Kreuzfahrtreederei Tui Cruises mit Umweltbeirat - Von Beust an Deck

| Tourismus Tourismus

Mit Hamburgs Altbürgermeister Ole von Beust hat sich bei der Kreuzfahrtreederei Tui Cruises ein Umweltbeirat konstituiert. Die vier Experten kommen aus den Bereichen Wissenschaft, Schifffahrt sowie Politik und sollen das Hamburger Unternehmen in Umwelt- und Klimaschutzfragen beraten, wie Tui Cruises am Montag mitteilte. «Um unserer Vision einer emissionsfreien und klimaneutralen Kreuzfahrt näher zu kommen, arbeiten wir ständig daran, uns zu verbessern», teilte Geschäftsführerin Wybcke Meier mit. Dabei solle sie das Gremium unterstützen. Neben von Beust, Mitinitiator der maritimen LNG-Plattform, sind im Gremium dabei: Tourismus-Prof. Stefan Gössling, Schifffahrtsexperte Prof. Horst Harndorf und Konsumforscherin Prof. Lucia A. Reisch.

Für den Tourismuswissenschaftler Prof. Bernd Schabbing von der privaten ISM-Managementhochschule (Dortmund) werden Passagiere künftig ihre Reise-Entscheidung mehr und mehr nach ökologischen Gesichtspunkten treffen. Die hierfür entstehenden Zusatzkosten könnten Reederei jedoch nicht vollständig auf ihre Kunden umlegen, teilte Schabbing ebenfalls am Montag mit. Erst in den nächsten Jahren werde sich zeigen, ob Preisaufschläge akzeptiert werden. Die Ungewissheit bezüglich der künftigen Nachfrage, deutliche Mehrkosten für Umweltschutz sowie lange Refinanzierungszeiträume machten nachvollziehbar, dass Reedereien zögerten, ergänzte Schabbing.

Tui Cruises verfügt auf seinen Flottenschiffen über 17 800 Betten. Für 2024 und 2026 hat das Unternehmen zwei Neubauten bei der italienischen Werft Fincantieri in Auftrag gegeben, die dann mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden sollen. Durch ein seit einem Jahr laufendes «Wasteless»-Programm seien 30 Millionen Plastikartikel eingespart worden, teilte die Reederei jüngst mit.

Bis Ende 2020 will TUI Cruises auf sämtliche Plastik- und andere Einwegprodukte verzichten oder durch Alternativen aus nachwachsenden oder nachhaltigen Rohstoffen ersetzen. So seien Strohhalme aus Zuckerrohr oder Glas, Cocktailrührer aus Holz - und statt Butter in Einzelportionspackungen gebe es Butterspender.

Über die Mitglieder des TUI Cruises Umweltbeirats

Prof. Dr. Stefan Gössling
Stefan Gössling ist Professor am Institut für Service Management der Universität Lund und an der School of Business and Economics der Linné-Universität in Kalmar (beide in Schweden). Seit 1992 befasst er sich insbesondere mit Klimawandel und Mobilität vor dem Hintergrund der Notwendigkeit globaler Emissionsminderungen. Seine Forschung umfasst quantitative, modellbasierte und gesellschaftswissenschaftliche Ansätze. Gössling war in beratender Funktion für UNEP, UNDP, UNWTO, OECD, Weltbank und das Europäische Parlament tätig. Er war beitragender Autor des vierten Rahmenberichts des IPCC und Mitglied des beratenden Ausschusses der Initiative UNEP Global Partnership for Sustainable Tourism.

Prof. Dr.-Ing. Horst Harndorf
Von 2006 bis 2016 war Horst Harndorf Leiter des Lehrstuhls für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren der Universität Rostock, die sich vor allem mit der Forschung zur Schadstoffsenkung im Schiffsverkehr international einen Namen gemacht hat. Zu Harndorfs Lehr- und Forschungsgebieten gehörten unter anderem neue Brennverfahren und Einspritzsysteme, Abgasnachbehandlung und regenerative Kraftstoffe. Harndorf hat die Forschung für umweltfreundliche Motoren maßgeblich vorangebracht und setzt sich stark dafür ein, die Schifffahrtsindustrie zu sensibilisieren. Harndorf ist Mitbegründer und Gesellschafter des Forschungszentrums für Verbrennungsmotoren und Thermodynamik Rostock (FVTR GmbH) sowie Mitglied der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Fahrzeug- und Motorentechnik e.V..

