10.000 Euro: Klägerin schließt Vergleich mit Fluglinie wegen Sturz auf Rolltreppe

| Tourismus Tourismus

Im Prozess um einen Sturz auf einer Rolltreppe am Flughafen München hat die Klägerin mit der Fluglinie einen Vergleich geschlossen. Sie soll nun 10.000 Euro erhalten. Damit seien alle auch künftigen Ansprüche der Klägerin abgegolten, entschied das Oberlandesgericht (OLG) München am Donnerstag.

Die Richter sahen bei der Frau eine große Mitschuld - wie auch schon die Vorinstanz, das Landgericht München I. Sie kamen in der Verhandlung der Berufung aber nicht zum gleichen Schluss, nach dem eine Haftung der türkischen Airline Sunexpress durch das Verhalten der Frau entfällt.

Die betagte Frau war im November 2016 vom türkischen Izmir nach München geflogen. Da sie zu dem Zeitpunkt ein Knie-Implantat besaß, hatte sie bei der Airline nach Angaben des Gerichts für den Flug einen sogenannten Wheelchair-Steps-Service gebucht. Die Airline orderte deshalb eine Art Hebetreppe zur Ankunft in München. Da diese letztlich nicht vorhanden war und die Frau nach gewisser Zeit dennoch gebeten wurde, den Verbindungstunnel zwischen Flugzeug und Terminal zu verlassen, begab sie sich demnach auf eine Rolltreppe.

Dort stürzte die Klägerin und zog sich einen Bruch sowie mehrere Prellungen zu. Durch ihre nun eingeschränkte Mobilität wurde sie in Pflegestufe zwei eingestuft. Sie verklagte die Airline auf mindestens 15.000 Euro Schmerzensgeld sowie 8.500 Euro Schadenersatz und wollte, dass die Fluggesellschaft verpflichtet wird, ihr künftige Schäden zu ersetzen. Sie könne etwa ihren Haushalt nicht mehr selbst führen.

Die Richter am OLG gaben der Klägerin insofern Recht, dass der Sturz auf der Rolltreppe noch zum Aussteigen aus dem Flugzeug gehörte und deshalb die Airline in Haftung genommen werden kann. Der Frau komme aber eine große Mitschuld zu. Sie habe die Rolltreppe betreten, obwohl sie wusste, dass sie nur auf ebener Strecke gehen kann. Auf dieser Grundlage entschieden sich die Beteiligten für den Vergleich.

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Andrang ohne Ansturm: Strände und Straßen mit überraschend viel Platz

Die Ferien haben begonnen. So mancher fürchtete Wagenkolonnen auf den Autobahnen und wegen Überfüllung gesperrte Strände. Doch der erste Tag des großen Sommerferien-Wochenendes blieb weitgehend entspannt.

Erste Staats-Milliarde bei Lufthansa eingetroffen

Bei der Lufthansa sind erste Finanzmittel aus der deutschen Staatshilfe eingetroffen. Gut eine Woche nach Zustimmung der Hauptversammlung zu dem Rettungspaket hat der MDax-Konzern die erste Tranche von rund einer Milliarde Euro aus dem KfW-Kredit abgerufen.

Nächste Corona-Lockerungen in New York - und wann kommen Touristen?

New York war in den USA lange das Zentrum der Corona-Pandemie. Inzwischen steht die Metropole besser da, so dass die nächste Lockerungsphase startet. Aber bis die mehr als 60 Millionen Touristen pro Jahr an ihren Sehnsuchtsort zurückkehren, dauert es wohl noch.

90 Jahre Zahnradbahn zur Zugspitze

Bergbahnen bauen, die Natur erschließen: ja oder nein? Darüber wurde schon vor 100 Jahren gestritten, auch vor dem Bau der Zahnradbahn an der Zugspitze. Seit 90 Jahren ist Deutschlands höchster Berg ohne Muskelkraft erreichbar.

Mainz setzt nach Corona auf Tagestourismus

Nach dem Einbruch im Tourismus wegen der Corona-Krise hat die Stadt Mainz mit der Stadtmarketinggesellschaft Mainzplus und Hoteliers ein Konzept für Tagestouristen erarbeitet. Es drehe sich darum, wie gezielt solche Besucher angelockt und Mainz als Ziel beworben werden könne.

Neuer Nachtzug von Sylt nach Salzburg startet

Mit dem ICE unterwegs zwischen Norddeich und München, mit dem Nachtzug zwischen Sylt und Salzburg: Für Urlauber vergrößert sich das Angebot, per Bahn zu Zielen zwischen Nordsee und Alpen zu reisen.

Deutsche müssen bei Reise nach England bald nicht mehr in Quarantäne

Rechtzeitig zum Sommerurlaub lockert England seine Quarantäne-Vorschriften für Einreisende aus etwa 50 Ländern. Besucher, unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, müssen sich ab 10. Juli bei ihrer Ankunft nicht mehr für 14 Tage isolieren.

Corona-Flaute: Kreuzfahrtbranche steht das Wasser bis zum Hals

Jahrelang ging es für die Kreuzfahrtindustrie nur nach oben - keinerlei Kritik oder Skandale schienen den Boom bremsen zu können. Dann kam die Corona-Krise und plötzlich geriet die Branche in große Not. Wie stehen die Chancen auf ein Comeback?

Studie: Wie die Österreicher Urlaub machen

Eine Studie der Österreich Werbung hat sich mit den Reiseabsichten der Alpenländler bis Jahresende 2020 beschäftigt. Demnach hatten 52 Prozent der Österreicher fixe Reisepläne für den Rest des Jahres. Die Bereitschaft, im eigenen Land zu reisen, ist deutlich höher als in Deutschland.

Reisewarnung für Türkei bleibt bestehen

Für die Türkei steht viel auf dem Spiel. Millionen deutsche Urlauber strömen in einem normalen Sommer an die türkischen Strände. Dieses Jahr sind es bislang deutlich weniger. Das wollen zwei türkische Minister aus dem Badeort Antalya mit einer Charme-Offensive ändern.