Jugendherbergen in Hessen hoffen auf Wiederaufnahme von Klassenfahrten

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230.000 Übernachtungen hat das DJH Hessen 2019 mit Schulklassenfahrten gemeistert. „Damit sind wir in Hessen die Nummer 1 bei den Gruppenunterkünften“, so Knut Stolle, Pressesprecher und Produktentwickler im hessischen Jugendherbergswerk. Das Jahr 2020 stand und steht ganz unter dem Damoklesschwert der Coronapandemie. „Im Laufe des aktuellen Jahres werden es nach aktuellem Stand weniger als 15.000 Klassenfahrtübernachtungen sein“, sagt Stolle, „das bringt uns, wie viel berichtet, an den Rand des Ruins. Unsere Gemeinnützigkeit fällt uns hier auf die Füße.“

Rücklagen darf das DJH als eingetragener Verein nur zweckgebunden bilden. „Nun geht es uns um den langfristigen Erhalt der Klassenfahrten, wir hoffen, dass die Lehrpersonen, Schulrektorate und auch Schulämter und das Kultusministerium unsere Einschätzung teilen, Klassenfahrten sind Teil der Schulzeit und aus pädagogischen, sozialen und didaktischen Gründen einfach wahnsinnig wichtig.“

Aktuell sind Klassenfahrten vom hessischen Kultusministerium bis zum 31. Januar 2021 verboten. Für das zweite Schulhalbjahr dürfen die Fahrten wieder gebucht werden, allerdings muss sichergestellt sein, dass sie bei infektionsrisikobedingten Absagen jederzeit kostenfrei stornierbar bleiben. „Wir haben unsere Buchungsbedingungen sehr schnell auf die Bedürfnisse von Schulen, Lehrpersonal, Eltern und Schulämtern angepasst, so dass ein risikofreies Buchen von Klassenfahrten für das gesamte Schuljahr 2020/2021 über unsere Flexrate bereits seit Mitte Juli möglich ist“, so DJH Hessen Vorstand Timo Neumann.

Hausleitersprecherin Lilli Scheffke ergänzt: „Wir kennen und spüren aktuell die Unsicherheiten in den Schulen, teilweise kommen wieder Buchungen für 2021, teilweise kommen aber auch weitere Absagen, weil die Schulen Sorge haben, dass es zum einen nicht sicher ist, zum anderen um auch den verpassten Unterrichtsstoff der letzten Wochen wieder aufzuholen.“

Das DJH Hessen hat auf seiner Homepage mehrere Interviews eingestellt, aus denen klar wird, dass Klassenfahrten wichtig und bedeutsam sind. Dr. Thomas Bürger sagt als Oberstudienrat der Justus-Liebig-Universität, dass die Zeitinvestition in eine Klassenfahrt sehr lohnend ist, weil die Schülerinnen und Schüler später in Lerngruppen viel effizienter und erfolgreicher zusammenarbeiten können. Die Vorsitzende der GEW (Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft) Maike Wiedwald findet Klassenfahrten zum einen „cool“, zum anderen aber auch notwendig, weil einzelne Themen im normalen Unterricht nie so praxisnah erfahren werden können wie auf einer Klassenfahrt. Stefanie Noack-Bürger sagt als Gymnasiallehrerin, dass die so wichtige Beziehung zwischen Lehrpersonal und Schülerschaft im normalen Alltag nie eine solche Tiefe erreichen würde, wie sie es während einer Klassenfahrt kann. 
 


 

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