Prof. Dr. Lucia A. Reisch
Lucia A. Reisch ist Verhaltensökonomin, Professorin für interkulturelle Konsumforschung und europäische Verbraucherpolitik an der Copenhagen Business School sowie Gastprofessorin an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. 2017 wurde ihr der Leibniz-Chair des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) in Bremen verliehen. Sie ist Herausgeberin des internationalen „Journal of Consumer Policy“ und leitet aktuell mehrere deutsche und europäische Forschungsprojekte im Bereich Nachhaltige Entwicklung und Gesundheit. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Verbraucher- und Nachhaltigkeitspolitik, der empirischen Konsumverhaltensforschung (insbesondere nachhaltiges Konsumieren und Produzieren), der Verhaltensbasierten Regulierung sowie der Innovationsforschung. Reisch war von 2014 bis 2018 Vorsitzende des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Sie war Mitglied im Bioökonomierat der Bundesregierung und von 2010 bis 2019 Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung.

Ole von Beust
Ole von Beust ist Rechtsanwalt und war von 2001 bis 2010 erster Bürgermeister Hamburgs. In seiner Amtszeit wurde u.a. das Konzept und die Antragstellung für die Ernennung Hamburgs zur "European Green Capital" durch die EU-Kommission entwickelt. Nach seiner Amtszeit gründete er die Beratungsgesellschaft von Beust & Coll, die unter anderem Mitinitiatorin des "Maritimen LNG-Plattform e.V." war und deren Geschäftsführung sie bis heute innehat. Ole von Beust war und ist Mitglied in Aufsichts- und Beiräten, die sich unter anderem mit den Themen regenerativer Energien bzw. Nachhaltigkeit befassen.

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Paris hilft gebeutelter Tourismusbranche

Auch Frankreich greift seiner besonders betroffenen Tourismusbranche unter die Arme. Bislang wurden staatlich garantierte Kredite in Höhe von über einer halben Milliarde Euro an Branchenunternehmen zugesagt.

Gewerkschafter fürchten Aus für Germanwings

Gewerkschafter und Personalvertreter haben der Lufthansa vorgeworfen, die Coronakrise für einen rabiaten Konzernumbau nutzen zu wollen. Man gehe davon aus, dass noch in dieser Woche die Schließung der Lufthansa-Tochter Germanwings verkündet werden solle.

Corona: Auch Tripadvisor will helfen

Auch Tripadvisor will in der Corona-Krise helfen und hat dazu nun verschiedene Initiativen angekündigt, um wirtschaftliche Unterstützung für lokale Unternehmen zu leisten. So zum Beispiel kostenlose Gutschein-Funktionen und eine Spendenkampagne.

Die besten Filme gegen Fernweh

Urlaub auf Balkonien und Couch statt Strandliege – das sind derzeit leider die einzigen Alternativen für Urlauber. Wen trotzdem die Reiselust packt, für den hat HolidayCheck die besten Film-Alternativen zu den beliebtesten Reisedestinationen zusammengestellt.

Corona-Krise: Saudis steigen bei US-Kreuzfahrtriese Carnival ein

Saudi-Arabien steigt in der Corona-Krise als Großaktionär beim angeschlagenen US-Kreuzfahrtkonzern Carnival ein. Carnival steht mit dem Rücken zur Wand - die Kreuzfahrtbranche zählt zu den Wirtschaftszweigen, die besonders stark unter der Corona-Pandemie leiden.

Corona: Deutsche Bahn ist pünktlicher

Auch wegen der Corona-Pandemie sind die Fernzüge der Deutschen Bahn im März pünktlicher ans Ziel gelangt. Allerdings waren die Fahrgastzahl und die Taktung der Züge deutlich niedriger als sonst. Ein wichtiger Grund für Verspätungen fiel damit weg.

Samih Sawiris will FTI übernehmen

Der Münchner Reiseveranstalter FTI könnte den Besitzer wechseln. Der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris will offenbar die alleinige Kontrolle übernehmen. Sein aktueller Anteil am Unternehmen beträgt 33,6 Prozent.

Leere Strände in Mecklenburg-Vorpommern

Nach einem glänzend verlaufenen Urlaubsjahr 2019 sollte das Osterfest der erste Saisonhöhepunkt des Jahres 2020 in Mecklenburg-Vorpommern werden. Daraus wird jetzt aber erstmal nichts. Die Strände bleiben leer und die Grills kalt.

Lufthansa als Staatskonzern?

Kehrt die Lufthansa zurück in den Schoß des Staates? 23 Jahre nach dem Verkauf der letzten Lufthansa-Aktien durch den Bund zwingt die Corona-Krise den Dax-Konzern, nach Hilfen in jeder Form zu suchen. Erste Adressen sind die Regierungen im Heimatmarkt Deutschland-Österreich-Schweiz und Belgien.

Verschärfte Reiseeinschränkungen zu Ostern in Mecklenburg-Vorpommern

Der Osterspaziergang an der Ostsee bleibt in diesem Jahr ein Privileg der Bewohner der Küstenregionen. Wegen der Corona-Pandemie verschärft Mecklenburg-Vorpommern die Reiseregeln - und greift bei Verstößen härter durch. Der Bedarf der Wirtschaft an Finanzhilfen bleibt hoch.