Deutsche Urlauber sorgen für Rekordumsätze in der Reisewirtschaft

| Tourismus Tourismus

Die Ausgaben der Bundesbürger für vorab gebuchte, mehrtägige Urlaubsreisen haben im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in der aktuellen Datensammlung „Zahlen und Fakten 2025“ (PDF) belief sich die Gesamtsumme auf 87,9 Milliarden Euro. Davon entfielen 43,4 Milliarden Euro auf die Umsätze der Reiseveranstalter. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 39,8 Milliarden Euro. Der Anteil der Veranstalterreisen am Gesamtmarkt bewegt sich damit bei knapp 50 Prozent. Die Reisebüros erwirtschafteten laut dem Verband einen Umsatz von 21 Milliarden Euro, wobei 14,3 Milliarden Euro auf das Privatkundengeschäft und 6,7 Milliarden Euro auf den Bereich der Geschäftsreisen entfielen.

Stabiles Reiseaufkommen bei kürzerer Aufenthaltsdauer

Insgesamt unternahmen 57,1 Millionen Menschen Urlaubsreisen mit einer Dauer von mindestens fünf Tagen, während es im Vorjahr 56,4 Millionen Reisende waren. Wie der Branchenverband mitteilt, stieg der Anteil der reisenden Bevölkerung leicht auf 80,5 Prozent an. Parallel dazu sank die durchschnittliche Dauer der Reisen von 13 Tagen im Vorjahr auf nunmehr 12,4 Tage. Bei der Wahl der Ziele zeigt sich eine Verschiebung: Während Deutschland mit einem Anteil von 22,2 Prozent weiterhin ein wichtiges Ziel für lange Urlaubsreisen bleibt, sank dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr, als er noch 23,6 Prozent betrug. Im Gegensatz dazu stieg das Interesse an Fernreisen an, deren Anteil von 6,9 Prozent auf 8,6 Prozent kletterte.

Luftverkehr und Kreuzfahrten verzeichnen Zuwächse

Das Flugzeug festigte seine Position als meistgenutztes Verkehrsmittel. Laut der Datensammlung wurden 47 Prozent aller Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer auf dem Luftweg durchgeführt, was einen Anstieg gegenüber den 45 Prozent des Vorjahres darstellt. Auch das Segment der Kreuzfahrten verzeichnete ein finanzielles Wachstum. Die Ausgaben für Hochsee- und Flusskreuzfahrten summierten sich auf rund 6,7 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Bereich der Hochseekreuzfahrten war die Nordsee mit einem Anteil von 37 Prozent das meistgewählte Fahrtgebiet. Es folgten das westliche Mittelmeer mit 20 Prozent sowie der Atlantik inklusive der Inselgruppen der Kanaren, Madeira, Kapverden und Azoren sowie Portugal mit 14 Prozent.

Regionale Schwerpunkte bei Flussreisen

Bei den Flusskreuzfahrten konzentrierte sich das Passagieraufkommen laut Deutschem Reiseverband primär auf den Rhein und seine Nebenflüsse, die einen Anteil von 44 Prozent verbuchten. Die Donau folgte mit 22 Prozent an zweiter Stelle. Weitere 14 Prozent der Gäste entschieden sich für französische Wasserwege, während der Nil einen Anteil von neun Prozent erreichte. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Nordsee Schleswig-Holstein blickt auf ein ereignisreiches Tourismusjahr 2026. Neben ökologischen Schwerpunkten im Nationalpark und großen Jubiläen in Helgoland und St. Peter-Ording ergänzen neue Infrastrukturprojekte das Angebot.

Im Oberen Mittelrheintal werden bis 2027 zehn neue Wanderwege unter der Marke Loreley Spuren ausgeschildert. Das Projekt umfasst Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zwischen Braubach und Kaub, die sich an den Qualitätsstandards des Deutschen Wanderverbandes orientieren.

Die Lüneburger Heide schlägt einer Untersuchung zufolge beim Bekanntheitswert aus Niedersachsen sogar Volkswagen. Das geht aus einer Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Tourismusexperten jubeln.

Das neue ÖHV-Urlaubsradar prognostiziert eine steigende Reisebereitschaft für die Semesterferien. Dabei steht der Heimaturlaub im Fokus: Fast 80 Prozent der Reisenden planen einen Aufenthalt in Österreich, wobei Salzburg und Tirol die beliebtesten Bundesländer bleiben.

Ab Ende Februar wird es ernst: Ohne ETA gibt’s keinen Zutritt zu Flugzeugen und Zügen nach Großbritannien. Was es zu beachten gibt und mit wie viel Vorlauf man den Antrag stellen sollte.

Früh aufstehen, statt den letzten Urlaubstag am Pool ausklingen zu lassen? Wenn der Rückflug vom Abend in den Morgen vorverlegt wird, ist das frustrierend. Aber immerhin kann es Geld zurückgeben.

Während andere Flughäfen boomen, hinken die ostdeutschen Airports dem Vorkrisenniveau hinterher. Woran das liegt - und was das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt als zentrale Hürden nennt.

Bali lockt jedes Jahr Millionen Urlauber. Verkehrschaos, Müll und schlechtes Benehmen bereiten Ärger. Nun sollen Finanznachweise und strengere Einreiseregeln Abhilfe schaffen. Aber wie?

Die PiNCAMP Awards 2026 würdigen wegweisende Betriebe und Persönlichkeiten der europäischen Campingwirtschaft. Im Rahmen einer Gala in Stuttgart wurden Gewinner aus den Niederlanden, Italien und Spanien für ihre Konzepte in den Bereichen Nachhaltigkeit, Innovation und Mietunterkünfte geehrt.

Während Metropolen wie Paris und New York weiterhin die Buchungslisten anführen, sorgen Trends wie Set-Jetting und Hotel-Hopping für neue Impulse. Eine Analyse aktueller Marktdaten zeigt, wie Reiseberater die steigende Nachfrage optimal nutzen können.