Historische Leuchttürme in Irland als Selbstversorger-Unterkünfte

| Tourismus Tourismus

Die irische Tourismusbranche nutzt die historische Bausubstanz ihrer Küsten für neue Beherbergungskonzepte. Wo früher Leuchtturmwärter den Schiffsverkehr sicherten, stehen heute sanierte Wohngebäude für Übernachtungsgäste zur Verfügung. Die Initiative Great Lighthouses of Ireland koordiniert die Erhaltung und Vermarktung dieser Standorte, von denen derzeit acht als Ferienunterkünfte fungieren.

Blackhead Lighthouse: Revitalisierung ehemaliger Wärterhäuser

An der Steilküste des County Antrim befindet sich das Blackhead Lighthouse. Der seit 1901 aktive Leuchtturm wurde in den 1970er-Jahren automatisiert, wodurch die Anwesenheit von Personal vor Ort entfiel. In den ehemaligen Wohngebäuden der Leuchtturmwärter sind heute drei großzügige Wohnungen für Selbstversorger eingerichtet. Das Ensemble liegt rund 40 Meter über dem Meeresspiegel und ist über eine schmale Zufahrtsstraße erreichbar.

Die Architektur ist durch dicke Mauern, hohe Decken und dunkle Holzböden geprägt. Bei der Ausstattung wurde Wert auf den Erhalt historischer Details gelegt, darunter mechanische Wasserhähne mit getrennten Zuleitungen für Kalt- und Warmwasser sowie vertikale Schiebefenster. Ein ehemaliger Verbindungstunnel zwischen den Wohnhäusern und dem Turm zeugt von den klimatischen Herausforderungen, denen das Personal früher ausgesetzt war. Trotz des historischen Ambientes sind moderne Annehmlichkeiten wie Zentralheizung, Waschmaschinen und WLAN integriert. Eine wochenweise Buchung für Gruppen von sechs bis acht Personen ist ab einem Preis von rund 1.000 Euro möglich.

Infrastruktur und regionale Anbindung

In der Umgebung des Blackhead Lighthouse befinden sich touristische Ausflugsziele wie der 2015 wiedereröffnete Gobbins Cliff Path sowie die Stadt Belfast in 20 Kilometer Entfernung. Die lokale Betreuung der Gäste erfolgt durch ein Housemanagement, das die Einweisung in die technischen Besonderheiten der historischen Gebäude übernimmt. Ein öffentlicher Fußweg führt unterhalb der Klippen direkt am Leuchtturm vorbei.

St. John's Point: Höchster Leuchtturm der Insel

Ein weiterer Standort für Übernachtungen ist St. John's Point im County Down. Der 1844 in Betrieb genommene Turm ist mit 24 Metern der höchste der mehr als 30 Leuchttürme Irlands und durch seinen gelb-schwarzen Anstrich markiert. Direkt am Fuß des Turms befinden sich zwei Wohneinheiten, die über moderne Küchen und Wohnbereiche verfügen. Die Lage bietet direkten Zugang zum Meer und zu umliegenden Naturflächen.

Hintergrund: Die Initiative Great Lighthouses of Ireland

Insgesamt zwölf Leuchttürme auf der irischen Insel sind für die Öffentlichkeit zugänglich und informieren über die Arbeitsbedingungen der früheren Leuchtturmwärter. Diese waren oft durch Einsamkeit und extreme Witterungsbedingungen geprägt. Die Umwandlung in Ferienunterkünfte dient dem Erhalt der denkmalgeschützten Anlagen. Aufgrund der hohen Nachfrage und der begrenzten Kapazitäten wird eine frühzeitige Buchung empfohlen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Untersuchung des Deutschen Tourismusverbandes und des Deutschen Instituts für Tourismusforschung zeigt eine hohe Reisebereitschaft für den Sommer. Trotz gestiegener Kraftstoff- und Kerosinpreise planen 62 Prozent der Deutschen eine Urlaubsreise.

Rund zwei Stunden ging nichts mehr bei der Deutschen Bahn. Welchen Grund der Konzern nannte, was Reisende erlebten und wie lange es wohl noch Verspätungen und Ausfälle geben wird.

Der große Freizeitpark-Check für das Jahr 2026 kürt den südbadischen Europa-Park zum besten Freizeitpark in Deutschland. Neben den Branchenriesen überzeugen im aktuellen Ranking vor allem regionale Familienparks und spezialisierte Anlagen.

Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen - und Verspätungen: Ist die Klimaanlage an Bord defekt, kann es in Flugzeugen schnell unangenehm werden. Was steht Passagieren zu, wenn sich die Kabine unerträglich aufheizt?

Braunwald beendet den klassischen Skibetrieb ab der Wintersaison 2026/27. Die Sportbahnen begründen den Schritt mit anhaltenden Verlusten und veränderten klimatischen Bedingungen, während ein gemeinsamer Zukunftsprozess die weitere touristische Entwicklung der Destination vorbereiten soll.

PiNCAMP meldet Veränderungen im Buchungsverhalten von Campern in Europa. Nach Daten der Plattform wachsen Buchungen im Frühjahr und Herbst stärker als in den klassischen Sommerferien, während nordeuropäische Reiseziele zulegen.

Pierre & Vacances-Center Parcs hat ein vollständig finanziertes Übernahmeangebot von Mubadala Capital erhalten. Die geplante Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung wesentlicher Aktionäre und weiterer Genehmigungen.

Mehr als eine Milliarde Euro liegen im Reisesicherungsfonds – Tui kritisiert eine fehlende Anlagestrategie und fordert spürbare Entlastung für die Branche, und damit für die Urlauber.

Der Sommer-Reisereport 2026 von Opodo zeigt eine anhaltend starke Nachfrage der deutschen Urlauber nach südeuropäischen Zielen, angeführt von Spanien. Gleichzeitig gewinnen Ziele wie Lanzarote und Podgorica stark an Beliebtheit.

Die Staatsanwaltschaft München hat das Ermittlungsverfahren zur Insolvenz der FTI Group eingestellt, da sich der Verdacht auf Insolvenzverschleppung oder Betrug nicht erhärtet hat.