Auf früheren Flug umgebucht: Zahlt die Airline das Hotel?

| Tourismus Tourismus

Ein Flug wird abgesagt, die Airline bucht den Reisenden auf dessen Wunsch auf einen anderen Flug um, mit dem er einen Tag früher als geplant ankommt: Muss die Airline die Übernachtung am Zielort zahlen? Nein, entschied das Landgericht Landshut in so einem Fall. 

Die Hotelkosten sind dann keine Betreuungsleistungen im Sinne der EU-Fluggastrechte-Verordnung, die von der Anrechnung auf Entschädigungen ausgeschlossen sind. (Az.: 15 S 437/25e)

Hintergrund: Bei kurzfristigen Flugabsagen müssen Airlines in vielen Fällen Ausgleichszahlungen in Höhe von 250 bis 600 Euro an den Passagier leisten. Zudem gibt es Betreuungsleistungen, auf die Passagiere unabhängig davon Anspruch haben, etwa die Übernahme von Hotelkosten in gewissen Fällen. Unter Umständen können diese Leistungen aber doch auf gezahlte Entschädigungen angerechnet werden.

Hotelnacht in Dubai - Airline muss nicht zahlen

So war es in dem verhandelten Fall, in dem für zwei Passagiere eine Ausgleichszahlung in Höhe von insgesamt 1.200 Euro geflossen war, da zwei Flüge von München nach Dubai kurzfristig abgesagt worden waren. Außerdem forderten sie für die zusätzliche Nacht in Dubai Hotelkosten von rund 750 Euro von der Fluggesellschaft ein. Doch die lehnte die Zahlung ab und bekam vom Landgericht recht. 

Die EU-Regeln sehen die Übernahme von Hotelkosten allgemein nur dann vor, wenn ein angebotener Ersatzflug erst einen Tag später als geplant startet und man dadurch quasi am Abflugort startet. Dass die Airline das Hotel zahlt, wenn man einen Tag früher ankommt, steht nicht in der Verordnung. Über den Fall berichtet die Fachzeitschrift «ReiseRecht aktuell». (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Airbnb-Analyse zeigt, welche naturnahen Ziele in Deutschland im Sommer 2026 bei Reisenden besonders an Beliebtheit gewonnen haben. Dabei dominieren Regionen am Bodensee sowie Standorte an Nord- und Ostsee.

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Für Besucher ändert sich das jetzt - doch es gibt Ausnahmen.

Eine aktuelle Studie von Booking.com verdeutlicht Diskrepanzen zwischen dem Wunsch nach nachhaltigem Reisen und dem tatsächlichen Handeln der verschiedenen Generationen.

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz ist mit steigenden Gäste- und Übernachtungszahlen in das Jahr 2026 gestartet. Besonders die Regionen Rheinhessen, Mosel-Saar und Ahr legten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr zu.

Der Deutsche Reiseverband hat die Bewerbungsphase für den Umweltpreis Ecotrophea 2026 eröffnet. Im Mittelpunkt der diesjährigen Auszeichnung steht die Zusammenarbeit zwischen Tourismusunternehmen und lokalen Gemeinden.

Eine neue Umfrage belegt, dass 34 Prozent der Deutschen ihren Sommerurlaub aufgrund begrenzter Budgets einschränken oder ganz darauf verzichten müssen. Dabei spielt die laufende Kostenkontrolle für die Mehrheit der Reisenden eine entscheidende Rolle.

Fertitta Entertainment hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Caesars Entertainment geschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich laut Unternehmensangaben auf 17,6 Milliarden US-Dollar einschließlich übernommener Schulden.

Tourismusunternehmen rund um den Bodensee ziehen überwiegend eine positive Zwischenbilanz zum Saisonstart 2026. Vor allem Schifffahrt, Freizeitziele und Bergbahnen melden stabile oder steigende Besucherzahlen.

Die Engpässe bei der Kerosinversorgung durch die Straße von Hormus sollen für Passagiere in Deutschland ohne Folgen bleiben. Der Flug in den Urlaub sei garantiert, versichern verschiedene Anbieter.

Trotz Rekord-Übernachtungszahlen 2025 steckt die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen in einem Stimmungstief: Vor allem hohe Kosten für Energie und Lebensmittel sorgen viele Betriebe – doch es gibt Ausnahmen.