Stadt Zürich erklärt Airbnb-Initiative für gültig – Stadtrat unterstützt Ziele

| Politik Politik

Der Stadtrat der Stadt Zürich hat die Volksinitiative „Wohnraum schützen – Airbnb und Business Apartments regulieren“ für gültig erklärt. Die Initiative war am 4. September 2025 eingereicht worden, wie die Stadt Zürich mitteilt. Der Stadtrat teilt nach eigenen Angaben die Ziele der Initiative.

Wie der Tages-Anzeiger berichtet, unterstützt der Stadtrat das Anliegen auch inhaltlich, will jedoch zusätzlich einen Gegenvorschlag ausarbeiten.

Gegenvorschlag im Zusammenhang mit Bauordnung

Nach Angaben der Stadt Zürich besteht bereits eine Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO), die der Gemeinderat im September 2021 beschlossen hatte. Diese sieht Einschränkungen bei der regelmäßigen kurzfristigen Vermietung von Wohnungen vor. Gegen diese Regelung ist ein Beschwerdeverfahren vor dem Bundesgericht anhängig.

Der Stadtrat geht laut Mitteilung davon aus, dass die BZO-Teilrevision in absehbarer Zeit umgesetzt werden kann. Vor diesem Hintergrund soll ein Gegenvorschlag zur Volksinitiative ausgearbeitet werden, um eine rechtliche und inhaltliche Abstimmung zu erreichen. Dieser soll dem Gemeinderat bis zum 4. Januar 2027 vorgelegt werden.

Inhalte der Initiative

Wie der Tages-Anzeiger berichtet, wurde die Initiative von der Sozialdemokratischen Partei (SP), den Grünen und der Alternativen Liste (AL) eingereicht. Sie verlangt unter anderem, dass Wohnungen nur noch bis zu 90 Tage pro Jahr kurzfristig vermietet werden dürfen.

Laufendes Verfahren zur Bauordnung

Bereits 2021 beschloss der Gemeinderat laut Tages-Anzeiger eine Einschränkung von kurzfristigen Vermietungen. Demnach sollten herkömmliche Wohnungen grundsätzlich nicht mehr kurzzeitig vermietet werden, während Business Apartments nur in dafür vorgesehenen Gewerbezonen zulässig sein sollten.

Gegen diese Regelung haben mehrere Anbieter Beschwerde eingelegt. Das Verfahren liegt seit längerer Zeit beim Bundesgericht. Der Stadtrat geht davon aus, dass die entsprechende Teilrevision umgesetzt werden kann, sobald das Verfahren abgeschlossen ist.

SP begrüßt Haltung des Stadtrats

Die Sozialdemokratische Partei (SP) Stadt Zürich begrüßt die Haltung des Stadtrats. In einer Medienmitteilung heißt es, man befürworte, dass der Stadtrat die Ziele der Initiative umsetzen wolle.

Nach Angaben der SP werden in Zürich schätzungsweise über 7000 Wohnungen kurzzeitig vermietet. Davon seien über 2500 Wohnungen auf der Plattform Airbnb gelistet, insbesondere von kommerziellen Anbietern wie HITrental oder Blueground. Hinzu kämen mehr als 5300 Business Apartments.

Die Initiative fordere, die gewerbsmäßige Vermietung ganzer Wohnungen über Plattformen wie Airbnb oder als Business Apartments einzuschränken, so die Partei.

Oliver Heimgartner, Präsident der SP Stadt Zürich, wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: „Es ist sehr positiv, dass der Stadtrat die Ziele unserer Initiative teilt. Entscheidend ist, dass nun rasch wirksame und verbindliche Regeln erlassen werden, um unseren Wohnraum vor der Umnutzung als Business Apartments zu schützen. Wir müssen den renditeorientierten Kurzzeitvermietern endlich einen Riegel schieben.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Geräuschlos und ohne Nachtsitzung haben die Koalitionäre den Deckel auf ihr Reformpaket gemacht. An ihm hängt viel - für die Wirtschaft, den Bestand des Regierungsbündnisses und die Stimmung im Land.

Die Koalition will den Krankenstand in der Wirtschaft herunterbringen - mit höheren Anforderungen an Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Das bringt nicht nur Ärztevertreter auf die Barrikaden.

Die Umgestaltung der Rente in Deutschland ist zentral bei den Entscheidungen der Koalition. Offen sind aber noch mögliche Änderungen bei Minijobs. Merz kündigte an, über den rentenpolitischen Umgang mit Beschäftigungsverhältnissen werde im Herbst entschieden. Der DEHOGA Bayern sieht die Minijobs bereits als gesichert.

Die Spitzen von Union und SPD haben sich nach langem Ringen im Koalitionsausschuss auf ein Reformpaket für wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit verständigt. 

Mit einem Appell zum Kauf heimischer Weine und einem neuen Förderprogramm reagiert Baden-Württemberg auf die angespannte Lage im Weinbau. Ministerpräsident Cem Özdemir warnt vor den Folgen für Kulturlandschaft und Tourismus, während die Landesregierung zusätzliche Hilfen für die Betriebe auf den Weg bringt.

Nur Barzahlung möglich? Das mögen die Finanzminister von Bund und Ländern gar nicht. Schon bald könnte damit Schluss sein. Das Bundesfinanzministerium will bald neue Gesetze zur Bekämpfung von Steuerbetrug vorlegen.

Die Bundesregierung will statt einer Abgabe nun doch eine Zuckersteuer auf Getränke wie Limonaden und Colas erheben. Grund für den Schwenk sind offenbar verfassungsrechtliche Bedenken.

Über die Renten-Reform besteht weitgehend Einigkeit. Die Bewährungsprobe für die neue Harmonie in der schwarz-roten Regierung steht aber noch bevor - ab Mittwoch im Koalitionsausschuss. Was geplant ist, bei Tageskarte lesen.

Der Bundesverband der Systemgastronomie hat auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin Milliardeninvestitionen und Tausende neue Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Zugleich verband der Verband diese Pläne mit Forderungen nach weniger Bürokratie und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen.

Die Stadt München sieht trotz freiwilliger Vereinbarungen keine spürbare Entlastung im Univiertel. Oberbürgermeister Dominik Krause kündigt an, bei ausbleibender Verbesserung das Verkaufsverbot für Flaschenbier bereits ab 22 Uhr wieder einzuführen.