Berlin plant zentrale Servicestelle für Veranstaltungen

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Der Berliner Senat treibt den Aufbau einer behördenübergreifenden Servicestelle für Veranstaltungen voran. Sie soll Veranstalter beraten, Zuständigkeiten erklären und über erforderliche Unterlagen sowie zeitliche Abläufe informieren. Mit dem Vorhaben befasste sich der Senat am 25. August 2026 auf gemeinsame Vorlage von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Innensenatorin Iris Spranger.

Die geplante Servicestelle soll als erste Anlaufstelle dienen, selbst jedoch keine Genehmigungen erteilen. Vorgesehen sind außerdem Leitfäden, Checklisten und ein zentrales Informationsportal. Diese Angebote sollen Veranstaltern die Orientierung erleichtern und dazu beitragen, mögliche Fehlanträge und daraus folgende Nachforderungen und Verzögerungen zu vermeiden.

Berlin will Verwaltungsprozesse für Veranstaltungen stärker standardisieren und digitalisieren

Ergänzend plant der Senat einen berlinweiten Veranstaltungskalender sowie eine stärkere Standardisierung und Digitalisierung der Verwaltungsprozesse. Der Kalender solle Veranstaltungen im öffentlichen Raum berlinweit abbilden und Terminüberschneidungen frühzeitig sichtbar machen. Zudem solle er eine vorausschauende Ressourcenplanung ermöglichen.

Der Senat verweist in diesem Zusammenhang auf die wirtschaftliche Bedeutung des Veranstaltungs- und Kongressmarktes. Im Jahr 2025 seien 13,7 Millionen Menschen zu rund 87.000 Veranstaltungen in die Hauptstadt gekommen. Die Zahl der Teilnehmer sei damit gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Der Berliner Veranstaltungs- und Kongressmarkt habe 2025 einen Umsatz von rund 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Nach Angaben des Senats sichern Veranstaltungen Arbeitsplätze und stärken unter anderem Gastronomie und Hotellerie sowie den Einzelhandel. Als Beispiele nennt die Senatsverwaltung den Berlin-Marathon, den Karneval der Kulturen, das Lollapalooza Festival sowie internationale Kongresse und Sportgroßveranstaltungen.

Giffey will Genehmigungsprozesse für Veranstalter einfacher und effizienter gestalten

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey erklärte: „Damit Berlin im internationalen Wettbewerb erfolgreich bleibt, wollen wir Genehmigungsprozesse für Veranstaltende einfacher und effizienter gestalten und die Zusammenarbeit zwischen Branche und Verwaltung weiter verbessern.“

Innensenatorin Iris Spranger verwies unter anderem auf internationale Sportgroßveranstaltungen wie die UEFA Euro 2024, die World University Games, Spiele der NFL und den FIBA Women’s Basketball World Cup. Sie erklärte, mit Hilfe einer behördenübergreifenden Servicestelle könnten eine engere Vernetzung der Akteure und effizientere Prozesse geschaffen werden.

Senat prüft Anforderungen kleiner Veranstaltungen und internationaler Großereignisse

Im weiteren Konzeptprozess soll geprüft werden, wie die unterschiedlichen Anforderungen kleinerer Veranstaltungen und internationaler Großereignisse berücksichtigt werden können. Für kleinere Formate solle der Schwerpunkt auf Beratung, Orientierung und standardisierten Informationen liegen.

Für Großveranstaltungen könnten perspektivisch Host-City-Pakete entwickelt werden, wie sie im Bereich von Sportgroßveranstaltungen bereits angewendet werden. Dazu gehören nach Angaben des Senats beispielsweise die Erstellung von Leitbildern für wünschenswerte Großveranstaltungen, Bid-Verfahren, Ausrichterverträge, die gesamtstädtische Veranstaltungskoordination sowie städtische Willkommensleistungen. In die weitere Konzeption sollen bestehende Angebote und die Erfahrungen der Veranstaltungsbranche einfließen.

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