Corona-Umfrage: Fast 80 Prozent glauben nicht an Normalisierung 2022

| Politik Politik

Die Menschen in Deutschland sehen der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie pessimistischer entgegen als noch vor einem Jahr. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind nur 15 Prozent der Meinung, dass die Pandemie im kommenden Jahr weitgehend oder vollständig überwunden wird. 79 Prozent glauben dagegen, dass das Virus das Leben in Deutschland noch das ganze Jahr über zumindest teilweise beeinträchtigen wird. 34 Prozent rechnen sogar mit einer starken Beeinträchtigung.

Vor einem Jahr stellte YouGov dieselbe Frage für das Jahr 2021 - und erhielt deutlich optimistischere Antworten. Immerhin 26 Prozent der Befragten rechneten damals mit einer weitgehenden oder vollständigen Überwindung der Pandemie. Zwei Drittel erwarteten Beeinträchtigungen noch das ganze Jahr über. Damals machte der Beginn der größten Impfaktion in der Geschichte Deutschlands Hoffnung auf Besserung. Der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte zum Impfstart Ende Dezember 2020: «Der Herbst und der Winter und auch das Weihnachten des kommenden Jahres sollen nicht mehr im Zeichen dieser Pandemie stehen.»

 

Spahns Wunsch erfüllte sich nicht. Die Infektionszahlen sind heute höher als vor einem Jahr, obwohl ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist. Und es gibt bundesweit Kontaktbeschränkungen - auch für Geimpfte und Genesene. Dass die Hoffnung auf Normalisierung im kommenden Jahr nicht besonders groß ist, lässt sich auch an anderen Antworten ablesen.

- Dass die Schutzmasken ganz aus dem Alltag verschwinden, glauben nur 6 Prozent. 56 Prozent rechnen dagegen damit, dass die Maskenpflicht mindestens im bisherigen Umfang bestehen bleibt. Jeder Dritte (32 Prozent) geht von einer Lockerung aus. Derzeit gilt die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften sowie anderen öffentlich zugänglichen Innenräumen.

- Nur 22 Prozent der Befragten glauben daran, dass man im Sommer wieder überall Urlaub machen kann. 64 Prozent sehen das nicht kommen. Zurzeit hat die Bundesregierung noch mehr als 60 von rund 200 Ländern weltweit als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiete eingestuft und eine Reisewarnung für sie ausgesprochen. Das ist zwar kein Reiseverbot, soll aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben.

- 37 Prozent der Befragten rechnen im kommenden Jahr mit finanziellen Verlusten wegen der Corona-Pandemie. 51 Prozent gehen dagegen nicht davon aus, dass ihr Einkommen negativ beeinträchtigt wird. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Vertreter des Berliner Senats und des Dehoga haben das Konzept für die Errichtung des Hoga Campus in Berlin-Tempelhof vorgestellt. Das Projekt soll Ausbildung, Weiterbildung, Praxis und Austausch an einem Ort verknüpfen.

Anfang Juli bezeichnete der DEHOGA Bayern die höhere Pauschalsteuer für Minijobs noch als „moderate Anpassung“. Zwei Monate später spricht der Bundesverband von einem „völlig falschen Signal“. Ein Kommentar von Marc Schnerr über veränderte Rahmenbedingungen – und bemerkenswert unterschiedliche Tonlagen.

Zahlreiche Wirte an der Frankfurter Bockenheimer Landstraße wenden sich gegen den geplanten Straßenumbau. In einem offenen Brief fordern sie Verkehrsdezernent Yannick Schwander auf, die vorgesehene Verkehrsführung zu überarbeiten.

Mit deutlicher Kritik reagiert der Dehoga auf den Kabinettsbeschluss zur Einkommensteuerreform. Wer sich politisch zum Minijob bekenne, müsse ihn auch bezahlbar halten, so Verbandspräsident Guido Zöllick.

Online-Plattformen für Kurzzeitvermietungen müssen erstmals Belegungsdaten über die Datendrehscheibe der Bundesnetzagentur übermitteln. Tobias Warnecke vom Hotelverband Deutschland verweist bei der Umsetzung auf die entscheidende Rolle einer zentralen Infrastruktur auf Landesebene.

Bis zu 120 Betriebe aus Rheinland-Pfalz sollen das kostenfreie Beratungsangebot bis Ende 2027 nutzen können. Minister Ebling hat vor allem Hoteliers oder Gastronomen aus einer Region im Auge.

Die EU-Kommission hat Einwände gegen Teile der geplanten deutschen Tierhaltungskennzeichnung. Ein Verbändebündnis um den DEHOGA fordert deshalb erneut, die vorgesehene Kennzeichnungspflicht für die Außer-Haus-Verpflegung aus dem Gesetzentwurf zu streichen.

Die Bundesregierung bereitet eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke vor. Die Deutschen zeigen sich bei dem Thema gespalten.

Großbritannien konnte den Zuckergehalt in Softdrinks fast halbieren, Frankreich stützt mit der Zuckersteuer die Krankenversicherung von Bauern und ein Land besteuert Limonade, aber fördert Schnaps.

Die EU-Kommission sieht im Entwurf des Gesetzes zur Tierhaltungskennzeichnung einen Verstoß gegen das EU-Recht. Ein Verbändebündnis aus Gastronomie und Lebensmittelwirtschaft fordert daraufhin die Streichung der Pflichtkennzeichnung für die Außer-Haus-Verpflegung.