Aktivierung, Nutzung, Glaubwürdigkeit: Influencer treffen auf Marketing-Realität

| Marketing Marketing

Influencer sind die wahren Marketing-Popstars der 2010er: Mit ihrem Einfluss und ihrer Reichweite sind sie für viele Marken längst zu wichtigen Kommunikatoren geworden. Im permanenten Werbeeinsatz zeigen sich jedoch auch erste Abnutzungserscheinungen: Mehr als jeder zweite deutsche Kenner von Influencern (55 Prozent) nimmt diese inzwischen vor allem in ihrer kommerziellen Rolle als Werbefigur wahr und verbindet sie direkt mit bezahlter Werbung. 

Die direkte Folge: Im Vergleich zum Vorjahr nimmt die Glaubwürdigkeit von Influencern um 13 Prozentpunkte auf 54 Prozent ab. Und die veränderte Influencer-Wahrnehmung spiegelt sich am Ende auch in der Nutzung wider: Das generelle Interesse an Influencer-Beiträgen ist insgesamt rückläufig. Bei den Fans und Followern bleibt die Nutzung über alle Altersklassen hinweg zwar noch recht stabil (-3 Prozentpunkte ggü. 2018). Bei den Nicht-Followern sinkt das Interesse an einer Nutzung jedoch um deutliche 12 Prozentpunkte. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Spotlight Influencer 4.0“, die [m]SCIENCE als zentrale Forschungsunit der GroupM im Auftrag von WAVEMAKER durchgeführt hat. 

Kooperationen zwischen Influencern und Marken werden demnach von 38 Prozent grundsätzlich abgelehnt (2018: 33 Prozent). Dennoch behalten Influencer ihre Berechtigung für das Marketing: Knapp jeder Zweite (44 Prozent) sieht in Influencern nach wie vor eine gute Möglichkeit, neue Produkte kennenzulernen. Für über ein Drittel werden Marken durch sie auch heute noch greifbarer (38 Prozent).
 

Sympathie und Glaubwürdigkeit sind im Influencer Marketing entscheidend

Glaubwürdig sind Influencer aus Sicht der befragten Nutzer vor allem dann, wenn sie sich und ihrer Meinung treu bleiben (71 Prozent) und nicht in jedem Post bzw. Video Produkte bewerben (67 Prozent). Auch eine klare Kennzeichnung der Werbung (66 Prozent) und Produkte, die zur Persönlichkeit des Influencers und seinem Leben passen (60 Prozent), können Kooperationen deutlich glaubhafter machen. Die größte Barriere, einem Influencer zu folgen, ist grundsätzlich fehlendes Interesse (69 Prozent) und die Ansicht, dass Influencer nur eine weitere Form der Werbung sind (64 Prozent).

Sympathie wird hingegen immer wichtiger (58 Prozent, 2018: 47 Prozent) und besitzt inzwischen eine höhere Relevanz als interessante Tipps für den eigenen Lebensalltag zu erhalten (50 Prozent). Jeder zweite Follower (52 Prozent, 2018: 50 Prozent) hat schon einmal ein Produkt bzw. eine Dienstleistung in Anspruch genommen, nachdem ein Influencer dafür geworben hat. Fast die Hälfte der Nutzer (45 Prozent, 2018: 53 Prozent) kann sich vorstellen, sich weiter über das beworbene Produkt zu informieren. Am häufigsten werden immer noch Produkte und Dienstleistungen aus dem Beautybereich gekauft (41 Prozent). Während der Kauf durch Influencer-Kontakt 2018 noch vor allem bei den jüngeren Zielgruppen zu beobachten war, können 2019 auch ältere Nutzer aktiviert werden.

Instagram ist für Influencer-Beiträge der Kanal der Wahl

Influencer-Beiträge werden hauptsächlich über Instagram (84 Prozent) und YouTube (70 Prozent) verfolgt. Gegenüber 2018 gewinnt auch Twitter (+16 Prozentpunkte auf 43 Prozent) deutlich an Bedeutung für die Nutzer von sozialen Netzwerken. Formatseitig zählen Fotos (69 Prozent), Videos (56 Prozent) und Stories (55 Prozent) zu den beliebtesten Instagram-Beiträgen. In der generellen Nutzung ist Instagram ebenfalls auf der Überholspur (+8 Prozentpunkte auf 51 Prozent). Facebook (-9 Prozentpunkte auf 74 Prozent), Pinterest (-4 Prozentpunkte auf 31 Prozent) und Blogs (-5 Prozentpunkte auf 29 Prozent) kommen 2019 seltener zum Einsatz. Bei konkretem Produktinteresse werden soziale Netzwerke immer weniger als Informationsquelle verwendet (-7 Prozentpunkte auf 34 Prozent). Testberichte (55 Prozent) und Homepages von Online-Shops (51 Prozent) bleiben die meistgenutzten Quellen für Produktinformationen.

