Illegale Ferienwohnungen in Berlin – Hauptstadt-DEHOGA fordert mehr Tempo

| Politik Politik

Illegale Ferienwohnungen in Berlin – Hauptstadt DEHOGA fordert mehr Tempo


Das Berliner Zweckentfremdungsgesetz zeigt nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Anfang 2024 deutliche Wirkung: Auch Ferienwohnungen, die vor Inkrafttreten des Gesetzes betrieben wurden, können rückwirkend verboten und dem Wohnungsmarkt zugeführt werden. Laut einer parlamentarischen Anfrage der Linken betrifft das rund 1.100 Wohnungen – 300 davon wurden bereits erfolgreich umgewandelt, vor allem in Mitte und Tempelhof-Schöneberg.

Insgesamt wurden seit 2016 über 13.500 Verfahren wegen illegaler Ferienvermietung eingeleitet. Über 8.100 Ferienwohnungen konnten so wieder der regulären Wohnraumnutzung zugeführt werden – allein in Friedrichshain-Kreuzberg über 2.000. Die Linke fordert nun schärfere Kontrollen und mehr Personal in den Bezirken. Sie wirft der schwarz-roten Koalition vor, aus Rücksicht auf den Tourismus nicht konsequent gegen illegale Vermietungen vorzugehen.

Seit 2018 gelten strengere Regeln: Ferienwohnungsanbieter benötigen eine Registriernummer und ggf. eine Genehmigung. Trotzdem werden regelmäßig Verstöße festgestellt. Die Bezirksämter verhängten bislang Bußgelder in Höhe von rund 11 Millionen Euro, von denen etwa 4,2 Millionen tatsächlich eingetrieben wurden.

Illegale Ferienwohnungen: DEHOGA Berlin begrüßt Rückführung und fordert mehr Tempo

 

Berlin, den 13. Juni 2025 – Der DEHOGA Berlin begrüßt die Rückführung illegal genutzter Ferienwohnungen in den regulären Wohnungsmarkt ausdrücklich.
Angesichts des angespannten Wohnungsmarkts in Berlin ist jeder zusätzliche Wohnraum ein wichtiger Beitrag zur Entlastung – insbesondere mit Blick auf die dringend benötigten Kapazitäten zur Sicherung von Arbeits- und Fachkräften. Bezahlbarer Wohnraum ist eine zentrale Voraussetzung, um Beschäftigte in der Stadt zu halten, neue Fachkräfte zu gewinnen und Berlin als Wirtschaftsstandort dauerhaft attraktiv zu gestalten.

 

Gleichzeitig hält der DEHOGA Berlin eine Beschleunigung der Verfahren für dringend erforderlich. Die Rückführung darf nicht an langwierigen Prozessen scheitern – der Bedarf ist akut.
Auch die Online-Plattformen müssen stärker in die Pflicht genommen werden. Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit zwischen der zuständigen Senatsverwaltung und den Bezirken entscheidend für eine wirksame Umsetzung.

 

Die illegale Nutzung von Ferienwohnungen hat nicht nur negative Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt – dem Land Berlin entgehen dadurch auch erhebliche Steuereinnahmen, die in Bereichen wie Kultur, Bildung oder Infrastruktur dringend benötigt werden.

 

Der DEHOGA Berlin appelliert an den Berliner Senat, das Thema mit hoher Priorität und klarer Konsequenz weiter voranzutreiben.

 

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die NGG unterstützt die Empfehlungen der Rentenkommission zur Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs. Der DEHOGA warnt dagegen vor erheblichen Folgen für rund 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte im Gastgewerbe.

Im Supermarkt greifen viele Menschen zu veganen oder vegetarischen Produkten. Bald müssen sie sich an neue Namen gewöhnen: Bestimmte Begriffe, die an Tiere denken lassen, sind dann nicht mehr erlaubt.

Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzentwurf zur Erhöhung der Alkoholsteuer vorbereitet. Nach einem Medienbericht sollen Spirituosen, Sekt und Alkopops ab dem 1. Januar 2027 um 20 Prozent höher besteuert werden.

Die Bundesregierung hat die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie verpasst. Nach derzeitiger Planung soll das Gesetz erst Anfang 2027 in Kraft treten, während Berichtspflichten und Auskunftsansprüche ab Juni 2028 greifen sollen.

Eine eigene Rentenkommission des Deutschen Gewerkschaftsbunds hat eine Alternative zu den Reformplänen der Regierung erarbeitet. Das Konzept verspricht ziemlich viel. Wie soll es finanziert werden?

Arbeiten bei mehr als 30 Grad, vielleicht sogar körperlich? Das ist nicht nur anstrengend, sondern kann auch gefährlich werden. Gewerkschaften setzen sich für mehr Schutz ein.

Mit Ernst Fischer verliert das deutsche Gastgewerbe eine seiner bedeutendsten Persönlichkeiten. Der langjährige Präsident und spätere Ehrenpräsident des DEHOGA Bundesverbandes ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Sein Wirken reicht weit über seine Amtszeit hinaus.

Die Diskussion um die mögliche Abschaffung oder deutliche Einschränkung von Minijobs wird derzeit mit erstaunlich vielen Emotionen geführt – und erstaunlich wenig über die eigentlichen Auswirkungen. Ein Kommentar von Marc Schnerr.

Die Rentenkommission hat eine Reihe von Vorschlägen zur Zukunft der Alterssicherung vorgelegt. Vom Renteneintrittsfenster bis zur Kapitalrente – das steckt hinter den ungewohnten Begriffen.

Der DEHOGA kritisiert Pläne der Rentenkommission, den Sonderstatus von Minijobs künftig auf Schüler zu beschränken. Der Verband warnt vor erheblichen Folgen für die Personalplanung in Hotellerie und Gastronomie.