Veltins wächst trotz historischem Absatzminus der Branche

| Industrie Industrie

Im stark rückläufigen deutschen Biermarkt hat die Brauerei Veltins so viel Bier und alkoholfreie Getränke verkauft wie noch nie. Der Absatz stieg 2025 leicht um 0,3 Prozent auf den Höchstwert von rund 3,37 Millionen Hektolitern, teilte das Familienunternehmen mit. Der Umsatz nahm leicht um 0,4 Prozent auf 461 Millionen Euro zu. Zum Gewinn macht Veltins keine Angaben. 

Brauerei-Chef Volker Kuhl sprach von einem krisengeschüttelten deutschen Biermarkt. Der Gesamtabsatz von alkoholhaltigem Bier dürfte 2025 um mehr als sechs Prozent geschrumpft sein. Der Mengenverlust von etwa 5 Millionen Hektolitern in nur einem Jahr sei der höchste seit 75 Jahren. Das Wachstum bei alkoholfreien Bieren habe nur etwa ein Drittel des Verlustes bei alkoholhaltigen Bieren abfedern können. Etwa zwei Drittel seien unwiederbringlich verloren. 

Nach der Marktanalyse von Veltins ist der Bierabsatz 2025 in allen wichtigen Absatzkanälen geschrumpft: im Handel um 4 Prozent (2,7 Millionen Hektoliter), in der Gastronomie um 8 Prozent (1,3 Mio hl) sowie im Export um 7 Prozent (1 Mio hl). Die Konsumkrise schlage auch über die Gastronomie auf die Brauer durch. Statt Lebensfreude sei vielerorts eher Zurückhaltung zu spüren. 

Der gesunkene Bierkonsum hat auch in den Geschäftszahlen von Veltins Spuren hinterlassen: Der Absatz der Stammmarke Veltins Pilsener ging um 1,8 Prozent zurück. Dagegen verzeichnete die im Hochsauerland angesiedelte Brauerei ein Absatzplus von 13,6 Prozent bei ihrer Hellbier-Marke Pülleken sowie von gut 10 Prozent bei alkoholfreien Produkten, die mit Augenmaß erweitert würden. 

Veltins gehört zu den beliebtesten Biermarken in Deutschland. Kuhl geht davon aus, dass die Privatbrauerei im anstehenden neuen Ranking des Magazins «Inside» für 2025 zumindest den dritten Platz nach Krombacher und Bitburger gehalten haben dürfte oder sich sogar auf Platz 2 verbessert haben könnte. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Auswärtige Amt und das Deutsche Weininstitut haben 25 Weine und Sekte ausgewählt, die 2026 in den deutschen Auslandsvertretungen weltweit ausgeschenkt werden. Die Auswahl basiert auf einer Blindverkostung von knapp 500 eingereichten Proben.

Emirates präsentiert sich erneut als Partner beim Ball des Weines in Wiesbaden. Das Unternehmen unterstreicht dabei seine langfristige Strategie, die Investitionen von über einer Milliarde US-Dollar und die Lagerung von Millionen Weinflaschen in Frankreich umfasst.

Die Weinbranche in Deutschland sucht neue Wege, um junge Zielgruppen zu erreichen. Studien und neue Formate zeigen, in welchen Situationen die Generation Z Wein konsumiert – und welche Ansätze die Branche verfolgt.

Mit dem neuen Workwear Check bietet GREIF Mietwäsche ab sofort ein digitales Planungstool, das die Zusammenstellung und Kostenkalkulation von Berufskleidung so einfach macht wie nie zuvor. In wenigen Minuten lassen sich individuelle Outfits für ganze Teams konfigurieren – inklusive transparenter, unverbindlicher Kostenübersicht.

Wein in 0,75-Liter-Mehrwegflaschen: Das System soll auch national ausgerollt werden. Binnen zwölf Monaten peilen die Initiatoren 2,5 bis 3 Millionen Flaschen an – doch der Handel bremst noch.

Der Tag des Deutschen Bieres geht auf das am 23. April 1516 erlassene Reinheitsgebot zurück. Bier ist aber längst kein Selbstläufer mehr. Die schlechte Kauflaune ist nur ein Grund.

Coca-Cola ist ein weltweit agierender Getränkegigant. Im Vergleich dazu sind deutsche Brauereien Zwerge. Das hält sie aber nicht davon ab, dem Riesen die Stirn zu bieten.

Die Bierexporte aus Baden-Württemberg sind im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, sank die exportierte Menge um 26,6 Prozent auf über 1,0 Millionen Hektoliter.

Die Bierproduktion in Nordrhein-Westfalen ist 2025 erneut gesunken, während alkoholfreie Varianten weiter zulegen. Neue Daten zeigen deutliche Unterschiede in Entwicklung und Absatzwert.

Die deutschen Prädikatsweingüter spüren die steigenden Kosten von Energie, Löhnen, Glas und Verpackung sowie die Zurückhaltung der Konsumenten. Sie sehen sich dennoch gut aufgestellt.