Lufthansa besorgt sich frisches Geld am Markt - Staatsanteil sinkt

| Tourismus Tourismus

Die in der Corona-Krise mit Steuermilliarden gestützte Lufthansa hat sich erfolgreich frisches Geld am Markt besorgt und stellt so die Weichen für einen Ausstieg des deutschen Staates. Im Rahmen der am 19. September angekündigten Kapitalerhöhung seien brutto 2,162 Milliarden Euro erlöst worden, teilte die Fluggesellschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Das Geld will die Lufthansa nach früheren Angaben zur Rückzahlung staatlicher Hilfen einsetzen.

Der deutsche Staat hält über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) nach der Kapitalerhöhung noch 14,09 Prozent an der Deutschen Lufthansa AG. Die Lufthansa stärke durch die Kapitalerhöhung ihre Eigenkapitalbasis und werde Erlöse aus der Kapitalerhöhung nutzen, um einen Teil der Stillen Einlagen des WSF zurückzuführen, bekräftigte der Fonds in einer Mitteilung: «Die Teilnahme des WSF an der Kapitalerhöhung dient dem Ziel der zügigen Beendigung der staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen.»

Deutschland, Österreich, die Schweiz und Belgien hatten dem Lufthansa-Konzern nach dem Zusammenbruch des Luftverkehrs infolge der Corona-Pandemie mit milliardenschweren Finanzhilfen unter die Arme gegriffen. Insgesamt sagten sie dem Konzern neun Milliarden Euro zu, der Löwenanteil der Summe stammt aus Deutschland, dem Heimatland der Lufthansa. Die Nachbarländer stellten Kredite zur Verfügung, um die Konzerntöchter Austrian, Swiss und Brussels zu stärken.

Der deutsche Staat stieg über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zudem als Anteilseigner mit 20 Prozent bei der Lufthansa ein. Außerdem stellte der WSF zwei Stille Einlagen als Eigenkapital bereit. Seine Aktienbeteiligung hatte der WSF bereits zurückgefahren und Anteile an der Börse verkauft. Zum Zeitpunkt der Ankündigung der Kapitalerhöhung war der Fonds nach Angaben der Lufthansa noch mit knapp 16 Prozent am Grundkapital des Konzerns beteiligt. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Neustart in Ischgl ohne Après-Ski

Eindreiviertel Jahre haben die Skilifte in Ischgl still gestanden. Damals geriet der Ort als ein Zentrum für die Verbreitung des Coronavirus ins Rampenlicht. Nun gibt es einen Neustart. Manche kamen extra von weit - auch ohne Après-Ski.

Nur noch Geimpfte: Rio de Janeiro startet mit 1G in Bars, Restaurants und Hotels

In Rio de Janeiro dürfen nur noch gegen das Coronavirus geimpfte Menschen Bars, Restaurants, Shoppingcenter sowie Schönheitssalons und Hotels betreten. Genesene sind ausdrücklich nicht ausgenommen, auch sie müssen einen Nachweis haben.

Neue Superyacht von Emerald Cruises beendet erfolgreich erste Probefahrt

Die erste Superyacht von Emerald Cruises, die Emerald Azzurra, hat ihre Probefahrt erfolgreich abgeschlossen. Zum ersten Mal in See gestochen ist sie vor Ha Long in Vietnam. Im Frühjahr 2022 geht sie mit ihrer achttägigen Route „Best of the Red Sea“ auf Jungfernfahrt.

3G bei der Bahn: Fahrgäste unterstützen neue Regeln

99 Prozent der kontrollierten Fahrgäste im Fernverkehr beachten die neuen 3G-Regeln. Eine Woche nach Einführung der neuen Regel in Bussen und Bahnen zieht die Deutsche Bahn nun positive Bilanz.

Tui Deutschland will Sparte für Geschäftsreisen zum Großteil auflösen

Tui Deutschland will seine Sparte für Geschäftsreisen zum Großteil auflösen. Das Management setzte die Belegschaft am Mittwoch über in Kenntnis. Demnach wird der Bereich First Business Travel (FBT) als eigenständige Einheit «in der vorhandenen Form nicht weitergeführt».

Jahresurlaub 2022 trotz Corona: Mehr als die Hälfte der Deutschen zieht es ins Ausland

Die Deutschen wollen auch 2022 einen Jahresurlaub genießen - und bevorzugen dabei Reisen ins europäische oder sogar weltweite Ausland. Hoch im Kurs stehen bei der Urlaubsplanung Länder wie Griechenland, Spanien oder Italien.

Tui will Geschäftsreise-Sparte "First Business Travel" teilweise auflösen

Tui Deutschland will seine Sparte für Geschäftsreisen zum Großteil auflösen. Konkrete Verhandlungen über die Zukunft der mehr als 300 betroffenen Beschäftigten sollen im Januar beginnen.

Rio de Janeiro eröffnet: Miniatur Wunderland in Hamburg wächst weiter

Brasilianischer Karneval in Hamburg: Nach vier Jahren Arbeit hat das Miniatur Wunderland, die größte Modelleisenbahn der Welt, seinen neuen Rio de Janeiro-Abschnitt eröffnet. Der Abschnitt ist der erste Teil einer 3000 Quadratmeter großen neuen Ausstellungsfläche.

Easyjet sieht erste Auswirkungen der Omikron-Variante

Das Auftauchen der bereitet den Fluggesellschaften neue Kopfschmerzen. Easyjet senkt seine geplante Kapazität im laufenden Quartal. Unternehmenschef Lundgren sieht in der Krise aber auch eine Chance.

Oberammergau 2022: Hunderte Passions-Gäste müssen um Tickets bangen

Mehrere Hundert Besucher der Oberammergauer Passionsspiele müssen nach der Insolvenz eines Tickethändlers um ihre Buchung fürchten. Die Pleite des Händlers, der vor allem Reisepakete mit Unterkunft verkaufte, hat wahrscheinlich einen Gesamtschaden in sechsstelliger Höhe verursacht.