Geschäftsreiseausgaben steigen deutlich schneller als die Zahl der Reisen

| Tourismus Tourismus

Die Ausgaben für Geschäftsreisen mit Ausgangspunkt in Europa sollen 2026 auf 404 Milliarden Euro steigen. Die Global Business Travel Association (GBTA) prognostiziert ein Ausgabenwachstum von sieben Prozent, während die Zahl der Geschäftsreisen lediglich um 0,7 Prozent zunehmen dürfte. Deutschland bleibt der größte europäische Geschäftsreisemarkt.

Die Geschäftsreiseausgaben in Europa sollen 2026 insgesamt 404 Milliarden Euro erreichen. Das entspricht einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig erwartet die Global Business Travel Association (GBTA) rund 600 Millionen Geschäftsreisen. Deren Zahl dürfte damit lediglich um 0,7 Prozent zunehmen. Die Prognose veröffentlichte der Verband am 4. November 2026 anlässlich der GBTA + VDR Europe Conference 2026 in Partnership with ABTA.

Die Zahlen beziehen sich auf Geschäftsreisen, die ihren Ausgangspunkt in Europa haben. Grundlage sind regionale Ergebnisse des GBTA Global Business Travel Index 2026. Weltweit rechnet der Verband mit Geschäftsreiseausgaben von 1,52 Billionen Euro und rund 1,84 Milliarden Geschäftsreisen. Auf Europa sollen 27 Prozent der weltweiten Ausgaben entfallen.


Die Branche verändert sich. Verpassen Sie nicht, was wichtig wird.

Neue Gesetze, aktuelle Branchenentwicklungen und wichtige Unternehmensnachrichten: Wer in Hotellerie und Gastronomie auf dem Laufenden bleiben will, sollte Tageskarte im Blick behalten.

Mehr Tageskarte bei Google: Wählen Sie Tageskarte.io als bevorzugte Nachrichtenquelle aus. So können unsere Meldungen künftig häufiger in Ihren Google-Schlagzeilen erscheinen – damit Sie keine wichtigen Entwicklungen verpassen.

→ Jetzt Tageskarte bei Google bevorzugen

Deutschland führt die europäischen Geschäftsreisemärkte mit 79,9 Milliarden Euro an

Mit prognostizierten 79,9 Milliarden Euro entfallen 19,8 Prozent der europäischen Geschäftsreiseausgaben auf Deutschland. Damit führt die Bundesrepublik die Rangliste der europäischen Herkunftsmärkte an. Es folgen Großbritannien mit 50 Milliarden britischen Pfund, Frankreich mit 45 Milliarden Euro, Italien mit 39,5 Milliarden Euro und Spanien mit 26,5 Milliarden Euro.

Zusammen stehen diese fünf Länder für rund 62 Prozent der europäischen Geschäftsreiseausgaben. Auf Westeuropa entfallen nach der GBTA-Prognose insgesamt 354,9 Milliarden Euro, auf Mittel- und Osteuropa weitere 49,1 Milliarden Euro.

Für Westeuropa erwartet der Verband 2026 einen Anstieg der Ausgaben um 6,5 Prozent. In Mittel- und Osteuropa sollen die Geschäftsreiseausgaben um 10,8 Prozent zunehmen.

Geschäftsreiseausgaben steigen deutlich schneller als die Zahl der unternommenen Reisen

Die Prognose weist eine unterschiedliche Entwicklung der Ausgaben und der Reiseanzahl aus. Während die europäischen Geschäftsreiseausgaben um sieben Prozent steigen sollen, erwartet die GBTA bei der Zahl der Reisen lediglich ein Plus von 0,7 Prozent.

Auch weltweit prognostiziert der Verband ein stärkeres Ausgabenwachstum als eine Zunahme der Geschäftsreisen. Die Ausgaben sollen um 7,2 Prozent steigen, die Zahl der Reisen dagegen um 1,3 Prozent. Eine genaue Aufschlüsselung der europäischen Ausgabenentwicklung nach Preis- und Mengeneffekten enthält die Mitteilung nicht.

Für 2027 erwartet die GBTA europäische Geschäftsreiseausgaben von 425 Milliarden Euro. Bis 2030 sollen sie auf 471 Milliarden Euro anwachsen.

Mehr als die Hälfte der europäischen Geschäftsreisen umfasste eine Übernachtung

Neben den Ausgabenprognosen veröffentlichte die GBTA Ergebnisse einer Befragung europäischer Geschäftsreisender. Demnach entfielen 2025 rund 63 Prozent der Geschäftsreisen auf Inlandsreisen und 37 Prozent auf internationale Reisen.

