Sachsen-Anhalt will Tourismus unterstützen

| Politik Politik

Die Landesregierung will dem durch die Pandemie gebeutelten Tourismus in Sachsen-Anhalt weiter unter die Arme greifen. Der gesamten Tourismuswirtschaft gehe es aktuell nicht gut, sagte Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung. «Unser Bundesland ist hochattraktiv und wir wollen das weiter nutzen, wenn es jetzt darum geht, in den nächsten Wochen und Monaten die Tourismuswirtschaft entsprechend wieder anzukurbeln.»

Im Rahmen der Überbrückungshilfen I bis III seien für das Gastgewerbe rund 145 Millionen Euro bewilligt worden, sagte Schulze. Dazu kämen weitere Hilfen in Millionenhöhe für den Handel, Freizeitangebote sowie Dienstleistungen. Im Rahmen der Neustarthilfe III und III plus würden für die Branche den Angaben zufolge noch einmal 5,2 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Außerdem fließen bis 2025 rund 8 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen in die Tourismuswirtschaft. Daraus sollen Marketing- und Digitalisierungsmaßnahmen finanziert werden.

Schulze warb außerdem für die Investitionsprogramme, die den Betrieben helfen sollen. Darunter das Programm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur und ein am Dienstag gestartetes Förderprogramm für kleine Unternehmen.

Für den Präsidenten des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt, ist es nach eigenen Angaben bemerkbar, dass die Überbrückungshilfen abgespeckter werden. Er könne die zusätzlichen Maßnahmen des Landes allerdings nur begrüßen, so Schmidt. Außerdem hoffe er, dass man nach der Pandemie die touristische und kulinarische Vielfalt des Landes wiederentdecke.

Im vergangenen Jahr lagen die Übernachtungszahlen im Zeitraum von Januar bis November den Angaben des Ministeriums zufolge bei 5,48 Millionen und damit bei rund sechs Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2020 waren es demnach rund 6 Millionen. Noch bis zum Jahr 2019 habe es jedes Jahr steigende Übernachtungszahlen gegeben, sagte Schulze. Im letzten Jahr vor der Pandemie wurde mit 8,64 Millionen Übernachtungen ein Höchststand verzeichnet. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Großbritannien konnte den Zuckergehalt in Softdrinks fast halbieren, Frankreich stützt mit der Zuckersteuer die Krankenversicherung von Bauern und ein Land besteuert Limonade, aber fördert Schnaps.

Die EU-Kommission sieht im Entwurf des Gesetzes zur Tierhaltungskennzeichnung einen Verstoß gegen das EU-Recht. Ein Verbändebündnis aus Gastronomie und Lebensmittelwirtschaft fordert daraufhin die Streichung der Pflichtkennzeichnung für die Außer-Haus-Verpflegung.

Finanzminister Lars Klingbeil will keine Extrasteuer auf zuckerfreie Getränke erheben. «Das mache ich nicht. Das wird nicht kommen», erklärte der SPD-Chef. Eine «Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke» ergebe keinen Sinn.

Der Deutsche Tourismusverband kritisiert die AfD-Pläne zur Umgestaltung der Kultur- und Tourismusvermarktung in Sachsen-Anhalt. DTV-Präsident Meyer belegt die wirtschaftliche Relevanz ostdeutscher Kulturstätten und warnt vor Schäden für das internationale Image.

 In der Bundesregierung zeichnet sich ein Streit um die konkrete Ausgestaltung der geplanten Zuckersteuer ab. Wie zuerst die «Bild»-Zeitung unter Verweis auf ein Papier aus dem Finanzministerium berichtete, gibt es Pläne, dass die geplante Zuckersteuer mehr Produkte betreffen könnte als gedacht.

Teaser: Berlin plant eine behördenübergreifende Servicestelle für Veranstaltungen. Sie soll Veranstalter beraten und über Zuständigkeiten, erforderliche Unterlagen und zeitliche Abläufe informieren, selbst aber keine Genehmigungen erteilen.

Booking.com muss Kunden in Österreich nach der Buchung Name und ladungsfähige Anschrift privater Unterkunftgeber mitteilen. Der Oberste Gerichtshof hat die Revision der Plattform gegen die entsprechende Entscheidung der Vorinstanzen zurückgewiesen.

Die geplante Abschaffung des Rabattfreibetrags für Mitarbeiter ist im aktuellen Referentenentwurf zur Einkommensteuerreform nicht mehr enthalten. Zuvor hatten Verbände aus Hotellerie, Gastronomie und Touristik die Pläne kritisiert.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat mit den Gewerkschaften GPA und vida einen neuen Kollektivvertrag für die Gastronomie und Hotellerie vereinbart. Ab Oktober steigen die Gehälter um durchschnittlich drei Prozent, ergänzt durch Einmalzahlungen und höhere Lehrlingseinkommen.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will den steuerlichen Freibetrag für Mitarbeiterrabatte von 1.080 Euro abschaffen. Der Deutsche Reiseverband kritisiert die Pläne und verweist auf die besondere Bedeutung vergünstigter Reiseleistungen für Beschäftigte der Branche.