neue Eigentümerstruktur eröffnet und wie das Unternehmen seine Position als führender Foodservice-Spezialist in Europa weiter ausbauen will.

Insgesamt ist der Bierabsatz der Branchenriesen rückläufig. In Deutschland kann nur eine der großen Brauereien deutlich zulegen. Der Abstand zur Spitze ist aber gewaltig.