Auf Platz 1 der deutschen Influencer-Charts: Lena Meyer-Landrut

Den Begriff „Influencer“ kennen aktuell über 90 Prozent der Deutschen. Auch in den älteren Zielgruppen ab 40 Jahren ist er inzwischen geläufig. Die bekanntesten Influencer sind Frauen aus den Bereichen Mode, Sport und Musik. Auf Platz eins der Bekanntheits-Charts landet Lena Meyer-Landrut (56 Prozent) – gefolgt von Lena Gercke (51 Prozent), Sophia Thiel (40 Prozent) und Dagi Bee (33 Prozent). Besonders häufig nutzen Follower Beiträge aus den Bereichen Ernährung (42 Prozent), Fitness (42 Prozent) und Lifestyle (39 Prozent). Hinzugewinnen können auch die Themen Mode (+5 Prozentpunkte auf 38 Prozent), Beauty (+3 Prozentpunkte auf 37 Prozent) und Reisen (+3 Prozentpunkte auf 37 Prozent).

„Vor ein paar Jahren war das Thema Influencer Marketing sehr en vogue – inzwischen ist es im Tagesgeschäft angekommen. Und auch die KPIs in Sachen Nutzung, Glaubwürdigkeit und Aktivierung pendeln sich allmählich auf Marketing-übliche Werte ein. Das zeigt die aktuelle Studie deutlich“, so Daniela Blankenstein, Director Strategy bei WAVEMAKER. „Und trotzdem: Im Media-Mix hat Influencer Marketing nach wie vor seine Berechtigung, wenn es richtig eingesetzt wird. Authentizität und Glaubwürdigkeit sind dabei die zentralen Erfolgsfaktoren.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Hotelgruppe Shangri-La feiert den Beginn des chinesischen Neujahrsfestes mit einer Marketingoffensive. Im Zentrum der Feierlichkeiten zum Jahr des Pferdes steht die Verlosung eines Hauptpreises, der insgesamt 88 Übernachtungen in den weltweiten Hotels und Resorts des Portfolios umfasst.

Mit der Citrus Lemonade Tim Raue Edition bringt Thomas Henry eine Limo vom Sternekoch auf den Markt. Die Kreation mit Yuzu, Jalapeño und Meersalz spiegelt die typische Aromenwelt des Berliner Gastronomen wider.

Falkensteiner präsentiert Armin Assinger als Markenbotschafter. Mit einem verstärkten Fokus auf Bewegung und speziellen Angeboten für Familien reagiert die Hotelgruppe auf steigende Kosten im Wintersport und setzt auf strategische Markenbindung.

Die Open Hotel Days in Hamburg ermöglichen vom 6. bis 8. Februar 2026 exklusive Einblicke in 46 Hotels der Hansestadt. Mit rund 300 kostenfreien Programmpunkten dient die Veranstaltung sowohl der Bürgerbeteiligung als auch der Nachwuchsgewinnung für die Hotelbranche.

B&B Hotels weitet das Sport-Sponsoring aus und schließt neue Partnerschaften mit Mainz 05 und FC Augsburg. Neben klassischer Stadionpräsenz stehen die Förderung des Nachwuchses sowie spezielle Angebote für Fans bei Auswärtsreisen im Fokus

Fünf Euro für ein Glas Louis Roederer: L'Osteria startet eine radikale Preisoffensive und macht Champagner zur Valentinswoche zum Alltagsgetränk. Damit bricht die Markengastronomie gezielt mit dem Image des Luxus-Statussymbols und setzt stattdessen auf eine Demokratisierung des Genusses für jedermann.

Digital, interaktiv und hörbar: BWH Hotels Central Europe präsentiert den MICE Guide 2026. Die aktualisierte Planungshilfe kombiniert detaillierte Hotelübersichten mit modernen Audioformaten und einem starken Fokus auf ökologische Nachhaltigkeit für die Veranstaltungsbranche in Zentraleuropa.

Ein Werbefilm von Mobile.de nahm die Autofreiheit auf Langeoog aufs Korn – nun folgt die Antwort der Insulaner. Mit Humor und Verweis auf eine Tradition seit 1398 kontern Bürgermeister Onno Brüling und der Tourismus-Service die Kampagne und werben für ein Leben ohne Abgase und Parkplatznot.

Ein Hotel am Grundlsee bietet seinen Gästen eine teilweise Rückerstattung der Kosten an, falls Nebel die Sicht auf die Bergwelt versperrt. Die Aktion läuft bis Ende Januar und wird durch eine Webcam kontrolliert.

Die Eder Collection bringt die Geschichte ihres Familienhotels EdeR FriDa auf die Leinwand. Mit der neuen Webserie rund um die Figur Tante Frida verbindet das Unternehmen Hotellerie mit modernem Storytelling.