Kurtaxe für Geschäftsreisende in Thüringen? Dehoga ist dagegen

| Politik Politik

Die Forderung der Thüringer Heilbäderverband nach einer Kurtaxe für Geschäftsreisende stößt auf weiteren Widerstand. So sprach sich der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband Dehoga gegen eine Ausweitung der Kurabgabe aus. Die Begründung überzeuge nicht, dass Geschäftsreisende während des Aufenthalts in ihrer freien Zeit auch Kurparks, Thermen oder kulturelle Veranstaltungen nutzten, sagte der Präsident des Verbands, Mark Kühnelt. 

Die Ausweitung würde hingegen die Übernachtungspreise weiter verteuern. «Gleichsam werden die Diskussionen dann in unserer Branche an den Hotelrezeptionen geführt und unsere Mitarbeitenden werden etwas rechtfertigen müssen, was im Ansatz nicht darstellbar ist und einzig zur Geldbeschaffung der Kommunen dient», sagte er. Der Verband fordert nach eigenen Angaben seit Jahren eine Änderung des Kommunalabgabengesetzes, um die touristischen Abgaben klarzustellen, statt diese weiter auszubauen.

Zuvor hatten die drei Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) in Erfurt, Gera und Suhl bereits ihre Ablehnung der Forderung geäußert. Geschäftsreisende nutzten die Kurorte und Heilbäder nicht wegen ihrer Thermen oder anderer touristischer Angebote, hieß es.

Heilbäderverband will Änderung

Der Heilbäderverband hatte vergangene Woche dafür plädiert, dass auch Geschäftsreisende Kurbeiträge zahlen sollen. «Denn auch sie nutzen Kurparks, Thermen oder kulturelle Veranstaltungen - etwa abends oder in ihrer freien Zeit während des Aufenthalts», hatte Matthias Strejc, Präsident des Thüringer Heilbäderverbandes, den Vorschlag begründet. Der Kurbeitrag ist laut Verband thüringenweit nicht einheitlich. In der Regel wird täglich pro Gast ein einstelliger Betrag erhoben. 

Bislang sieht das Thüringer Kommunalabgabengesetz laut Verband Ausnahmen für Geschäftsreisende vor, die demnach keinen Kurbeitrag zahlen müssen. In dem Verband sind 17 Orte organisiert. Sie verzeichneten mit rund 1,3 Millionen Übernachtungen im ersten Halbjahr 2026 etwas mehr Übernachtungen als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Bundesregierung plant, die Mittel für die Tourismusförderung im Bundeshaushalt 2027 um 449.000 Euro zu reduzieren. Die Grünen kritisieren die Kürzung und fordern Änderungen im weiteren Haushaltsverfahren.

Was steht oben, wenn Nutzer WM-Spiele, Hotels oder Routen googeln? Zu oft nur Googles eigene Angebote, urteilt Brüssel. Die Millionenstrafe könnte US-Präsident Donald Trump verärgern. Der Hotelverband freut sich, dass die Kommission Zähne zeige.

Die EU hat den Weg für die Destillation von Rot- und Roséweinen freigemacht. Damit kann aus Wein Industriealkohol werden. Der wird unter anderem für Reinigungsmittel verwendet.

Die Chefin der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann, hat sich gegen die vom Bundesfinanzministerium geplante Erhöhung der Schaumweinsteuer gestellt. Das Bundeskabinett hat jüngst auch ein Paket zur Anhebung von Verbrauchsteuern auf alkoholhaltige Getränke auf den Weg gebracht.

Wer die Korken knallen lassen will, muss nach den Plänen des Bundeskabinetts und Finanzminister Klingbeil kommendes Jahr höhere Steuern zahlen. Aus der Union kommt Widerstand.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt die Pläne der schwarz-roten Koalition, die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen und die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Es sei zwar das Ende der telefonischen Krankschreibung vereinbart, nicht aber die Möglichkeit eines Attests per Video. 

Die Stadt Bamberg will die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen in weiten Teilen des Stadtgebiets künftig verhindern. Neue Bebauungspläne und Veränderungssperren sollen den Wohnungsmarkt langfristig schützen.

Mit den Worten „Die Minijobs bleiben“ hat sich CSU-Chef Markus Söder klar gegen eine Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung ausgesprochen. Seine Aussage erfolgt wenige Tage nach einem Brandbrief von Wirtschaftsverbänden und vor der für den Herbst angekündigten Entscheidung der Bundesregierung.

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, darunter der DEHOGA, hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, Minijobs im Zuge der geplanten Sozial- und Rentenreformen faktisch abzuschaffen oder deutlich zu verteuern. In einem Brandbrief fordern sie den Erhalt der Minijobs in ihrer heutigen Form. 

Für die rund 80.000 Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe im Norden beginnen die Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft NGG hat mit Forderungen nach einem Lohnplus von fast 6 Prozent vorgelegt.