DEHOGA: "2G-Plus ein Desaster mit Ansage für die Gastronomie"

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Der Hotel- und Gaststättenverband in Nordrhein-Westfalen (DEHOGA NRW) lehnt weiterhin die flächendeckende Einführung einer 2G-Plus-Regelung in Nordrhein-Westfalen in jedweder Form als Quasi-Lockdown ab und fordert die Intensivierung der Impfkampagne und den Ausbau von Testmöglichkeiten.

"Der Zugang zu den Betrieben der Gastronomie soll wieder verschärft werden, obwohl sie auch unter Fachleuten nicht als Pandemietreiber gelten. Das halten wir für unverhältnismäßig, vor allen Dingen, solange nicht alle Lebensbereiche gleich und stringent behandelt werden", unterstreicht Haakon Herbst, Regionalpräsident im DEHOGA Nordrhein-Westfalen. Wenn es zur Einführung von 2G-Plus kommen sollte, erwarten die Gastronomen zwischen Rhein und Weser zumindest, dass Geboosterte "privilegiert" werden und nicht mehr einer Testpflicht unterliegen. Eine solche besteht momentan noch, auch für Dreifach-Geimpfte beim Besuch eines Schwimmbades beispielsweise.

Der Branchenverband weist zudem auf die enormen wirtschaftlichen Konsequenzen für die Branche hin: "Die letzten Wochen haben gezeigt, dass bereits die Einführung von 2G und die gestiegene Unsicherheit der Gäste tiefe Spuren in den Bilanzen der Betriebe hinterlassen haben. Große Teile des Jahresendgeschäfts sind weggebrochen, Liquidität vielerorts nicht mehr vorhanden. Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand", betont Herbst.

Nach einer aktuellen DEHOGA-Umfrage zu Jahresanfang, an der sich aus NRW mehr als 1.100 Gastronomen und Hoteliers beteiligten, lagen die Umsätze im vergangenen Dezember 44 Prozent unter denen von 2019. Die Umsatzverluste im vergangenen Jahr addierten sich auf 41 Prozent im Vergleich zu 2019. Weitere Zugangsverschärfungen wie 2G-Plus bedeuten weitere Einbußen mit Ansage: "2G-Plus heißt, Ausfall von Spontanbesuchen in Restaurants oder Cafés, besonders dort, wo keine ausreichenden Testkapazitäten vorhanden sind. Aber selbst bei einer "Booster-Privilegierung" für Drittgeimpfte werden weniger Gäste kommen als jetzt", ist sich Herbst sicher.

Die Zahlen aus dem Vorjahr und die Aussicht auf weitere Verschärfungen lassen auch die Existenzängste in der Branche steigen. Mehr als die Hälfte der teilnehmenden gastgewerblichen Unternehmer (53%) sieht sich wieder in ihrer Existenz bedroht. Damit aus der Existenzbedrohung auf der Zielgeraden der Pandemie keine Existenzvernichtung wird, fordert der DEHOGA NRW, die ergriffenen Maßnahmen immer wieder auf ihre Verhältnismäßigkeit und Stringenz zu überprüfen, die Impf- und Testanstrengungen weiter zu erhöhen und "alle erneut betroffenen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe und Mitarbeiterzahl angemessen und wirksam zu unterstützen."

Der Verband verweist auf die richtige und konsequente Verlängerung des Kurzarbeitergeldes wie auch der Überbrückungshilfen bis 31. März 2022. "Aufgrund der massiven Beschränkungen müssen die Entschädigungen allerdings darüber hinaus verlängert, verbessert und angepasst werden, z.B. durch die deutliche Erhöhung des Eigenkapitalzuschusses von momentan bis zu 30 Prozent auf mindestens 50 Prozent. Genauso muss es unbürokratisch möglich sein, die Betriebe zu schließen, wenn die Kosten die Umsätze übersteigen und somit kein wirtschaftliches Arbeiten mehr möglich ist“, fordert Herbst.

Der DEHOGA weist zudem auf die perspektivischen Herausforderungen des Gastgewerbes zwischen Rhein und Weser hin: Abgesagter Karneval, weniger (Groß)Veranstaltungen, Tagungen und Kongresse, zudem fehlende Messen führen zu massiven Leerständen in Hotels und freien Tischen in der Gastronomie. "Wir brauchen weiter Überlebenslösungen für das Sonderopfer, was die Branche seit Beginn der Pandemie erbringt: für unsere Betriebe, unsere Beschäftigten, aber auch für unsere Gastronomen und Hoteliers", so Herbst abschließend. 


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