Aida beendet Asiensaison wegen Coronavirus: Was heißt das für Kreuzfahrturlauber?

| Tourismus Tourismus

Das Coronavirus sorgt nicht nur im Luftverkehr, sondern auch bei Kreuzfahrten für Einschränkungen. Jüngstes Beispiel ist Aida Cruises: Die Reederei sagt wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 seine noch bis April geplanten Asienfahrten ab und will Urlaubern ein Alternativprogramm in anderen Regionen anbieten.

Die «Aidavita» werde bereits am 16. Februar in Laem Chabang bei Bangkok ihre Asien- und Australiensaison beenden, die «Aidabella» am 17. Februar, teilte die Reederei mit.

Die Schiffe würden in andere Fahrtgebiete überführt, hieß es weiter. Wie das Alternativprogramm aussieht, will Aida in den kommenden Tagen bekanntgeben. Betroffenen Gästen der abgesagten Reisen werde man den Reisepreis zurückerstatten und alternative Urlaubsmöglichkeiten aus dem Aida-Reiseprogramm anbieten. Betroffene können Aida Cruises zufolge auch kostenlos auf eine andere Reise umbuchen.

Anwalt sieht möglichen Schadenersatzanspruch

Aus Sicht des Reiserechtlers Paul Degott haben betroffene Reisende eventuell Anspruch auf Schadenersatz aufgrund nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit. Denn der Veranstalter habe die Reisen aus planerischen Gründen abgesagt und nicht wegen eines außergewöhnlichen Umstands von außen, der unmittelbar auf die Durchführung einer Reise einwirke und sie verhindere. «Ich würde 50 Prozent des Reisepreises taxieren.»

Je weiter der Start einer Kreuzfahrt zeitlich von deren Absage entfernt sei, desto schwieriger werde es für den Veranstalter, mit außergewöhnlichen Umständen anzukommen, fügt der Experte hinzu. Das gelte generell und nicht nur für die konkreten Fälle der je vier abgesagten Asienfahrten der «Aidavita» und «Aidabella».

Mögliche Preisminderung bei geänderter Route

Die «Aidavita» konnte auf ihrer aktuellen Fahrt nicht die vietnamesische Hafenstadt Cai Lan in der Halong Bucht anlaufen - die örtliche Tourismusbehörde hatte Landgänge untersagt.

«Wenn Sie auf dem Schiff sitzen, nicht die geplante Route fahren und lange Zeit auf See liegen müssen, wird es mit Schadenersatz schwer», meint Degott zu diesem Szenario. Denn es handele sich hier um eine behördliche Ansage und damit kein Verschulden der Reederei. Aber: Eventuell lasse sich der Reisepreis wegen dieses ausgefallenen Programmpunkts anteilig mindern.

Fahrten nach der Asiensaison wie geplant

Wie Aida weiter mitteilte, fänden die Reisen der «Aidavita» ab 14. April 2020 ab Dubai und der «Aidabella» ab 30. April 2020 ab Palma de Mallorca wie geplant statt.

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Verschärfte Reiseeinschränkungen zu Ostern in Mecklenburg-Vorpommern

Der Osterspaziergang an der Ostsee bleibt in diesem Jahr ein Privileg der Bewohner der Küstenregionen. Wegen der Corona-Pandemie verschärft Mecklenburg-Vorpommern die Reiseregeln - und greift bei Verstößen härter durch. Der Bedarf der Wirtschaft an Finanzhilfen bleibt hoch.

Tourismus-Hochburgen im Südwesten befürchten Besuchermassen bei schönem Wetter

Baden-Württemberg ist ein Reiseland. Das wäre auch rund um Ostern ein Segen, wenn das Coronavirus nicht wäre. Statt sich über die Heerscharen von Wochenend-Ausflüglern zu freuen, warnen der Tourismusminister und die Touri-Hochburgen vor Besuchen.

Kein Ostergeschäft im Tourismus - aber dann der Trend zum Inland?

Die Corona-Krise hat den Thüringen-Tourismus mit voller Wucht erwischt. Kleinere Hotels, Gaststätten und ähnliche Unternehmen könnten nach der Zwangspause vor dem Aus stehen. Langfristig gibt es allerdings Hoffnung, sagen Touristiker.

Niederlande an Deutsche und Belgier: Bleibt Ostern zuhause

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat in drei Sprachen an Deutsche und Belgier appelliert, über die Osterfeiertage nicht in sein Land zu reisen. «Kom niet naar Nederland, Bleib zu Hause, restez à la maison!», sagte Rutte am Donnerstag.

Auch Grand Canyon-Nationalpark macht wegen Corona-Krise zu

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist seit Donnerstag auch der Grand Canyon Nationalpark im US-Bundesstaat Arizona geschlossen. Zum Schutz von Besuchern, Mitarbeitern und Anwohnern werde der Naturpark ab sofort bis auf Weiteres geschlossen bleiben, teilte die Parkverwaltung mit.

Zoos leiden unter der Krise

Mit der Corona-Krise bleiben plötzlich auch in Zoos die Besucher und somit die Einnahmen weg. Gerade in der Osterzeit trifft das die Betreiber hart. Was bleibt, sind die Kosten. Denn Tiere lassen sich nicht in Kurzarbeit schicken.

Absage der Bayreuther Festspiele sorgt für hohe Verluste

Lange wollte niemand so richtig daran glauben. Nun müssen die berühmten Wagner-Festspiele in Bayreuth doch ausfallen. Ein herber Schlag für die Kulturszene - aber auch für Hotels, Lokale und den Einzelhandel.

Trump sagt Kreuzfahrt-Passagieren im Drama um die «Zaandam» Hilfe zu

Im Drama um die «Zaandam» gibt es Hoffnung: US-Präsident Trump sagt dem Kreuzfahrtschiff, auf dem das Coronavirus ausgebrochen ist, Hilfe zu. Mehrere lateinamerikanische Länder hatten die Erlaubnis verweigert, in ihre Häfen einzulaufen.

Lufthansa-Konzern schickt zwei Drittel der Beschäftigten in Kurzarbeit

Der Lufthansa-Konzern will in der Corona-Krise rund zwei Drittel seiner weltweit Beschäftigten in die Kurzarbeit schicken. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch in Frankfurt, dass die Sozialleistung in verschiedenen Ländern für insgesamt 87 000 Mitarbeiter beantragt worden ist.

Bahn spendet Lebensmittel an Tafeln

In den Bordbistros der Deutschen Bahn gibt es wegen der Coronakrise derzeit Speisen und Getränke nur in Einwegverpackungen und zum Mitnehmen. Damit Currywurst, Chili und andere Speisen nicht verderben, hat das Unternehmen 600 Kilogramm Lebensmittel an die Frankfurter Tafel gespendet.