Langeoog antwortet mit Humor auf Werbekampagne von Mobile.de

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Die Nordseeinsel Langeoog hat auf eine groß angelegte Werbekampagne des Fahrzeugmarktes Mobile.de reagiert. In dem ursprünglichen Werbefilm der Agentur Silver Bullet wurde die Autofreiheit der Insel thematisiert und humorvoll als Nachteil dargestellt, da die Bewohner die Angebote der Plattform nicht nutzen könnten. Der Tourismus-Service Langeoog sowie der Bürgermeister der Insel haben daraufhin mit eigenen Videobeiträgen geantwortet, die den Verzicht auf Kraftfahrzeuge als bewusste Entscheidung für Lebensqualität und Entschleunigung hervorheben.

Provokation als Ausgangspunkt der Kommunikation

Die ursprüngliche Kampagne von Mobile.de war auf eine bewusste Provokation ausgelegt. In einem rund 90 Sekunden langen Film wurde das Leben auf der autofreien Insel überspitzt dargestellt. Die zentrale Botschaft suggerierte, dass es ein Glück sei, nicht auf Langeoog zu leben, um die Mobilitätsangebote des Portals wahrnehmen zu können. Während diese Form der Kommunikation zunächst als einseitige Werbebotschaft erschien, entwickelte sich daraus kurz darauf ein öffentlicher Austausch in den sozialen Netzwerken.

Tourismus-Service kontert mit eigener Videoproduktion

Nur wenige Tage nach dem Erscheinen des ursprünglichen Beitrags veröffentlichte der Tourismus-Service Langeoog eine filmische Antwort. Die von der Agentur Saint Elmo's Tourism umgesetzte Produktion übernahm dabei gezielt Stilmittel und den Sprechertext des Originals, setzte diese jedoch in einen neuen inhaltlichen Rahmen. Anstelle der Mobilität durch Kraftfahrzeuge rückten das Fahrradfahren und die Fortbewegung zu Fuß in den Mittelpunkt.

Zusätzlich zu dieser professionellen Produktion verbreitete Bürgermeister Onno Brüling bereits am Dienstagabend ein eigenes Video über die digitalen Kanäle der Insel. In den Beiträgen wird betont, dass die Insel bereits seit dem Jahr 1398 ohne Autos auskommt. Dazu erklärt Bürgermeister Onno Brüling: „Wir sind sehr stolz darauf, uns auf der Insel seit 1398 autofrei zu bewegen. Radfahren ist gesund für Mensch und Natur und sorgt auf der Insel für eine entspannte Stimmung.“

Fokus auf Entschleunigung und Tradition

Die Antwort der Insulaner greift statistische Daten auf, wonach über 83 Prozent der Deutschen glauben, ihren Alltag nicht ohne ein eigenes Auto bewältigen zu können. Langeoog positioniert sich hierbei als Gegenmodell, das seit Generationen auf Pferdekutschen, die Inselbahn und Fahrräder setzt. In den Veröffentlichungen wird darauf verwiesen, dass Stressfaktoren wie Staus oder die Suche nach Parkplätzen auf der Insel entfallen. Stattdessen stünden die frische Seeluft und die natürliche Umgebung im Vordergrund der Mobilität.

Die Resonanz in den sozialen Netzwerken zeigt ein großes Interesse an diesem Schlagabtausch zwischen der Automobilbranche und der Tourismusregion. Trotz der inhaltlichen Differenzen enden die Beiträge der Insel mit versöhnlichen Tönen gegenüber Mobile.de. Man schätze das Betrachten von Autos durchaus, ziehe es auf der Insel jedoch vor, diese lediglich anzusehen, statt sie im Alltag zu nutzen.
 


 

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