Diese Rechte haben Reisende bei Krankheit, Katastrophen und politischen Unruhen

| Tourismus Tourismus

Bei Marseille und auf der Urlaubsinsel Kreta wüten derzeit mehrere Waldbrände, zahlreiche Touristen mussten bereits aus ihren Hotels evakuiert werden. Naturkatastrophen, aber auch politische Unruhen oder eine plötzliche Erkrankung im Umfeld einer Urlaubsreise sorgen für viele Fragen: Wann kann man eine gebuchte Reise kostenfrei stornieren oder abbrechen, wie ist die rechtliche Lage, wenn ich individuell oder pauschal gebucht habe? Der ADAC hat die wichtigsten Informationen und Tipps zusammengestellt.

Pauschalurlauber zum Beispiel können ihre Reise stornieren, wenn am Urlaubsort unvermeidbare bzw. außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen. Dazu zählen Naturkatastrophen, Kriege oder schwere Unruhen. Entscheidend sind jedoch die konkreten Umstände vor Ort. Urlauber können sich nur dann darauf berufen, wenn die Reise unmittelbar bevorsteht und sie in eine Region reisen möchten, in der beispielsweise Waldbrände wüten. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss man damit rechnen, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.

Individualreisende haben es schwerer, denn hier gelten oft die Stornobedingungen der einzelnen Anbieter. Eine kostenlose Stornierung ist in der Regel nicht möglich. Ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes hilft bei der Risikoeinschätzung einer Reise. Eine kostenlose Stornierung ist oft erst dann möglich, wenn das Auswärtige Amt vor Reisen in ein Gebiet warnt oder eine Evakuierung empfiehlt.

Allerdings müssen Individualreisende bereits gebuchte Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht bezahlen, wenn diese nicht erbracht werden können. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft hingegen zugänglich, ohne dass sich die Reisenden in Gefahr begeben müssen, sind sie auf die Kulanz des Anbieters angewiesen.

Wer während der Reise von einer Naturkatastrophe oder einem anderen außergewöhnlichen Ereignis betroffen ist, sollte sich umgehend an die Reiseleitung bzw. bei Individualreisen an die Botschaft oder das Konsulat wenden. Bei einer Pauschalreise ist der Veranstalter verpflichtet, für die Sicherheit der Reisenden zu sorgen oder die Rückreise zu organisieren. Eine Reiseabbruchversicherung kann dabei helfen, zusätzliche Kosten aufzufangen.

Wenn die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich ist und die Reisenden länger bleiben müssen, ist der Veranstalter verpflichtet, für eine Unterkunft für maximal drei Tage zu sorgen.

Bei Krankheiten gilt: Wer vor der Reise erkrankt, kann mit einer Reiserücktrittsversicherung oft stornieren, allerdings nur bei schwerwiegenden Erkrankungen, die eine Reise unmöglich machen. Erkrankungen während der Reise können vor allem außerhalb Europas hohe Kosten verursachen. Eine Auslandskrankenversicherung schützt vor finanziellen Risiken.

Urlauber sollten sich vor ihrer Urlaubsreise umfassend informieren, Versicherungen prüfen und im Zweifel frühzeitig mit Veranstaltern oder Versicherungen sprechen. So lässt sich das finanzielle Risiko minimieren, auch in Zeiten von zunehmenden Naturkatastrophen und Krisen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Fast jede fünfte Winterreise wird laut Dertour Reisebarometer allein angetreten. Besonders die Generation 50 plus und Langzeiturlauber prägen das Segment. Zu den meistgebuchten Zielen gehörten Spanien, Ägypten und die Türkei.

Griechenland will den Massentourismus auf vielen Inseln und in beliebten Ferienorten stärker begrenzen und gleichzeitig Natur und Landschaft besser schützen. Die Regierung stellte dazu bei einer Pressekonferenz in Athen neue Regeln für den Tourismus und den Hotelbau vor.

Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt eine deutliche Zurückhaltung deutscher Reisender beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zwar können sich viele Befragte den Einsatz von KI-Anwendungen im Reisebereich grundsätzlich vorstellen, die tatsächliche Nutzung bleibt laut den erhobenen Daten jedoch meist im einstelligen Prozentbereich.

Zugfahrten ins Ausland werden bei Reisenden beliebter. Die Bahn will davon profitieren und stärkt gerade im Sommer ihr Programm. Bei manchen Verbindungen in Metropolen gibt es aber noch hohe Hürden.

Die Tripadvisor Group hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 4 Prozent gemeldet. Wachstum verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem im Bereich Experiences sowie bei der Restaurantplattform TheFork.

Deutschland bleibt laut aktuellen Marktdaten das weltweit wichtigste Ziel für internationale Geschäftsreisen. Während klassische Geschäftsreisen zurückgehen, bleiben Veranstaltungen und Bleisure-Reisen auf stabilem Niveau.

Eine aktuelle Erhebung des Portals Holidu prognostiziert für die Saison 2026 eine hohe Auslastung bei Ferienhäusern an den deutschen Küsten bei weitgehend stabilen Mietpreisen. Insbesondere an der Nordsee planen Urlauber ihren Aufenthalt langfristig.

Nach mehreren Hantavirus-Fällen und drei Todesopfern darf das Kreuzfahrtschiff «Hondius» einen Hafen auf den Kanaren anlaufen. Was Spanien und internationale Behörden nun planen.

Es ist nicht immer leicht, sich im Urlaub die Sonnenliegen am Hotelpool zu sichern, oft sind sie mit Handtüchern reserviert. Das will sich ein Reisender nicht gefallen lassen - er fordert Geld zurück.

Eine aktuelle Studie belegt, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten die Reiseplanung von 70 Prozent der Deutschen beeinflusst. Trotz aufgehobener Reisewarnungen für Golfstaaten wie Katar und die VAE bleiben Urlauber vorsichtig.