Food-Revolution in Las Vegas: Bellagio Mayfair feiert Relaunch, Rio's Hash House ist weg!

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Las Vegas ist eines der wichtigsten touristischen Ziele in den Vereinigten Staaten und soll pro Jahr rund 35 Millionen Menschen begrüßen dürfen. Das Thema Glücksspiel ist dabei ein wichtiger Faktor, denn die berühmten Casinos vor Ort locken Gäste von außerhalb am stärksten an. Es gibt allerdings noch zahlreiche weitere Gründe, warum Besuche in Las Vegas auf mancher Bucket-List stehen.

Aussichtsplattformen, utopische Riesenräder und Spitzengastronomie gehören dazu. Im gastronomischen Bereich gab es unlängst eine deutliche Veränderung. Während sich Bellagios Mayfair über den Relaunch freuen kann, ist Rio´s Hash House Teil der Vergangenheit. Folgen für den Tourismus? Eher weniger und trotzdem sind solche Veränderungen immer wieder von Bedeutung.

Was macht Las Vegas zum Publikumsmagneten?

Eines der Hauptelemente in Las Vegas ist das Versprechen, unerreichbare Dinge möglich zu machen. Viele Touristen verbinden die Stadt mit spontanen Hochzeitsmöglichkeiten, mit Sehenswürdigkeiten und ein bisschen auch mit Elvis Presley (Viva Las Vegas). Natürlich gibt es im Bundesstaat auch viele Gelegenheiten, um mit echtem Geld Poker zu spielen, wobei das inzwischen auch online vielerorts möglich ist.

Glücksspiel ist in Las Vegas immer präsent, die riesigen Ressorts und Casinos wie das Bellagio sind weltweite Berühmtheiten. Hier feierten bereits die großen Stars, hier wurden aber auch schon Filme rund um James Bond gedreht. Und dann ist da noch die Kulinarik, die den Gästen einiges zu bieten hat. Hier kommt es immer wieder zu deutlichen Änderungen, sodass es aus Besuchersicht nicht langweilig wird.

Neues Konzept in Bellagio macht das klassische Dinner zur Show

Mit dem Relaunch des Mayfair im Bellagio rückt die Kulinarik auf neue Weise in den Vordergrund. Anstatt nur noch auf hochwertige Küche zu setzen, verbindet man das Dinner jetzt mit Shows und musikalischen Events. Der Raum wird zum Showroom und die Gäste werden Teil eines Gesamtkonzepts, das sich im Laufe des Abends immer wieder verändert.

Diese Form des Dinnertainments passt zum Charakter der Start und beginnt damit, klassische Dinnerformate aufzubrauchen und mehr Varieté zu integrieren.

Wo bislang eher auf leise Hintergrundmusik gesetzt wurde, treten nun Performer zwischen den Tischen auf und verändern die Atmosphäre beim Abendessen. Hier werden vor allem jene Besucher angesprochen, die nicht nur auf den Teller schauen, sondern ein abendfüllendes Erlebnis genießen möchten. Das Mayfair wird zu einem Ort für Event-Gastronomie und verliert den Status als kurzer Zwischenstopp vor der nächsten Show.

Zum Konzept gehört nun ein 16-köpfiges Ensemble aus Künstlern aller Art, darunter Artisten, Musiker, Tänzer und Spezialisten. Der Blick ist dabei stets auf die beeindruckenden Fontänen des Bellagio gerichtet.

Auch kulinarisch hat sich einiges geändert. Zwar setzt man weiterhin auf klassische Gerichte wie den Rib-Burger und das Brathähnchen, bringt aber auch die gehobene Gastronomie ins Rennen. Gäste bleiben durchschnittlich 3,7 Tage in Vegas und möchten diese nicht mit langweiligen Zwischenstopps verbinden. Das Mayfair will dem entgegenwirken und für mehr Abwechslung sorgen.

Strategisch neuer Publikumsmagnet mit dem Relaunch des Mayfairs

Hinter dem neuen Konzept steckt nicht nur der Wunsch nach einem neuen Design, sondern auch ein Stück Strategie. Am Strip ist die Konkurrenz groß und der Wettbewerbsdruck zwingt etablierte Einrichtungen zu Änderungen. Restaurants haben nicht nur andere Gaststätten als Konkurrenten, sondern müssen sich auch mit Events, Bars und verschiedenen Shows messen. Wenn die Gäste länger bleiben sollen, muss es dafür einen wirklichen Grund geben.

