Winzer sind nach Zolldeal mit Trump «total enttäuscht»

| Industrie Industrie

Nach dem Zollabkommen zwischen der EU und den USA sind die Winzer «total enttäuscht». «Der sogenannte Deal ist für die Weinbranche ganz schlecht», sagte Winzer Johannes Selbach vom Weingut Selbach-Oster, der dem Verband Deutscher Weinexporteure angehört. 

Mit der Einführung der 15-prozentigen Zölle auf Weinexporte in die USA werde vonseiten der deutschen und europäischen Weinbranche mit einem Rückgang des US-Exportvolumens von bis zu zehn Prozent gerechnet, sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI), Ernst Büscher. 

Nachverhandlungen für Wein

Vor allem die Region Mosel, aus der fast die Hälfte aller deutschen Weine in die USA gehen, würde von US-Zöllen in Höhe von 15 Prozent hart getroffen, sagte Selbach. Noch gebe es aber einen Hoffnungsschimmer. Einige Güter aus dem Agrarbereich müssten noch verhandelt werden. «Da hoffen wir, dass da Wein noch nach- oder mit verhandelt wird. Dass das noch nicht das Ende ist.» 

Büscher berichtete: «Man setzt sich aktuell von Verbandsseite auf deutscher und europäischer Ebene dafür ein, dass Wein in die Liste der Produkte aufgenommen wird, die vom Zoll befreit werden.» Denn für jeden Dollar, den europäische Unternehmen mit ihren Weinexporten in die USA erzielten, flössen noch einmal 4,50 Dollar in die amerikanische Wirtschaft - durch Vertrieb und Gastgewerbe. 

Absatzrückgänge befürchtet

Mit einem Zoll von 15 Prozent würde der Wein für Endverbraucher in den USA so teuer, sodass er schwer zu bezahlen sei, sagte Selbach. Einkalkuliert werden müsse ja auch noch Abwertung des US-Dollars. «Das bedeutet gegenüber Februar eine Preissteigerung von 30 Prozent.»

Selbach befürchtet, dass es bei Zöllen von 15 Prozent zu Absatzrückgängen auf dem US-Markt kommen wird. Von der Mosel gingen vor allem hochwertige Weine in die USA. Selbach aus Zeltingen-Rachtig exportiert einen großen Teil seines Weins in die USA. 

Noch Chance auf null Prozent ?

US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatten sich auf einen Basiszollsatz in Höhe von 15 Prozent auf die meisten EU-Importe in die USA geeinigt. Damit sind die von Trump zum 1. August angekündigten Zölle in Höhe von 30 Prozent abgewendet.

Beim jetzigen Deal soll nur auf eine begrenzte Zahl von Waren künftig bei der Einfuhr keine Abgaben fällig werden. Dazu zählen nach Angaben von von der Leyen zum Beispiel Flugzeuge, bestimmte Chemikalien, Agrarprodukte und kritische Rohstoffe. 

Winzer Selbach hofft auf den Bereich Agrarprodukte: «Wir haben noch eine Chance, dass der Wein mit null Prozent rauskommt.»

Laut Industrie- und Handelskammer Trier kommt mit rund 6,3 Millionen Litern fast die Hälfte aller deutschen Weine (13 Millionen Liter), die in die USA gehen, von der Mosel. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

KFC wechselt in den USA ab Januar 2027 von PepsiCo zu Coca-Cola. Das US-Netz umfasst laut Reuters 3.718 Standorte; bis Frühjahr 2027 sollen Coca-Cola-Produkte voraussichtlich in sämtlichen US-Restaurants angeboten werden.

Das Deutsche Weininstitut (DWI) und die Fachzeitschrift Wein + Markt haben herausragende Weinfachhändler für ihre besonderen Leistungen in Beratung, Sortimentsgestaltung und Kundenpflege mit dem Fachhandelspreises 2026 geehrt.

Nach zähen Verhandlungen bringt die Regierung eine Zuckersteuer auf den Weg. Das soll nicht nur Einnahmen bringen, sondern auch neue Rezepturen für Limo und Co.

Pressemitteilung

Die vierte Ausgabe der EUROVINO in der Messe Karlsruhe wirft ihre Schatten voraus: Ab sofort können sich Interessierte aus Handel und Gastronomie ihr Ticket für die beiden Messetage am 28. Februar und 1. März 2027 sichern. Für zusätzliche Vorfreude sorgt dabei der aktuelle Anmeldestand der Ausstellenden zu Mitte Oktober 2026: Die Fläche ist bereits zu über 80 Prozent ausgebucht!

Asien-Pazifik verfügt erstmals über mehr Messegelände mit mindestens 100.000 Quadratmetern Innenausstellungsfläche als Europa. Weltweit weist die neue Untersuchung des Messeverbands UFI 45,2 Millionen Quadratmeter Ausstellungsfläche aus.

Die deutsche Weinernte dürfte 2026 unter dem mehrjährigen Durchschnitt bleiben. Während die Mengenprognosen von Destatis und Deutschem Weininstitut unterschiedlich ausfallen, erwarten die Winzer nach DWI-Angaben „Spitzenqualitäten“.

Die deutschen Winzer erwarten „Spitzenqualitäten“, aber eine kleinere Weinernte als in den beiden Vorjahren. Das Deutsche Weininstitut schätzt den bundesweiten Ertrag auf rund 20 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt.

Metro Deutschland testet gemeinsam mit Omnivore Recycling ein Verfahren zur Verwertung unvermeidbarer Lebensmittelabfälle. Larven der Schwarzen Soldatenfliege sollen daraus Biomasse für Futtermittel und organischen Dünger erzeugen.

Pressemitteilung

Zur Saison 2026/27 hat Supreme Sports Hospitality (Supreme) in enger Abstimmung mit dem SV Werder Bremen den neuen Hospitality-Bereich „Weserblick“ im Weserstadion in Betrieb genommen. Die Sportsbar bietet Platz für knapp 100 Gäste und ergänzt die bestehenden Hospitality-Bereiche um ein legeres Format. 

Die Internorga verändert zur 100. Ausgabe ihre Hallenstruktur. Digital Solutions zieht vollständig in die Halle A3, Food & Beverages wächst und Future Food wird zum eigenständigen Bereich Future Food & Drinks.