DIHK-Studie: Bürokratie „frisst“ 2,5 Prozent des Jahresumsatzes in Hotellerie und Gastronomie

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2,5 Prozent ihres Jahresumsatzes müssen Hoteliers und Gastronomen in Deutschland aufwenden, um die Vorgaben der staatlichen Bürokratie zu erfüllen. Das ist das Ergebnis DIHK-Studie. Danach leisten die Unternehmen der Branche durchschnittlich 14 „Überstunden“ pro Woche, um 100 bis 125 komplexe Vorschriften etwa zur Kassenrichtlinie, Hygieneüberwachung oder Datenschutzgrundverordnung zu erfüllen. Die jährliche Bürokratiebelastung typischer Unternehmen der Branche beträgt zwischen 12.000 und 60.000 Euro.

„Die ausufernde Bürokratie muss ein Ende haben, damit diese, unsere Branche eine Zukunft hat“, stellte die Präsidentin des DEHOGA Bayern Angela Inselkammer in einer mit viel Beifall bedachten Rede im Rahmen der Veranstaltung klar. Sie forderte mehr Respekt und Wertschätzung für die mittelständischen Unternehmer: „Für Unternehmer, die Verantwortung tragen für ihre Mitarbeiter und Familien. Für Unternehmer, die oft persönlich haften, mit allem was sie haben, die in Generationen und nicht in Quartalszahlen denken. Für Arbeitgeber, die jungen Menschen und allen, die bei uns arbeiten wollen, echte Perspektiven geben. Damit wir unsere Potenziale weiter entfalten könnten, brauchen wir Luft zum Atmen. Stirbt das Wirtshaus, dann stirbt die Seele und der Zusammenhalt der Gemeinde.“ Man brauche eine Politik, so Inselkammer, die den Unternehmern das Arbeiten nicht erschwert, sondern die Weichen für erfolgreiches Wirtschaften stellt: „Wir brauchen endlich Lösungen, damit Unternehmertum kein Auslaufmodell ist, sondern eine echte Chance für die Zukunft. Damit Gastgeber der nächsten Generation wieder Spaß an dieser Branche finden – und aus Kindern erfolgreiche Hoteliers und Gastronomen werden.“

„Unsere Unternehmen akzeptieren dabei durchaus den Sinn und Zweck einzelner Regelungen“, sagt Eric Schweitzer. Trotzdem vermissen die Betriebe bei mehr als der Hälfte der bestehenden Verpflichtungen einen Bezug zu den Geschäftsprozessen. Laut Hygienevorschrift müssen Gastro-Unternehmer zum Beispiel die Temperaturen von Kühlschränken täglich per Hand in ein Formular eintragen und ein Jahr aufbewahren – selbst dann, wenn sie über ein automatisches und digitales Mess-System verfügen.

Der DIHK schlägt deshalb einen verbindlichen Praxis-Check für neue Gesetze vor. "Neue Verpflichtungen dürfen kein Selbstzweck sein. Ganz nach dem Prinzip: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Dazu gehört, neue Vorschriften und deren praktische Umsetzung einfach und verständlich zu gestalten", erläutert der DIHK-Präsident.

So könnten etwa die umständlichen Meldezettel in Hotels und Gaststätten ganz abgeschafft werden, weil sie nicht dabei helfen, die Kriminalität zu bekämpfen. Außerdem sollten Aufbewahrungsfristen verkürzt und aufwendige Dokumentationen vereinfacht werden.

Für die Studie waren in 14 Hotels und Gasthöfen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern die geleisteten Arbeitsstunden erfasst und daraufhin ausgewertet worden, wie viele auf das Abarbeiten staatlicher Vorgaben wie der Kassenrichtlinie oder der Datenschutzgrundverordnung entfielen.


 

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