Innenhof des Dresdner Zwingers nach Sanierung wieder komplett geöffnet

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Nach mehr als viereinhalb Jahren sind die Sanierungsarbeiten im Innenhof des berühmten Dresdner Zwingers offiziell beendet. Damit steht das bedeutende barocke Gartenensemble Besuchern wieder als Ganzes offen. 

Das Ergebnis der Sanierungsarbeiten könne sich sehen lassen, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei der feierlichen Wiedereröffnung. Es spreche für die Handwerkskunst und den Anspruch, sowohl das Erbe der Vorfahren zu bewahren, als auch mit kluger Kraft in die Zukunft zu gehen.

Christian Piwarz (CDU), Finanzminister und zugleich Bauherr, sprach von einem «Tag der Freude». «Ein bedeutendes Wahrzeichen unserer sächsischen Landeshauptstadt mit internationaler Sogwirkung erstrahlt in neuer, alter Pracht.» 

Jährlich bis zu fünf Millionen Besucher

Der Zwinger zählt zu den bedeutendsten europäischen Barockbauwerken und ist mit jährlich vier bis fünf Millionen Besuchern eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Dresdens. Neben dem Hofensemble beherbergt er renommierte Museen wie die Gemäldegalerie Alte Meister und die Porzellansammlung. 

Das gesamte Ensemble umfasst eine Fläche von 100.000 Quadratmetern. Allein der Innenhof misst 15.500 Quadratmeter - das entspricht in etwa zwei Fußballfeldern.

Im Auftrag des Kurfürsten August der Starke entstand der Zwinger ab 1710 als Orangerie, Festplatz und Machtsymbol. 1719 wurde der Bau anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August mit der Kaisertochter Maria Josepha feierlich eingeweiht.

Sanierung 2021 begonnen

Die Erneuerung des Zwingerhofs begann im Februar 2021 und kostete rund 17 Millionen Euro. Sie ist Teil der Modernisierung des gesamten Zwingers, in die von 1991 bis 2024 insgesamt rund 222 Millionen Euro flossen.

«Der Zwinger ist Baudenkmal, archäologischer Zeitzeuge, Ort für Kunst, Kultur und Festlichkeiten, Gartenanlage sowie Erlebnisraum für Millionen Besucher jährlich», sagte Piwarz. Dieser Multifunktionalität habe die Sanierung gerecht werden müssen. 95 Prozent der Bauleistungen hätten dabei sächsische Auftragnehmer erbracht. An den Arbeiten waren Gewerke wie Gerüstbau, Natursteinarbeiten, Elektroinstallation und Metallbau beteiligt. 

Umfassende Arbeiten auch im Untergrund

Neben der sichtbaren Neugestaltung der Wege, den frisch angelegten Rasenflächen und moderner Beleuchtung erhielt der Hof ein zeitgemäßes Mediennetz im Untergrund zur Entwässerung, für Wasser- und Elektroversorgung und für Datenleitungen. Auch zwei Brunnenbecken wurden erneuert. Die Sempergalerie erhielt zudem eine barrierefreie Rampe für einen besseren Zugang zu den Museen. Ein Teil des Innenhofs hatte bereits im Mai eröffnet.

Ursprünglich sollten die Arbeiten bis Ende 2023 abgeschlossen sein. Sie waren jedoch aufwendiger als zunächst geplant. Bis März 2024 dauerten allein die archäologischen Grabungen, bei denen das Forscherteam Hinweise zur Gestaltung der Gartenanlagen im 16. bis 18. Jahrhundert sowie Spuren vorstädtischer Bebauung des 15. Jahrhunderts entdeckte. «Die grundlegende Sanierung des Innenhofs bot die einmalige Gelegenheit, dieser Geschichte im wahrsten Sinne tief auf den Grund zu gehen», sagte Piwarz. (dpa)


 

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