Grüne: Niedersachsen droht eine Grünkohl-Krise

| Politik Politik

Der Grünkohl gilt als «Superfood Niedersachsens» - die Zukunft der regionalen Delikatesse ist aber nach Ansicht der Grünen in Gefahr. Schädlinge und Trockenheit setzen dem Grünkohl zu, wie aus einer Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervorgeht. Demnach gibt es nur ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gegen den Befall der Kohlmottenschildlaus, so dass der Grünkohl derzeit «die in ihrem Anbau am stärksten gefährdete Kultur» sei. Die Anbaufläche sei im Jahr 2018 zwar größer gewesen als im Vorjahr, der Anteil des ökologischen Anbaus habe sich im Vergleich zu 2016 aber fast halbiert.

«Die letzten beiden Trockenjahre haben gezeigt, dass es ein "Weiter so" nicht geben darf, ansonsten wird der Grünkohl in Niedersachsen wenig Zukunft haben», warnte die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte. «Die Landesregierung feiert zwar gern traditionelle Grünkohl-Feste, schaut der wachsenden Grünkohl-Krise aber tatenlos zu.» Anstelle von Pflanzenschutzmitteln sollten Landwirte das Gemüse mit Netzen vor Schädlingen schützen, sagte sie.

Niedersachsen ist bundesweit führend beim Grünkohl-Anbau: Im Jahr 2018 wurden landesweit 7955 Tonnen der sogenannten friesischen Palme geerntet - fast die Hälfte der gesamten deutschen Produktion. Zahlen für 2019 liegen laut Agrarministerium noch nicht vor. Wegen des trockenen Sommers hänge die Ernte stark von der Bewässerung ab, hieß es im Herbst vom Landvolk. Wegen vieler Vitamine, Nährstoffe und Ballaststoffe und wenig Kalorien gilt Grünkohl als sehr gesund. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Großbritannien konnte den Zuckergehalt in Softdrinks fast halbieren, Frankreich stützt mit der Zuckersteuer die Krankenversicherung von Bauern und ein Land besteuert Limonade, aber fördert Schnaps.

Die EU-Kommission sieht im Entwurf des Gesetzes zur Tierhaltungskennzeichnung einen Verstoß gegen das EU-Recht. Ein Verbändebündnis aus Gastronomie und Lebensmittelwirtschaft fordert daraufhin die Streichung der Pflichtkennzeichnung für die Außer-Haus-Verpflegung.

Finanzminister Lars Klingbeil will keine Extrasteuer auf zuckerfreie Getränke erheben. «Das mache ich nicht. Das wird nicht kommen», erklärte der SPD-Chef. Eine «Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke» ergebe keinen Sinn.

Der Deutsche Tourismusverband kritisiert die AfD-Pläne zur Umgestaltung der Kultur- und Tourismusvermarktung in Sachsen-Anhalt. DTV-Präsident Meyer belegt die wirtschaftliche Relevanz ostdeutscher Kulturstätten und warnt vor Schäden für das internationale Image.

 In der Bundesregierung zeichnet sich ein Streit um die konkrete Ausgestaltung der geplanten Zuckersteuer ab. Wie zuerst die «Bild»-Zeitung unter Verweis auf ein Papier aus dem Finanzministerium berichtete, gibt es Pläne, dass die geplante Zuckersteuer mehr Produkte betreffen könnte als gedacht.

Teaser: Berlin plant eine behördenübergreifende Servicestelle für Veranstaltungen. Sie soll Veranstalter beraten und über Zuständigkeiten, erforderliche Unterlagen und zeitliche Abläufe informieren, selbst aber keine Genehmigungen erteilen.

Booking.com muss Kunden in Österreich nach der Buchung Name und ladungsfähige Anschrift privater Unterkunftgeber mitteilen. Der Oberste Gerichtshof hat die Revision der Plattform gegen die entsprechende Entscheidung der Vorinstanzen zurückgewiesen.

Die geplante Abschaffung des Rabattfreibetrags für Mitarbeiter ist im aktuellen Referentenentwurf zur Einkommensteuerreform nicht mehr enthalten. Zuvor hatten Verbände aus Hotellerie, Gastronomie und Touristik die Pläne kritisiert.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat mit den Gewerkschaften GPA und vida einen neuen Kollektivvertrag für die Gastronomie und Hotellerie vereinbart. Ab Oktober steigen die Gehälter um durchschnittlich drei Prozent, ergänzt durch Einmalzahlungen und höhere Lehrlingseinkommen.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will den steuerlichen Freibetrag für Mitarbeiterrabatte von 1.080 Euro abschaffen. Der Deutsche Reiseverband kritisiert die Pläne und verweist auf die besondere Bedeutung vergünstigter Reiseleistungen für Beschäftigte der Branche.