Interhome-Analyse: Wo deutsche Ferienhausgäste 2026 ihren Urlaub verbringen

| Tourismus Tourismus

Interhome hat eine Auswertung der aktuellen Buchungszahlen für das Jahr 2026 veröffentlicht. Die Daten geben Aufschluss über das Reiseverhalten deutscher Gäste und bieten wichtige Orientierungspunkte für Eigentümer und Investoren von Ferienimmobilien in Europa. Im Fokus der Analyse stehen die bevorzugten Destinationen, die Aufenthaltsdauer sowie die qualitativen Ansprüche an die Unterkünfte.

Wintertourismus: Fokus auf Alpenraum und Wintersport

In der laufenden Wintersaison bis April 2026 verzeichnet Österreich die höchste Nachfrage bei deutschen Urlaubern, wobei Tirol als wichtigste Zielregion identifiziert wurde. Das Interesse gilt hier primär dem klassischen Wintersport sowie Outdoor-Aktivitäten wie Winterwandern und Rodeln. Auf den weiteren Plätzen der beliebtesten Reiseländer folgen Deutschland, die Schweiz, Italien und Spanien. Regional konzentriert sich das Buchungsaufkommen neben Tirol und der deutschen Nordseeküste auf das Salzburger Land sowie die Schweizer Kantone Wallis und Graubünden.

Hinsichtlich der Aufenthaltsdauer im Winter zeigt sich eine klare Tendenz, da 63 Prozent der Gäste Unterkünfte für fünf bis sieben Nächte buchen. Kurztrips von ein bis vier Nächten machen 25 Prozent der Buchungen aus, während elf Prozent auf Zeiträume zwischen acht und 14 Nächten entfallen und Langzeitaufenthalte einen Anteil von zwei Prozent erreichen. Bei der Wahl der Unterkunftskategorie bevorzugen 61 Prozent der Reisenden den 3-Sterne-Standard, während 25 Prozent im 4-Sterne-Bereich buchen. Ein signifikanter Trend zeigt sich bei der Art der Unterkunft, da 65 Prozent der Wintergäste eine Ferienwohnung wählen und lediglich 35 Prozent ein Ferienhaus bevorzugen. Als Grund hierfür gilt die oft zentralere Lage von Wohnungen in Skigebieten und die unmittelbare Nähe zur touristischen Infrastruktur wie Bergbahnen und Gastronomie.

Sommer 2026: Italien und Deutschland an der Spitze

Für die kommende Sommersaison zeichnet sich Italien als meistgefragte Destination ab. Besonders die norditalienischen Seen und die Toskana stehen bei deutschen Gästen hoch im Kurs, da sich dort Strandurlaub mit kulturellen Ausflügen verbinden lässt. Deutschland belegt als Reiseland den zweiten Platz, wobei insbesondere die Nord- und Ostsee stark nachgefragt werden. Auf den weiteren Rängen folgen Frankreich, Kroatien und Österreich, wobei die regional buchungsstärkste Zone in Europa derzeit Istrien in Kroatien ist.

Die Buchungscharakteristika für den Sommer unterscheiden sich deutlich vom Wintergeschäft. Rund 76 Prozent der Reisenden wählen eine Aufenthaltsdauer zwischen sieben und 14 Nächten, wobei der meistgebuchte Zeitraum mit 31 Prozent exakt eine Woche beträgt. Im Gegensatz zum Winter bevorzugen 57 Prozent der Gäste im Sommer ein Ferienhaus, während 43 Prozent eine Ferienwohnung buchen. Auch die Gruppengröße verändert sich saisonal, da im Sommer Aufenthalte mit bis zu zehn Personen üblich sind, während im Winter maximal sechs Personen pro Buchung die Regel bilden. Der Qualitätsstandard bleibt mit 61 Prozent im 3-Sterne-Bereich und 25 Prozent im 4-Sterne-Bereich stabil.

Empfehlungen für Vermieter und Investoren

Aus den Daten lassen sich konkrete Ableitungen für das Management von Ferienimmobilien ziehen. Rene Gatt, Director of Product Management Group bei Interhome, rät Investoren zu Standorten mit einer ausgeprägten Ganzjahresinfrastruktur, um die Auslastung und den Ertrag über das gesamte Jahr sicherzustellen. Da die Mehrheit der Gäste im Segment von 3 Sternen bucht, ist ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidender als eine hochpreisige Luxusausstattung. Eigentümer können vor allem mit Lage, Funktionalität und Sauberkeit punkten. Da Urlaub an den deutschen Küsten zunehmend an Bedeutung gewinnt, stellt laut Gatt auch der heimische Markt ein attraktives Investitionsfeld dar.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Regierung der Kanarischen Inseln hat eine neue Regelung für die Ferienvermietung eingeführt. Das Gesetz beinhaltet ein fünfjähriges Moratorium für die Genehmigung neuer touristischer Apartments und überträgt lokalen Gemeindeverwaltungen weitreichende Kontrollbefugnisse.

Die TUI Group hat ihre Erwartungen für das Geschäftsjahr 2025 übertroffen. Vorläufige Zahlen zeigen einen signifikanten Anstieg des bereinigten EBIT, getragen von den Segmenten Hotels & Resorts sowie Kreuzfahrten.

Berlin hat im laufenden Jahr bisher weniger Besucherinnen und Besucher angezogen als in den Vorjahren. Knapp 9,2 Millionen Gäste besuchten in den ersten neun Monaten 2025 die Hauptstadt.

​​​​​​​Tripadvisor hat seine Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2025 bekannt gegeben und gleichzeitig eine tiefgreifende Umstrukturierung eingeleitet. Diese Neuausrichtung soll das Unternehmen als einen durch Erlebnisse geführten und KI-fähigen Konzern positionieren. Als Folge der strategischen Verschiebung wird ein Personalabbau vorgenommen.

Die Europäische Union hat einen entscheidenden Schritt zur Harmonisierung der Emissionsberechnung im Transportwesen vollzogen. Nach langjährigem Prozess wurde eine politische Einigung erzielt. Diese schafft einen gemeinsamen Rahmen und legt eine einheitliche Methode zur Berechnung von Treibhausgasemissionen im Güter- und Personenverkehr fest.

Mehrere Millionen Menschen reisen jedes Jahr in ein kleines südbadisches Dorf, um den Europa-Park zu besuchen. Eine Schweizer Familie knackt eine besondere Marke - und bekommt Geschenke.

Sommer, Sonne, volle Strände – so stellen sich viele den Urlaub in Schleswig-Holstein vor. Doch auch im Winter zieht Deutschlands nördlichstes Bundesland zahlreiche Besucher an. Besonders der Dezember gilt als kleine Hochsaison.

Walfleisch und unversteuerte Zigaretten finden Beamte in Kiel und Hamburg immer wieder im Reisegepäck: Besonders während der Kreuzfahrt-Saison sind die Beamten von Zoll und Bundespolizei gefordert.

Die niedersächsische Tourismusbranche steht durch den Klimawandel vor großen Herausforderungen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass fast 80 Prozent der Betriebe bei der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen vor allem an den Kosten scheitern.

Thüringens Tourismusbranche hat im vergangenen Jahr mehr Umsatz erwirtschaftet. Tagesausflüge sorgen für fast die Hälfte. Wie viel geben Besucher im Schnitt aus – und wer profitiert am meisten?