Deutsche Reiseverband legt Strategien für einen Restart der Reisewirtschaft vor

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Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat ein 8-Punkte-Papier für den Restart der Reisewirtschaft vorgelegt. Es basiert auf der Annahme, dass trotz vorhandener Impfstoffe noch viele Jahre mit dem Coronavirus gelebt werden müsse. „Im Mittelpunkt der politischen Überlegungen müssen daher Strategien stehen, die es ermöglichen, Freiheitsbeschränkungen verantwortungsvoll zurückzunehmen und internationale Mobilität wieder schrittweise zu ermöglichen“, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig. Dies ist nicht nur für die Reisewirtschaft wichtig – es ist essentiell für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Die Coronapandemie stellt Gesellschaft, Wirtschaft und Politik vor sehr große Herausforderungen. Die bisherige Praxis, Grenzen zu schließen, Mobilität bis auf einen kleinen Radius einzuschränken, Reisen zu erschweren oder zu verbieten und Staaten oder Regionen unter Lockdown zu stellen, hat bereits erhebliche wirtschaftliche Schäden angerichtet und viele Menschen in ihren Grundrechten – hier insbesondere in ihrer persönlichen Bewegungsfreiheit – stark eingeschränkt. Weltweit ist insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern die touristische Infrastruktur dramatisch eingebrochen. Dadurch haben Millionen Menschen ihre Arbeitsplätze verloren und werden meist nicht durch staatliche Sicherungsnetze aufgefangen.

Die Strategien für einen Restart der Reisewirtschaft im Einzelnen:

1. Systematisches Testen

Ein Coronatest bei Einreise nach Deutschland sollte unkompliziert möglich sein. Einreisende aus Risikogebieten sollten die Möglichkeit haben, sich unmittelbar am Flughafen unkompliziert testen zu lassen. Einreisen mit PKW und Bahn sollten stichprobenartig überprüft werden.

2. Ausdifferenzierung unterschiedlicher Risikostufen

Die bestehende Differenzierung von Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten ist sinnvoll, sollte aber nach Möglichkeit Regionen im Blick haben und die Besonderheit von Inseln berücksichtigen.

3. Test statt Quarantäne 

Für Reisende, die aus Risikogebieten, aber nicht aus einem Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet einreisen, sollte ein negatives Testergebnis zur Einreise ausreichen. Die bisher bestehende Verpflichtung zur Selbstquarantäne ist nachweislich nicht zu kontrollieren und belastet die Gesundheitsämter unverhältnismäßig.  

4. Alternative Schnelltestmethoden

Speichel- oder Gurgeltests, für deren Durchführung kein medizinisch geschultes Personal vorhanden sein muss, sollten zeitnah bereitgestellt werden, um z.B. Schulen und Pflegeheime unkompliziert testen zu können und Laborkapazitäten weiter zu entlasten.

5. Höchste Sicherheitsstandards

Für die gesamte Reisekette liegen umfangreiche Infektionsschutzkonzepte vor, die konsequent umgesetzt werden. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes sowie das Einhalten der Mindestabstände sind dabei grundlegend. Die Luftverkehrswirtschaft hat sich darüber hinaus zur Einhaltung entsprechender Protokolle verpflichtet. Behörden und Unternehmen sollten Verstöße von Reisenden konsequent ahnden.

6. Höchstes Verbraucherschutzniveau

Die Reisebranche bietet Reisenden flexible Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten, so dass Reisepläne dynamisch und unkompliziert angepasst werden können. Bei Pauschalreisen ist das Verbraucherschutzniveau unverändert hoch.

7. Vertrauen stärken

Es sollte seitens der Politik deutlich gemacht werden, dass sicheres Reisen unter Einhaltung des Infektionsschutzes möglich ist. Das Robert-Koch-Institut hat erst kürzlich die Bedeutung von Hygienekonzepten im Tourismus unterstrichen. Generell und wiederholt vom Reisen abzuraten ist nicht hilfreich. Ein neues Narrativ sollte umsichtiges, verantwortungsvolles Reisen in den Mittelpunkt stellen.

8. Digitaler Impfpass

Impfungen weisen den Weg in Richtung Rückkehr zur Normalität und sollten daher nach Möglichkeit beschleunigt werden. Der Impfnachweis sollte in standardisierter und digitaler Form vorhanden sein, um die internationale Anerkennung und Integration in die Reisekette zu erleichtern.


 

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