BTW rechnet für 2018 mit weiterem Tourismusrekordjahr

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Nach einem Rekordjahr 2017 blickt die Tourismuswirtschaft zum Start in die ITB Berlin auch optimistisch ins laufende Jahr. „Tourismus boomt, die Reiselust ist ungebrochen und hat zum Jahreswechsel sogar noch einmal zugelegt, wie ein Blick in den BTW-Tourismusindex gezeigt hat. Gleichzeitig sehen wir weitere Reallohnzuwächse der Bürger, eine gute Arbeitsmarktlage, niedrige Zinsen und eine entsprechend niedrige Sparneigung. Eine große Reisefreude trifft also auf häufig gut gefüllte Reisekassen und deshalb gehen wir davon aus, dass die Menschen ihre Reiselaune  auch in die Tat umsetzen werden - sprich in Ausflüge und Reisen auf einem neuerlichen Rekordniveau im Jahr 2018“, erklärte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) Dr. Michael Frenzel. „Auf Basis unseres Tourismusindex rechnen wir im laufenden Jahr mit 1,5 bis 2 Prozent mehr Reisetagen der Deutschen - und entsprechend auch einem Wachstum in den verschiedenen Segmenten unserer Branche.“
 
Rekordjahr 2017

Im Rahmen der ITB-Eröffnungspressekonferenz blickte Frenzel zurück auf ein wirtschaftlich sehr erfreuliches Jahr für die Branche mit zahlreichen neuen Rekorden.

  • 1,322 Milliarden Touristen waren im letzten Jahr weltweit über die Grenzen hinweg unterwegs. 7 Prozent bzw. rund 90 Millionen mehr als 2016.
  • Mehr als 1,68 Milliarden Tage waren die Deutschen im vergangenen Jahr privat auf Reisen und Ausflügen unterwegs – rund 11 Millionen mehr als 2016 und so viele wie nie zuvor.
  • Mit fast 460 Millionen Übernachtungen konnte sich das Reiseziel Deutschland über das achte Wachstumsjahr in Folge freuen. Deutschland liegt im In- und Ausland im Trend: Die deutschen Gäste übernachteten 3 Prozent häufiger, Gäste aus dem Ausland sogar 4 Prozent.
  • Der Umsatz des Gastgewerbes stieg um 2,9 Prozent.
  • Die deutschen Flughäfen zählten rund 235 Millionen Passagiere (an+ab), 5 Prozent mehr als 2016.

Licht und Schatten im Koalitionsvertrag: Tourismusrelevante Zusagen müssen ambitioniert und praxisnah mit Leben gefüllt werden
Frenzel warf auch einen Blick auf den Koalitionsvertrag. Einige tourismusrelevante Vorhaben seien durchaus begrüßenswert, die Formulierungen in vielen Fällen aber doch recht vage. „Es wird darum gehen, diese Vorhaben ambitioniert, mutig und praxisnah mit Leben zu füllen“, so Frenzel. Als Beispiel nannte er, dass die Luftsicherheitsgebühren teilweise durch den Staat übernommen werden sollen, dass die künftige Regierung den flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen bis 2025 erreichen will und dass es die Absichtserklärungen gibt, Bürokratie abzubauen und ein Level Playing Field in Sachen Plattformökonomie anzusteuern. Der Koalitionsvertrag enthält zudem gute Ansätze in Sachen Bildungspolitik. „Unsere Branche fußt nach wie vor auf dualer Ausbildung und beruflicher Fort- und Weiterbildung und ist einer der größten Ausbilder des Landes. Deshalb sind mehrWertschätzung und eine Stärkung der beruflichen Bildung immens wichtig.“ Auch die angekündigte nationale Tourismusstrategie sieht Frenzel als Schritt in die richtige Richtung. Die Zusage des „ganzheitlich wirtschaftspolitischen“ Ansatzes müsse dabei aber auch ernst genommen werden. „Das bedeutet, dass Aspekte wie Steuern, Arbeitsrecht, Bürokratieabbau oder ordnungspolitische Fragen engagiert und zielführend angepackt werden müssen.“
 
Arbeitszeitgesetz sowie Urlaubs-, Luftverkehr- und Mehrwertsteuer müssen auf Agenda der Regierung nachrücken
Frenzel äußerte jedoch auch deutliche Kritik am Koalitionsvertrag: Viele der für die Tourismuswirtschaft höchstrelevanten Themen wurden nicht oder viel zu zögerlich angepackt. Das gilt insbesondere für das Arbeitszeitgesetz, die Urlaubssteuer, die Mehrwertsteuer und die Luftverkehrsteuer. Frenzel: „Diese Themen müssen sich dringend auf der Agenda der künftigen Regierung  wiederfinden. Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche und Unternehmen. Wir brauchen eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes für alle statt Experimentierräume für einzelne. Das Aus für die Urlaubssteuer, also die Gewerbesteuerliche Hinzurechnung im Reiseveranstalterbereich, ist überfällig. Eine politische Lösung muss her, denn gerade kleine und mittelständische Unternehmen u.a. im Reisebusbereich können nicht auf höchstrichterliche Urteile warten. Ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz auf Essen – unabhängig von der Art der Zubereitung und vom Ort des Verzehrs - muss endlich für Wettbewerbsgerechtigkeit sorgen. Und wohin die steuerliche Benachteiligung unserer nationalen Carrier führt, haben wir im letzten Jahr am Marktaustritt von Air Berlin gesehen. Das Aus für die Luftverkehrsteuer muss endlich kommen.“ 

Über den BTW: Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft vertritt als Dachverband der deutschen Tourismuswirtschaft die gemeinsamen und übergreifenden Interessen dieser vielfältigen und starken Branche. Die Tourismuswirtschaft steht für rund 4 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland und beschäftigt 2,9 Millionen Menschen. Tourismus sorgt beispielsweise für rund 1,7 Millionen Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastronomie, rund 350.000 im Sport-, Freizeit- und Kultursektor, mehr als 130.000 im Straßen- und Nahverkehrsbereich sowie rund 100.000 in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern

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