Stadtrat Kaiserslautern gegen Einführung einer Übernachtungssteuer

| Politik Politik

Der Stadtrat von Kaiserslautern hat mehrheitlich die geplante Einführung einer Übernachtungssteuer abgelehnt. Die Steuer sollte ursprünglich ab dem 1. Januar 2026 auf Gästeübernachtungen erhoben werden. Der DEHOGA Rheinland-Pfalz begrüßte diese Entscheidung ausdrücklich.

Stärkung des Wirtschaftsstandorts

Der Verband sieht in der Ablehnung ein wichtiges Signal zur Stärkung des Tourismus- und Wirtschaftsstandortes Kaiserslautern. Gereon Haumann, Präsident des DEHOGA Rheinland-Pfalz, kommentierte die Entscheidung: „Wir beglückwünschen den Stadtrat zu dieser zukunftsweisenden und wirtschaftlich richtigen Entscheidung. Die Argumente der Branche wurden gehört. Eine zusätzliche steuerliche Belastung hätte die Hotellerie als auch die Gastronomie sowie die gesamte lokale Wirtschaft in einer ohnehin schwierigen Zeit massiv geschwächt“.

Aus Sicht des Verbandes hätte eine Übernachtungssteuer klare Wettbewerbsnachteile für die Beherbergungsbetriebe in Kaiserslautern zur Folge gehabt. Es wird argumentiert, dass höhere Übernachtungspreise die Aufenthaltsdauer der Gäste verkürzen oder zur Abwanderung in umliegende, steuerfreie Gemeinden führen könnten. Haumann betonte, dass die Entscheidung die regionale Wettbewerbsfähigkeit stärke und Arbeitsplätze schütze.

Einwände der NATO-Befreiung und Verwaltungsaufwand

Ein besonderer Aspekt in Kaiserslautern war die Befreiung eines großen Teils der Übernachtungen von der Steuer. Laut DEHOGA-Informationen werden viele Übernachtungen von Angehörigen der US-Streitkräfte und anderen NATO-Gästen generiert, die gemäß NATO-Truppenstatut weitgehend von einer Übernachtungssteuer befreit wären. Präsident Haumann erklärte dazu: „Eine Steuer, die einen großen Teil der realen Übernachtungen gar nicht erfassen kann, hätte zu einem unverhältnismäßig hohen Verwaltungsaufwand bei gleichzeitig geringem Ertrag geführt“.

Entlastung und Planungssicherheit

Der DEHOGA wies zudem darauf hin, dass die Tourismusstrategie Rheinland-Pfalz eine klare Ablehnung einer zweckungebundenen Bettensteuer vorsehe. Die Ablehnung in Kaiserslautern stehe im Einklang mit den strategischen Zielen des Landes, den Tourismus zu entlasten und zu fördern.

Ein weiterer wichtiger Punkt betraf die kurzfristige Umsetzbarkeit. Viele Beherbergungsbetriebe haben ihre Preise für 2026 und 2027 bereits kalkuliert und vertraglich fixiert. Eine kurzfristige Einführung wäre für die Branche weder organisatorisch noch wirtschaftlich leistbar gewesen. Die Entscheidung des Stadtrats schaffe nun Klarheit und Planungssicherheit für die Betriebe in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Bestimmte Geschäftsreisen sollen nach einer EU-Reform von der vorherigen A1-Meldung ausgenommen werden, berichtet der VDR. Bis die neuen Vorschriften anwendbar sind, müssen Unternehmen die bisherigen Vorgaben beachten.

Erst am Mittwoch hatte Vizekanzler Klingbeil seinen Entwurf an die Ministerien gegeben, nun tritt das Kanzleramt auf die Bremse. Die Zuckersteuer liegt erst einmal auf Eis. Klingbeil rechnet dennoch mit schneller Einigung.

Die geplante Steuer auf zuckerhaltige Getränke soll dem Staat im Jahr rund eine Milliarde Euro einbringen. Das geht aus einem Entwurf des Finanzministeriums hervor, über den zuerst das «Handelsblatt» berichtete. Im Bundestag sind die Pläne der Regierung umstritten.

Ab 1. Oktober dürfte der Kaffee im Wegwerfbecher in Potsdam teurer werden. Die Landeshauptstadt führt im Alleingang eine Verpackungssteuer ein. Massive Kritik kommt aus der Wirtschaft.

Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband hat die Plattform minijobs-erhalten.de gestartet, um auf drohende Kostensteigerungen und Belastungen für Minijobs aufmerksam zu machen.

Die deutsche Wirtschaft fordert eine umfassende Reform des Datenschutzes. 90 Prozent der Unternehmen halten laut Bitkom-Umfrage eine gezielte Reform der Datenschutz-Grundverordnung für notwendig.

Kurz vor dem geplanten Start der Verpackungssteuer in der brandenburgischen Stadt Potsdam reißt die Kritik nicht ab. Die Gastronomie ist verärgert, Bürger sind verunsichert. Die Steuer auf Einweg-Verpackungen soll trotzdem zum 1. Oktober kommen.

Bei einer Anhörung des Tourismusausschusses haben Vertreter der Reisebranche über Verwaltungsaufwand und digitale Konkurrenz gesprochen. Der Deutsche Reiseverband fordert faire Wettbewerbsbedingungen und Unterstützung kleinerer Unternehmen beim Einsatz von KI.

Digitale Belege sollen bald Standard werden. Dazu hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums beschlossen. Welche Regeln und Ausnahmen das Kabinett für die Kassenpflicht vorsieht.

Der Thüringer Heilbäderverband hat beim Thema Kurbeitrag auch Geschäftsreisende im Blick. Nach Widerstand der Kammern hat sich nun der Hotel- und Gaststättenverband dazu geäußert.