Ende des Jumbos: Boeing macht Milliardenverlust und stellt 747-Produktion ein

| Tourismus Tourismus

Die Corona-Krise hat dem US-Flugzeugbauer Boeing im abgelaufenen Quartal einen höheren Verlust eingebrockt als befürchtet. Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden US-Dollar (gut 2 Mrd Euro), nachdem das Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max ein Jahr zuvor bereits ein Minus von 2,9 Milliarden Dollar verursacht hatte. Damit fiel der neuerliche Verlust in etwa doppelt so hoch aus wie von Analysten im Schnitt erwartet.

Jetzt will der Konzern die Produktion seiner Langstreckenjets noch weiter zurückfahren, wie er am Mittwoch in Chicago mitteilte. Immerhin: Mit 5,3 Milliarden Dollar verbrannte der Konzern im abgelaufenen Quartal im Tagesgeschäft weniger Geld als befürchtet.

So sollen im kommenden Jahr monatlich nur noch sechs Exemplare des Langstreckenjets 787 «Dreamliner» fertig werden. Die Produktion der noch größeren Boeing 777 und ihrer Neuauflage 777X soll auf zwei Maschinen pro Monat sinken. Die Auslieferung der ersten 777X erwartet Boeing erst im Jahr 2022. Die Produktion der 737 Max, deren Wiederzulassung das Management bald erwartet, fährt derzeit erst langsam wieder hoch.

Die Produktion des Jumbo-Jets 747 wird hingegen nach mehr als 50 Jahren eingestellt. Die letzte 747 werde im Jahr 2022 gebaut, teilte das Unternehmen mit. Konzernchef Dave Calhoun begründete den Schritt mit der derzeitigen Marktentwicklung. Der einst größte Passagierjet der Welt hatte 1969 seinen Jungfernflug absolviert. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Reisebranche: 61 Prozent weniger Umsatz in den ersten drei Quartalen 2020

Die aktuellen Reisebeschränkungen haben sich im vergangenen Jahr stark auf die Umsätze der Reisebranche ausgewirkt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Umsätze der Reisebüros, -veranstalter und Reservierungsdienstleister von Januar bis September 2020 um 61 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums.

Adopt a Backpacker: Australier adoptieren in Not geratene Rucksacktouristen

Corona hat die Pläne vieler Rucksacktouristen in Australien auf den Kopf gestellt. Gelegenheitsjobs im Lockdown? Fehlanzeige. Damit sie in unsicheren Zeiten gut unterkommen, gründete ein Paar die Plattform «Adopt a Backpacker».

Tourismusbranche fordert abgestimmtes Konzept für Neustart

Die Tourismusbranche befürwortet die von Bund und Ländern geplante Einrichtung einer Arbeitsgruppe für eine Öffnungsstrategie in der Corona-Krise. «Es ist gut, dass Bund und Länder nun endlich eine Öffnungsstrategie angehen», teilten mehrere Tourismus- und Reiseverbände mit.

Rent a Skilift: Findige Idee in Bayern verboten, im Südwesten erlaubt

Unterschiedliche Ansichten in der Corona-Politik machen auch findigen Ideen schnell den Garaus. Einem Liftbetreiber im oberbayerischen Böbing wurde jetzt verboten, seinen Schlepplift stundenweise an einzelne Familien zu vermieten. In Baden-Württemberg dagegen boomt „Rent a Skilift“ derweil.

Reise-Rückkehrerin: Geschlossene Schulen und tausende Quarantäne-Anordnungen

Durch das Missachten von Corona-Regeln hat eine Urlauberin nach der Rückkehr nach Belgien für geschlossene Schulen und 5.000 Quarantäne-Anordnungen gesorgt. Über Weihnachten hatte die Frau einige Tage zum Ski-Urlaub in der Schweiz verbracht.

Disneyland Paris verschiebt Wiedereröffnung

Disneyland Paris hat seine Wiedereröffnung aufgrund der Corona-Pandemie auf den 2. April verschoben. Der Vergnügungspark sollte eigentlich am 13. Februar wiedereröffnet werden. Dies sei aufgrund der derzeitigen Lage jedoch nicht mehr möglich.

Genferseegebiet: Uhrmacherhandwerk und Kunstmechanik jetzt UNESCO-Kulturerbe

Die UNESCO würdigt mit der aktuellen Aufnahme in die „Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ die lebendige Tradition des Uhrmacherhandwerks und der Kunstmechanik, die die Region des französisch-schweizerischen Jurabogens prägt.

MS Amadea bleibt vor Anker: «Traumschiff» wird trotzdem weitergedreht

Die Corona-Pandemie hat auch die Pläne für Deutschlands bekanntestes Kreuzfahrtschiff durcheinandergebracht. Das ZDF dreht dennoch an Bord die neuen Abenteuer der Crew von TV-Kapitän Florian Silbereisen.

Fraport: Passagieraufkommen auf historisch niedrigem Niveau

Im Jahr 2020 zählte der Flughafen Frankfurt rund 18,8 Millionen Passagiere, ein Minus von 73,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lag das Passagieraufkommen in Frankfurt auf einem Niveau wie zuletzt 1984, wie Fraport-Chef Stefan Schulte mitteilte.

Australien bleibt auch 2021 für Reisende dicht

Australien wird seine Grenzen für internationalen Reiseverkehr voraussichtlich auch 2021 nicht öffnen. Das Land hat seine Landesgrenzen seit März 2020 geschlossen. Auch wegen dieser Maßnahme ist Australien bislang vergleichsweise sehr glimpflich durch die Pandemie gekommen.