Im Jahr 2025 umfassten 57 Prozent der Geschäftsreisen mindestens eine Übernachtung, während 43 Prozent am selben Tag endeten. Geschäftsreisen mit Übernachtung dauerten durchschnittlich 3,6 Nächte.

Als häufigsten Reisegrund nannten die Befragten Kunden-, Vertriebs- und Betreuungsgespräche. Weitere Anlässe waren Schulungen, Projektarbeit sowie Konferenzen und Kongresse.

Rund 74 Prozent der befragten Geschäftsreisenden erwarteten für 2026 eine gleichbleibende oder höhere Reisehäufigkeit als im Vorjahr. Zudem planten 55 Prozent, eine Geschäftsreise um einen privaten Reiseanteil zu verlängern.

Geschäftsreiseausgaben unterstützen die Wirtschaftsleistung und Beschäftigung in europäischen Städten

Ergänzend veröffentlichte die GBTA Ergebnisse einer Untersuchung zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Geschäftsreisen in 25 internationalen Großstädten. Die Auswertung basiert auf Daten aus dem Jahr 2024.

Für Frankfurt am Main ermittelte die Untersuchung direkte Ausgaben von Geschäftsreisenden in Höhe von 4,2 Milliarden Euro. Die dadurch unterstützte gesamte Wirtschaftsleistung bezifferte die GBTA auf 6,2 Milliarden Euro. Der Beitrag zum lokalen Bruttoinlandsprodukt lag bei 1,8 Milliarden Euro. Nach Berechnungen des Verbandes unterstützten die wirtschaftlichen Auswirkungen der Geschäftsreiseausgaben in Frankfurt 33.070 Arbeitsplätze.

Für Paris bezifferte die GBTA die direkten Geschäftsreiseausgaben auf 12,1 Milliarden Euro, für Amsterdam auf fünf Milliarden Euro und für Madrid auf 4,1 Milliarden Euro. In London lagen sie bei 11,2 Milliarden britischen Pfund.

Der GBTA Global Business Travel Index untersucht die Entwicklung der Geschäftsreiseausgaben in 72 Ländern und 44 Wirtschaftszweigen. Für die Ausgabe 2026 wurden im Mai weltweit mehr als 4.700 Geschäftsreisende befragt. Die Untersuchung verwendet zudem eine neue Methodik zur Ermittlung der Reiseanzahl.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Uber will weltweit rund 3.300 Arbeitsplätze streichen. Besonders Führungskräfte sollen von dem Konzernumbau betroffen sein, während Mittel unter anderem in Fahrdienste, Essenslieferungen und Robotaxis fließen sollen.

Zwei Küsten, viele Seen, sattes Grün und sanfte Hügel. Nicht zu heiß und nur manchmal nass. Schleswig-Holstein gefällt Urlaubern. Doch ein Selbstgänger ist das nicht, wie die Halbjahresbilanz zeigt.

Unter dem Motto „Heritage meets innovation in the Green Heart of Germany“ lädt die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) vom 20. bis 23. September 2026 gemeinsam mit der Thüringer Tourismus GmbH zum Thuringia Travel Summit nach Erfurt.

Eine aktuelle Datenanalyse beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung deutscher Touristen für die Gastronomie und Hotellerie in europäischen Reisezielen im Sommer 2026.

Auf dem Tegernsee ist das erste elektrische Passagierschiff in Betrieb genommen worden. Die neue „Gmund“ bietet Platz für bis zu 180 Fahrgäste und verfügt laut dpa über eine Batteriekapazität für rund zehn Stunden Fahrbetrieb.

 

Der Tourismus in Sachsen kommt nach neu berechneten Daten auf einen Bruttoumsatz von 9,8 Milliarden Euro und eine Wertschöpfung von rund 4,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen zudem Gästeankünfte und Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen ist mittlerweile schiefer als der Turm von Pisa und nach einer Sicherung und dem Ausbau als Besucherzentrum für Gäste eröffnet worden. Das Projekt kostete rund 14,5 Millionen Euro und soll die touristische Entwicklung der Kyffhäuserregion stärken.

Uber bietet im September erstmals Tagesausflüge mit dem sogenannten Weintaxi von Frankfurt in den Rheingau an. An vier Wochenenden stehen täglich vier Fahrzeuge für Touren zu Weingütern im Rheingau zur Verfügung.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat Booking.com verklagt. Streitpunkt ist die Weiterleitung bei „Flug + Hotel“-Angeboten zu lastminute.com der COMVEL GmbH, die nach Auffassung der Verbraucherschützer nicht ausreichend deutlich gemacht wird.

Erstmals seit der Flutkatastrophe im Himalaya-Gebirge im Grenzgebiet zu Nepal haben chinesische Behörden Details zu den auf ihrer Seite vermissten Ausländern bekanntgegeben. Unter den 261 Vermissten sind auch drei Deutsche.