Mit dem Gedanken, Essen und Unterhaltung nicht voneinander zu separieren, geht das Mayfair einen neuen Weg und möchte den Tourismus beleben. Durch die zusätzlich integrierte, gehobene Küche wird ein breites Publikum angesprochen, ohne die bisherigen Klassiker zu eliminieren.

Das Hash House a Go Go verabschiedet sich aus dem Rio

Ganz anders fällt die Veränderung im Rio aus, wo das Hash House a Go Go nach vielen Jahren seinen Platz räumen musste. Das Restaurant war lange Jahre eine Anlaufstelle für großzügige Portionen und üppige Frühstücksmomente. Bei vielen Besuchern war die Gastronomie nach durchfeierten Nächten ein Muss, um sich für den Tag zu stärken. Stammgäste nahmen die angekündigte Schließung mit Schrecken zur Kenntnis, allerdings markiert das Ende auch einen Neuanfang.

Mit dem Abschied verschwindet ein rustikaler und auf Überfluss setzender Gastronomiestil. Um in Las Vegas zu bestehen, ist es wichtig, den modernen Erwartungen der zahlreichen touristischen Gäste zu entsprechen. Für das Rio ist die Schließung Teil eines größeren Wandels, der das Casino verjüngen und neu positionieren soll. Das Hash House stand für eine bestimmte Phase, die nun Platz für neue und jüngere Ideen macht.

Neuer Frühstückslook im Rio ist moderner und schicker

An die Stelle des Hash House ist ein neues Frühstücks- und Mittagsrestaurant getreten, das auf ein zeitgemäßes Erscheinungsbild setzt. Hell, elegant und klar setzt man nun auf Brunch statt Diner-Atmosphäre und spricht mehr Gäste an. Frühstück soll hier nicht mehr nur Stammgäste an den Tisch locken, sondern auch Gelegenheitstouristen, die den Tag auf elegante und Vegas-typische Weise beginnen möchten.

Neben klassischen Frühstücksgerichten finden sich optisch auffällige Kreationen auf der Karte, die sich gut für den eigenen Insta-Feed eignen. Soziale Medien gehören auch in Las Vegas zur Vermarktung und so reicht reines Sattwerden im Restaurant nicht mehr aus, um zu bestehen. Hinzu kommt, dass die Besucherzahlen auf dem Strip aktuell einbrechen und man von allen Seiten etwas unternehmen muss, um überlebensfähig zu bleiben.

Gut möglich, dass es in der Zukunft wieder eine Art Diner in Vegas geben wird, denn oft sind alte Trends irgendwann so alt, dass sie unter der Neubezeichnung Retro wiedereröffnet werden. Bis jetzt heißt es für die Stammgäste aber, Platz für neue Ideen zu machen und das eingestaubte Diner-Image zu verabschieden.

Zwei Umbauten zeigen den Trend im neuen Las Vegas von morgen

Auch wenn der Relaunch im Bellagio und der Wechsel im Rio auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, ist der Grundgedanke identisch. Beide Gastronomien setzen stärker auf Inszenierung und Erlebnis und wollen beim Gast ein klares Lebensgefühl wecken. Essen ist zwar Teil des Konzepts, aber nicht mehr der vollständige Mittelpunkt.

Im Mayfair wird die Show zum Highlight, das Essen zum beiläufigen Genuss. Im Rio setzt man nun auf Style statt Gediegenheit, um vor allem die junge Influencer-Generation anzusprechen.

Für Vegas sind solche weitreichenden Änderungen kaum besonders, denn hier müssen Unternehmen mit der Zeit gehen. Restaurants können sich mit dem ausschließlichen Angebot von Essen nur noch selten halten, Erlebnisgastronomie ist gerade in Nevada von großer Bedeutung. Wer als Gast nach Vegas reist, speist nicht in einem klassisch-gemütlichen Restaurant, sondern möchte jede Minute des Urlaubs mit einem besonderen Moment verbinden können.


 

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