Tarifabschluss in NRW: Löhne und Ausbildungsvergütungen steigen schrittweise

| Politik Politik

Der Dehoga Nordrhein-Westfalen und die Gewerkschaft NGG NRW haben sich nach schwierigen Verhandlungen auf einen neuen Tarifabschluss für das nordrhein-westfälische Gastgewerbe verständigt. Die Einigung gilt für den Zeitraum bis Mitte 2028.

Die Entgelte steigen in drei Stufen. Zum 1. Oktober 2026 erfolgt eine Erhöhung um 2,2 Prozent, gefolgt von einem Anstieg um 2,6 Prozent zum 1. Januar 2027 sowie weiteren 2,2 Prozent zum 1. Januar 2028. Der tarifliche Einstiegslohn liegt durch die bisherige Regelung bei 14,40 Euro.

Der Ausbildungstarifvertrag läuft ebenfalls über 24 Monate und soll auf gemeinsamen Antrag für allgemeinverbindlich erklärt werden. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich zum 1. Oktober 2026 sowie zum 1. August 2027 jeweils um 20 Euro. Damit erreichen die Beträge im dritten Ausbildungsjahr künftig 1.420 Euro beziehungsweise 1.440 Euro monatlich.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Situation der Branche bleibt nach Verbandsangaben angespannt. Der Mindestlohn stieg zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro und wird zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro angehoben, was innerhalb eines Jahres eine Lohneinheit von fast 14 Prozent bedeutet. Nach Angaben der Arbeitsagentur wuchs der Medianlohn im Gastgewerbe zwischen den Jahren 2020 und 2025 um rund 38 Prozent. Gleichzeitig verzeichnet die Branche eine merkliche Konsumzurückhaltung. Die realen Umsätze im vergangenen Jahr lagen nach Angaben von IT NRW um 14,9 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2019.

„Wir hatten trotz der wirtschaftlich extrem angespannten Situation immer beides im Blick – die Interessen der mehr als 400.000 Beschäftigten und natürlich ebenso die Leistungsfähigkeit der rund 40.000 Betriebe in Gastronomie und Hotellerie. Der jetzt gefundene Abschluss ist hart an der Belastungsgrenze für viele unserer Betriebe“, unterstreicht Andreas Büscher, Verhandlungsführer und Präsident des Dehoga NRW.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Bundesregierung plant, die Mittel für die Tourismusförderung im Bundeshaushalt 2027 um 449.000 Euro zu reduzieren. Die Grünen kritisieren die Kürzung und fordern Änderungen im weiteren Haushaltsverfahren.

Was steht oben, wenn Nutzer WM-Spiele, Hotels oder Routen googeln? Zu oft nur Googles eigene Angebote, urteilt Brüssel. Die Millionenstrafe könnte US-Präsident Donald Trump verärgern. Der Hotelverband freut sich, dass die Kommission Zähne zeige.

Die EU hat den Weg für die Destillation von Rot- und Roséweinen freigemacht. Damit kann aus Wein Industriealkohol werden. Der wird unter anderem für Reinigungsmittel verwendet.

Die Chefin der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann, hat sich gegen die vom Bundesfinanzministerium geplante Erhöhung der Schaumweinsteuer gestellt. Das Bundeskabinett hat jüngst auch ein Paket zur Anhebung von Verbrauchsteuern auf alkoholhaltige Getränke auf den Weg gebracht.

Wer die Korken knallen lassen will, muss nach den Plänen des Bundeskabinetts und Finanzminister Klingbeil kommendes Jahr höhere Steuern zahlen. Aus der Union kommt Widerstand.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt die Pläne der schwarz-roten Koalition, die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen und die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Es sei zwar das Ende der telefonischen Krankschreibung vereinbart, nicht aber die Möglichkeit eines Attests per Video. 

Die Stadt Bamberg will die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen in weiten Teilen des Stadtgebiets künftig verhindern. Neue Bebauungspläne und Veränderungssperren sollen den Wohnungsmarkt langfristig schützen.

Mit den Worten „Die Minijobs bleiben“ hat sich CSU-Chef Markus Söder klar gegen eine Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung ausgesprochen. Seine Aussage erfolgt wenige Tage nach einem Brandbrief von Wirtschaftsverbänden und vor der für den Herbst angekündigten Entscheidung der Bundesregierung.

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, darunter der DEHOGA, hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, Minijobs im Zuge der geplanten Sozial- und Rentenreformen faktisch abzuschaffen oder deutlich zu verteuern. In einem Brandbrief fordern sie den Erhalt der Minijobs in ihrer heutigen Form. 

Für die rund 80.000 Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe im Norden beginnen die Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft NGG hat mit Forderungen nach einem Lohnplus von fast 6 Prozent vorgelegt.